| . . . . . und im Frühjahr 2010 von Faro Richtung Granada . . . .
Es sollte eine Tour unter Einschluß möglichst vieler "Via Verdes", vieler stillgelegter Bahntrassen, die in den letzten Jahren an zahlreichen Stellen zu Wander- und Fahrradwegen ausgebaut worden sind, werden. Gleich östlich von Faro sollte es mit der Ecovia do litoral losgehen, dann in Andalusien die Via verde littoral, die Rio Tinto-Strecke, die Via verde subbetica und die Via verde del la Sierra. Aber leider wurde insbesondere Andalusien im vergangenen Winter von mehreren Unwettern mit erheblichen Niederschlägen heimgesucht. Schon längere Zeit vor meinem Flug nach Faro konnte man von verschiedenen Straßensperrungen infolge Überflutung lesen. Über die Via Verdes de la Sierra wurde gar berichtet, dass diese über weite Strecken durch Erdrutsche unpassier sei. Na ja, das waren dann nicht die besten Voraussetzungen für meine vorgesehene Wegeführung. Also mal überraschen lassen! 24/25. März 2010 Der Flug nach Faro verlief recht angenehm und die lokale Wetterlage war auch recht gut, trocken und angenehme Frühjahrstemperaturen. Die Fahrt per Rad vom Flughafen bis zum Hotel am westlichen Stadrand von Faro verlief also recht angenehm. Am nächsten Morgen ging es dann bei weiterhin gutem Wetter durch den Hafen zum Parque Natural da Ria Formosa und dann weitestgehend über die Ecovia bis Vila Real de Santo Antonio am Rio Guadiana, der hier die Grenze zu Spanien markiert. Nach einer kurzen Fährüberfahrt nach Ayomonte in Spanien ging's dann weiter nach Canels an der Küste. Hier habe ich mich dann in einem der Touristenhotels für eine Nacht einquartiert. 26. März 2010 Am nächsten Tag ging es erst einmal gut 9 km zurück nach Ayamonte. Ab hier wollte ich, so weit es geht, über die Via verde Littoral in Richtung Huelva fahren. In Ayomonte finde ich sehr schnell den Anschluß an diese Via verde. Der erste Eindruck ist ja nicht besonders einladend. Eine recht rustikale Sandpiste mit tiefen Fahrspuren. Aber ich will es mal versuchen! Zunächst geht es relativ gut. Die Piste ist überwiegend festgefahren, mit vielen Schlaglöchern, ansonsten "Wellblech". Für ein kurzes Stück geht es paralell zu einer gut ausgebauten Straße. Dann geht's weg von der Straße, hinein ins Marisma, fernab der "normalen" Straßen. Ausweichen ist für einige Zeit nicht mehr möglich. Die sandigen Stellen werden immer größer. Teilweise habe ich Schwierigkeiten, mit meinem recht schwer beladenem Rad durchzukommen. Oft gibt's große Pfützen, manchmal riesige mit viel Wasser gefüllte Furten. Erinnerungen an die großen Regenfälle der letzten Zeit. Dann kommen wieder mal einige gut zu befahrene Abschnitte auf asphaltierten Forstwegen. Aber dann, erst sandig, dann feucht und schließlich versinke ich mehr als knöcheltief im Morast. Die am Lowrider hängenden Taschen tauchen so etwa eine "Hand breit" in den Morast ein. Rad, Taschen und meine Schuhe sehen nur noch "erbarmungswürdig" aus. Aber hier kann ich jetzt nicht mehr ausweichen. Da muss ich durch! Bei nächster sich bietender Gelegenheit verlasse ich diese Via verdes und fahre über normale Straßen weiter. Es geht weiter durch schöne Feuchtgebiete - "Paraja Marismas Isla Cristina" , "Marismas del Rio Piedras", "Reserva Natural Laguna de Portil" und "Paraje Natural Marismas del Odiel" - nach Huelva. In diesem Gebiet kann man zumindest während dieser Zeitspanne große Mengen Vögel verschiedenster Arten beobachten. Besonders aufgefallen sind mir die recht vielen brütenden Störche. 27/28. März 2010 Jetzt ging es weiter entlang der Küste bis nach Matalascanas am Westrand des Parque Nacional de Donana und dann weiter über den Wallfahrtsort El Rocio nach San Juan del Puerto. Zwischen Matalascanas und El Rocio liegt der sehenswerte kleine "Bruder" des Nationalparks Donana, der "Parque Natural Entorno de Donana". Es lohnt sich, hier die Fahrt zu unterbrechen und und das Informationszengtrum sowie den gut aufbereiteten Park zu besuchen. Den ganzen Tag habe ich sehr schönes Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen. Es ist auch noch abends warm genug, um in San Juan del Puerto in einem netten Straßenrestaurant zu essen. 29. März 2010 Über Nacht hat sich die Wetterlage etwas verschlechtert. Es ist kühler und bedeckt, aber trocken. Gleich bei San Juan del Puerto beginnt die Via verdes auf der alten Bahntrasse der Rio Tinto Mine. Bis Valverde del Camino ist diese Piste gut befahrbar. Nach einer kleinen Kaffeepause in Valverde geht's dann noch für einige hunderte Meter weiter auf dieser Piste aber dann versinke ich wieder im Matsch. Ich breche hier sofort ab und nehme dann lieber die N 435 bis Zalamea la Real. Die Fahrt ist zwar wegen des relativ starken Autoverkehrs etwas nervig, aber zumindest für mich deutlich besser als durch den Matsch der Via verdes. Schade, aber ich kann es nicht ändern! Etwas nördlich von Zalamea geht es dann über eine weniger befahrene Nebenstraße nach Minas de Riotinto, meinem heutigen Etappenziel. 30/31. März - 1. April 2010 Nachdem es gestern ab Nachmittag bis spät in die Nacht hinein heftig regnete, hatte sich das Wetter wieder beruhigt und es wurde auch wieder etwas wärmer. Zunächst bin ich entlang der Riotinto Mine gefahren und dann weiter über nur mäßig befahrene Straßen nach Aracena. Aracena liegt sehr schön am Fuße der Sierra de Aracena. Für das hier alljährlich stattfindende große Spektakel der "Semana Santa" bin ich leider mehrere Tage zu früh. Ich beschränke mich daher auf einen Stadtrundgang und einen kleinen Aufstieg zum Kastell. Auf den ursprünglich geplanten Abstecher in den "Parque Natural Sierra Norte" verzichte ich wegen der nicht besonders günstigen Großwetterlage und fahre daher direkt bis Alcala del Rio. Das ist eine wenig spektakuläre Strecke, eigentlch nur eine Transferstrecke an den Rio Guadalquivir. Dann geht es in ähnlicher Art weiter nach Fuente de la Palma. 2. April 2010 Das Wetter zeigt sich wieder einmal von der besten Seite. Also fahre ich mal gemütlich los. In la Calota will ich kurz weg von der Straße und im Ort irgendwo einen Kaffee trinken. Die Zufahrt von der Umgehungsstraße hinein in den Ort ist recht steil. Also mal ein scharfer Antritt und dann sollte ich oben sein. Tja, sollte, aber war ich nicht. Der nächste Tritt ging ins Leere. Die Kette gerissen. Na und, macht ja nichts. Ich wollte hier doch eh eine kleine Pause machen. Nur hatten wir mittlerweile Karfreitag, ein ganz besonderer Tag in der "Semana Santa". Selbst einen Kaffe konnte ich im Ort nicht bekommen. Alle Läden waren geschlossen. Warum sollte daher der Fahrradladen eine Ausnahme machen? Aber ich habe diesen Laden ja noch nicht einmal gefunden. Na, dann mal zurück. da war doch an der Ortseinfahrt eine Tankstelle. Vielleicht finde ich dort irgendeine Hilfe, irgendein halbwegs brauchbares Werkzeug um die Kette zumindest notdürftig zu flicken. Leider Fehlanzeige. Aber zum Trost bekomme ich hier einen Kaffee und dann entscheide ich mich, per Taxi in das nicht mehr weit entfernte Cordoba zu fahren. Cordoba liegt zwar nicht an der geplanten Route, da ich während der vorhergehenden Tour schon einmal dort war. Aber was soll's. Cordoba ist die nächste größere Stadt und da wird es dann ja auch Fahrradläden geben. Also mal ein Taxi rufen. Der gute Mann an der Tankstelle ist da sehr hilfsbereit und bestellt mir ein Taxi oder so etwas ähnliches. Nach wenigen Minuten fährt ein Privatwagen vor und der äußerst freundliche Fahrer erklärt mir, er wolle mich nach Cordoba fahren. Es ist ein normaler PKW mit recht bescheidenem Kofferraum. Schon meine Radtaschen füllen den Kofferraum fast vollständig. Und das Fahrrad? Wo soll das denn noch hin? Na gut, das Vorderrad passt noch soeben in den Kofferraum und dann will der gute Mann mein Rad so einfach auf die Hinterbank seines Autos packen. Das passt zwar, aber das kann man doch nicht machen. Wie soll die Sitzbank anschließend aussehen? Ich muß schon etwas hartnäckig bleiben, damit der gute Mann meine als Zeltunterlage mitgeschleppte Platikfolie als Verschnutzungsschutz für seine Rücksitze annimmt. Dann geht's mal los in Richtung Cordoba. Aber gleich kommen seine Bedenken. "Wir haben die Semana Santa, da wird's in Cordoba kaum freie Hotelzimmer geben." Ich habe jetzt eh keine großen Wahlmöglichkeiten. Also los nach Cordoba. Beim ersten Hotel im Zentrumsnähe wird angehalten und nachgefragt. Wenn dort etwas frei ist, ist die Fahrt zu Ende, sonst geht die Sucherei los. Der Fahrer bleibt noch skeptisch, aber er fährt zumindest los. Und siehe da, es funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe. Gleich bei der ersten Anfrage ein Treffer. Zu einem vernünftigen Preis bekomme ich ein gutes Zimmer in einem ordentlichen Hotel. Und das alles nur etwa 10 Minuten Fußweg von der Puente Romano entfernt. Was will ich mehr? Und die Fahrpeisforderung für dieses inoffizelle Taxi war mit 40 Euro mehr als fair. Ja, jetzt bin ich doch wieder in Cordoba. Und das in der Semana Santa, am Karfreitag! Es ist richtig gutes Wetter. Die Innenstadt ist voller Menschen. Alle wollen die heutigen Umzüge der Semana Santa sehen. Nach einem kleinen Spaziergang vom Hotel über die Puente Romano ins Stadtzentrum stolpere ich auch noch unvermittelt ins Zentrum der Semana-Santa-Prozessionen. Später auf dem Wege zurück in mein Hotel muss ich in einem großen Bogen durch die Randbereiche der Innenstadt laufen, sonst könnte ich kaum zurück zum Hotel kommen. Insgesamt war es heute ein eindrucksvoller Nachmittag und Abend in Cordoba. Der ungeplante Schlenker hierhin hat sich durchaus gelohnt! 3/4. April 2010 Am Samstag mache ich mich dann auf, irgendwo einen Radladen zu finden. Nach kurzem Suchen finde ich dann einen ordentlichen, offensichtlich gut sortierten Laden. Nur hat der auch heute gechlossen. Hier müßste ich bis Montag warten. Das kann ja n icht die Lösung sein. Also mal weiter suchen. Ja, dann gibt's da noch das große Kaufhaus. In der Sportabteilung werde ich dann fündig. Man hat eine passende Kette und einen Kettennieter vorrätig. Na also, geht doch. Noch einmal kurz die Hände schmutzig machen, die Kette wechseln und ich kann meine Tour fortsetzen. Jetzt geht es Richtung Süden bis nach Montilla. Da bin ich dann wieder so ungefähr auf meiner ursprünglich geplanten Reiseroute. Noch ein kurzes Stück bis Aguilar de la Frontera und ich bin wieder auf der geplanten Route. Bei Navas del Selpillar treffe ich dann auf die Via verdes subbetica. Das erste Teilstück war offenkundig auch von den schweren Unwettern betroffen, aber es es ist befahrbar. In der alten Bahnstation in Lucena mache ich dann eine größere Pause bevor es weiter in Richtung Osten geht. Hier ist die Strecke sehr gut ausgebaut. Nur an einigen Stellen sieht man Erosionsspuren, die vermutlich auch durch die starken Regenfälle verursacht worden sind. Bis Cabra hält sich der recht gute Zustand. Aber dann, kurz hinter Cabra, ist die Via verdes gesperrt. Einige lokale Mountainbiker ignorieren die Absperrung. Also könnte das doch auch machen!. Also los. Es wird schon irgendwie gehen. Die nächsten Kilometer sind auch so gut, dass ich schon am Sinn dieser Absperrung zweifle. Aber dann kommt es. Plötzlich ist der ganze Weg auf etwa 100 bis 150 Meter weggespült. Die Mountainbiker können da locker mit ihren Rädern durchlaufen. Mit meinem schwer bepackten Rad ist das jedoch etwas mühsamer, aber letztlich geht es doch. Nach einer weiteren Kurve werde ich dann für diese unvorgesehene Zusatzmühe mit einem phantastischen Blick auf das schöne Bergdorf Zuhero mehr als entschädigt. Bis gut 10 km vor Alcaudete bleibe ich noch auf der Via Verdes, die jetzt wieder durchgehend gut befahrbar ist. In Alcaudete soll dann für heute Schluss sein. 5. April 2010 Von Alcaudete fahre ich heute am Rande des "Parque Natural Sierras Subbeticas" nach Priego de Cordoba. Ich fahre durch ein ständiges Auf und Ab, durch schier endlose Olivenplantangen. Wegen einer Straßensperrung muß ich mal wieder meine ursprünglich geplante Wegeführung verlassen. Aber die dann von mir gewählte Alternative ist mindestens genau so schön, vielleicht auch noch einen Tick besser, als die Ursprungsroute. Mit Priego de Cordoba erwartet mich eine schön gelegene nette Kleinstadt mit besonderem Flair. Mit einem längeren Rundgang durch den Ort lasse ich diese Etappe ausklingen. 6. April 2010 Heute mache ich nur einen kurzen "Sprung" an die Embalse de Isnájar. Das ist ein großer Stausee, herrlich in der Gebirgslandschaft gelegen. Hoch auf einem Berg, oberhalb des Sees, liegt der kleine Ort Isnájar. Das ist eine Gründung aus der Maurenzeit. Ich quartiere mich etwas außerhalb in einem schönen alten Landgasthof ein. Den Nachmittag nutze ich zu einem großen Rundgang durch Iznájar und später zu einem kleinen Spaziergang entlang des Stausees. 7. April 2010 Jetzt verlasse ich auch noch die Ausläufer der Sierras de Subbeticas und fahre auf relativ ebenen Gelände an die Laguna de Fuente de Piedra. Diese Laguna ist ein großräumiges Schutzgebiet für Wasservögel verschiedenster Arten. Ganz besonders sehenswert ist die große Flamingo-Kolonie. 8. April 2010 Nach einem kurzen weiteren flachen Stück wird's dann wieder etwas hügeliger. Mein heutiges Ziel ist mal wieder der nette kleine Bergort Olvera am östlichen Ende der Via verdes de la Sierra. Vor meiner Abreise aus Deutschland konnte man ja in den Medien lesen, dass durch die großen Unwetter insbesondere diese Via verdes erheblich beeinträchtigt wurde. Wie wird es dort jetzt aussehen? Kann ich auf der Via verdes fahren oder muss ich mir einen anderen Weg suchen? In Olvera quartiere ich mich mal wieder, wie auch bei meinen beiden vorhergehenden Besuchen in dieser Region, in das ordentliche Hotel der TUGASA-Gruppe ein. Den Nachmittag und frühen Abend nutze ich zu einem ruhigen Rundgang durch den Ort und einen kleinen Abstecher an die Estacion Olvera. Das ist das zu einem kleinen Hotel umgebaute alte Bahnhofgebäude. Und dann finde ich da auch noch ein Hinweisschild zu den Öffnungszeiten eines weiter westlich an dieser Via verdes gelegen Restaurant. Na, wenn das so ist, werde ich ja wohl morgen doch meine Reise über diese schöne Via verdes fortsetzen können. 9. April 2010 Von meinem Hotel geht es zunächst etwas bergauf nach Olvera hinein. Ich habe ja reichlich Zeit und hänge daher noch einen kleinen Schlenker bis kurz unterhalb des Castell an. Dann geht es hinab an die alte Bahnlinie, an die Via verdes de la Sierra. Noch ein kurzer Stopp an der Estacion Olvera und dann geht's los über die Via verdes in Richtung Westen. Ich sehe relativ viel Personal an der Strecke damit beschäftigt, die immer noch sichtbaren Spuren der großen Unwetter zu beseitigen. Je weiter ich fahre, je heftiger werden die noch erkennbaren Spuren der offenkundig riesigen Erdrutsche. Die ersten zwei Tunnel können durchfahren werden, aber es liegt noch sehr viel Material in den Stollen. Dann stehe ich vor dem dritten Tunnel. Ohne jede Vorankündigung ist dieser Tunnel durch ein Baugitter verschlossen. Ein Blick durch dieses Baugitter sagt genug: hier kann man nicht durchfahren. Der ganze Tunnel ist noch voller Erdmassen. na, ja, dann muss ich wohl umkehren. Oder? Nur wenige Meter vom Gitter entfernt ist die Zufahrt zu einer großen Olivenplantage geöffnet. Da wird man dann wohl durchfahren können um dann später irgendwo wieder auf die Via verdes zu stoßen. Hab ich zumindest so gedacht und mich auch nicht von der schlechten Qualität des Wege abschrecken lassen. Dann habe ich die Plantage durchquert und stehe kurz vor der nächsten recht guten Straße vor einem mehr als zwei Meter hohen Zaun und einem ebenso hohen verschlossenen Tor. Ich kann soeben meine Taschen so nach und nach unter's Tor durchschieben. Das Rad muss ich irgendwie am Tor hochwuchten und dann wohl so einfach auf die andere Zaunseite "werfen" Irgendwie hat's dann funktioniert, Taschen, Rad und Radler sind ohne größere Blessuren über Tor und Zaun gekommen. Jetzt reicht mir aber diese Via verdes. Was ich da vor meinmer Anreise über den Zustrand dieser schönen Strecke gelesen hatte, war wohl zutreffend. Die schweren Unwetter haben diese Via verdes für eine längere Zeitspanne auf weiten Teilen unpassierbar gemacht. Den Rest der heutigen Tour setze ich bis kurz vor Algodonales auf der A 394 und dann wieder auf ruhigen Nebenstraßen entlang an der Embalse de Zahara del Gastor bis in das schöne Bergdorf Zahara fort. Auchn hier wähle ich wieder das Hotel der TUGASA-Gruppe am Rand des Dorfes. Von meinem Zimmer habe ich einen herrlichen Ausblick auf die Embalse und darüber hinaus bis zu den Bergen rund um Olvera. Den Nachmittag nutze ich dann noch zu einer kleinen Wanderung durch zwischen Dorf und Embalse. 10. April 2010 Heute bleibt das Rad in der Hotelgarage. Ich nutze den Tag zu einer großen Rundwanderung durch den nordöstlichen Teil des Parque Natural Sierra Grazalema. Eigentlich wollte ich nur so knapp 20 km bis Grazalema laufen und dann nach einer dortigen Einkehr mit dem Bus zurückfahren. Aber auf den Bus hätte ich nach meiner Pause recht lange warten müssen. Ich hab's daher vorgezogen, dann lieber eine Rundtour zu machen und auch wieder zurück nach Zahara zu laufen. Nur hat sich dadurch eine Wanderstrecke von gut 35 km ergeben. War ein wenig anstrengend, aber gelohnt hat es sich dennoch! 11. April 2010 Über eine recht kurze Etappe fahre ich heute nach Arcos de la Frontera. Hier quartiere ich mich für zwei Tage etwas außerhalb in einer zum Hotel umgebauten alten Ömühle direkt am Stausee ein. Nachmittags verbleibt noch viel Zeit zu einem ausgiebigen Spaziergang durch die nähere Umgebung. 12. April 2010 Den heutigen Tag nutze ich zu einer großen Wanderung durch das Umland von Arcos. 13. April 2010 Mit einer weiteren recht kurzen Etappe komme ich nach Jerez de la Frontera, dem Zielpunkt dieser Rundtour. 14/15. April 2010 Zwei Tage möchte ich mich hier aufhalten, bevor es zurück nach Düsseldorf geht. Einige ruhige Stadtbummel, einige Dinge besichtigen, eine Sherry-Bodega besuchen. 16/17. April 2010 Am 16. sollte der Rückflug sein. Aber am Flughafen dann die böse Überraschung. Die Aschewolken des Vulkanausbruchs auf Island machen heute einen Abflug unmöglich. Man bucht mich auf den nächsten Tag um, zwar nicht nach Düsseldorf aber immerhin nach einem deutschen Flughafen. Also wieder zurück ins Hotel. Am 17. dann ein ähnliches "Spiel". die Aschewolken verhindern weiterhin einen Rückflug. Wie und wann es denn gehen soll, kann man mir am Flughafen auch nicht sagen. ich solle mal jeden Tag morgens zum Flughafen kommen, dann werde man sehen was sich machen lässt. Das ist natürliche keine zufriedenstellende Situation. Morgens zum Flughafen, Flugabsage, zurück ins Hotel. Damit ist der Tag kaputt, da kann man so recht nichts mehr machen. Also sehe ich mich nach Reisealternativen um. Ich kann noch eines der letzten freien Schlafwagenabteile des Nachtzuges von Jerez nach Barcelona buchen. Da ich auch noch mein Fahrrad mitnehmen muss, bleibt mir keine andere Wahl als dieses Abteil zur Einzelbelegung zu buchen. Das ist zwar nicht ganz billig, scheint aber die einzige Möglichkeit zu sein, jetzt sofort mitsamt Fahrrad schnell nach Barcelona zu kommen. Zunächst ist der Schlafwagenschaffner etwas verwundert über mein Fahrrad. Aber als er die Einzelbelegung eines Abteils liest, gibt's keine Probleme mehr. Er ist mir beim Einladen und Verstauen meines recht umfangreichen Gepäcks dann sehr behilflich. Mit einem recht ordentlichen Essen im Speisewagen genieße ich die hereinbrechende Dämmerung. In einer angenehmen Nachtfahrt geht es dann nach Barcelona. 18. April 2010 Von Barcelona möchte ich nach Cerbère in Frankreich um dann von dort mit dem Nachtzug weiter nach Luxemburg zu fahren. Frohen Mutes begebe ich mich an den Fahrkartenschalter, jetzt sollte ja alle Probleme mit der Vulkanasche ausgestanden sein. Waren sie auch, aber es gab dafür einige andere. Man konnte mir nur eine Fahrkarte bis Portbou, dem Grenzbahnhof in Spanien, verkaufen. Keine Weiterfahrt nach Frankreich wegen der dortigen Streiks. Na ja, dann kann ich den mir so schön ausgedachten Nachtzug nach Luxemburg wohl auch vergessen. Also auf nach Portbou. Hier war denn wirklich Ende. Über eine ellenlange Treppe musste ich mit Rad und Gepäck erst einmal in den Ort hinunter- Das war zwar etwas mühsam, aber eh nicht zu ändern. Immerhin hatte ich ja mein Fahrrad und konnte so von Portbou aus einfach losfahren in Richtung Frankreich. Damit verglichen hatten es die vielen vornehmlich britischen Touristen, die ebenfalls in Portbou strandeten, viel schwerer. Es gab zu gut wie keine Taxis. Dann hat sich der ganze Troß dieser Reisenden zu Fuß auf den Weg gemacht, auf den Weg über die beiden recht heftigen Hügel bis ins französische Cerbère. Nach einer ausgiebigen Frühstückspause in einem netten Lokal in Portbou habe ich dann meine Radtour zunächst bis Perpignan fortgesetzt. 19. April 2010 Auch am 19. wurde gestreikt. Es gab keine Zugverbindungen. Was soll's, setzt ich halt die Radtour fort. Über teilweise sehr schöne Nebenstraßen bin ich bis Feuilla gefahren. Hier war ich etwas unschlüssig, wie ich jetzt weiterfahren sollte. Schließlich war ich hier ohne Karten unterwegs. Es sollte ja eine Andalusienrundfahrt und keine Frankreichtour sein. Dann hat mir ein junger einheimischer Rennradler eine aus seiner Sicht gute Routenempfehlung nach Narbonne gegeben. Man konnte die Strecke recht gut fahren. Es war eine stark befahrene Hauptstrecke. Eben so etwas, was auch bei uns oft von Rennradlern befahren wird. Hätte ich meine Karten bei mir gehabt, hätte ich vermutlich eine andere Route über kleinere Straßen gewählt, auch wenn dann mehr Berge zu bewältigen gewesen wären. Aber es war auch so in Ordnung. In Narbonne habe ich mich in einem sehr netten Hotel in der Stadtmitte einquartiert. Fußläufig waren die schönsten Punkte der Stadt schnell zu erreichen. Und dann gab's da noch abends am Bahnhof eine gute Nachricht. Ab 20. sollten wieder mehrere Züge in Richtung Lyon/Genf fahren . 20/21. April 2010 Mit einigen weiterern Verzögerungen bin ich dann doch noch über Nimes und einer weiteren Übernachtung in Lyon nach Genf gekommen. Von hier ging's dann problemlos weiter. Insgesamt war die Rückreise verglichen zu dem ursprünglich geplanten Flug teuer und hat auch noch recht lange gedauert. Aber irgendwie hatte die Reise per Bahn über diese große Distanz von Jerez de la Frontera nach Duisburg auch ihren Reiz. Vielleicht mache ich so etwas auch mal, ohne dazu durch einen Vulkanausbruch verleitet zu werden. |
| der Reiseablauf im Überblick: | ||||||
| Datum | Reiseziel | km | Datum | Reiseziel | km | |
| 24.03.10 | Flug nach Faro per Rad zum Hotel | 7 | 07.04.10 | Iznajar - Fuente de Piedra | 64 | |
| 25.03.10 | Faro - Canels | 87 | 08.04.10 | Fuente de Piedra - Olvera | 76 | |
| 26.03.10 | Canels - Huelva | 76 | 09.04.10 | Olvera - Zahara de la Sierra Wanderung bei Zahara | 31 6 | |
| 27.031.10 | Huela - Matalascanas | 58 | 10.04.10 | Wanderung nach Grazalema | 34 | |
| 28.03.10 | Matalascanas - San Juan del Puerto | 76 | 11.04.10 | Zahara - Arcos de la Frontera Rundgang Arcos | 47 5 |
|
| 29.03.10 | San Juan - Minas de Rio Tinto | 66 | 12.04.10 | Wanderung Arcos | 15 | |
| 30.03.10 | Riotinto - Aracena | 44 | 13.04.10 | Arcos - Jerez de la Frontera | 69 | |
| 31.03.10 | Aracena - Alcala del Rio | 82 | 14.04.10 15.04.10 | in Jerez de la Frontera | ||
| 01.04.10 | Alcala del Rio - Fuente Palmera | 97 | 16.04.10 | Jerez - Flughafen und zurück | 27 | |
| 02.04.10 | Fuente Palmera - La Carlota per Rad La Carlota - Cordoba per Taxi | 20 28 | 17.04.10 | Jerez - Flughafen Nachtfahrt per Bahn nach Barcelona | 27 | |
| 03.04.10 | Cordoba - Montilla | 67 | 18.04.10 | Bahnfahrt Barcelona - Port Bau Port Bau - Perpignan | 54 |
|
| 04.04.10 | Montilla - Alcaudete | 87 | 19.04.10 | Perpignan - Narbonne | 96 | |
| 05.04.10 | Alcaudete - Priego de Cordoba | 35 | 20.04.10 | Bahnfahrt bis Lyon | ||
| 06.04.10 | Priego de Cordoba - Iznajar | 30 | 21.04.10 | Rückfahrt per Bahn über Genf und Basel | ||
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