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2. August Anreise per Bahn bis Gare d'Est. Leider habe ich bei Anreise in Karlsruhe 3 Stunden Aufenthalt. Aber das Wetter ist gut und ich kann einen großen Teil der Zeit bei einem Getränk auf der Terrasse des Cafe am Zoo verbringen. Dann kommt meine erste Fahrt mit Rad im TGV. In der Wagenstandsanzeige gibt es keinen Hinweis auf das Fahrradabteil. Der auf meinem Ticket genannte Wagen weist im Wagenstandsanzeiger nur die erste Klasse aus, obwohl ich die zweite Klasse gebucht habe. Mir bleibt keine Wahl. Ich muss in den ersten Wagen gleich hinter dem Triebkopf einsteigen. Gleich rechts neben der Türe gibt es einige Plätze der zweiten Klasse und eine kleine Ecke für einige Fahrräder. Zwei Räder sind schon im Zug und füllen den ganzen verfügbaren Raum aus. Ohne Nummerierung wirkt das auf mich eher wie ein Schüttgutabteil als ein ordentliches Fahrradabteil. Jetzt müssen außer meinem Rad noch drei weitere Räder verstaut werden. Nach zwei weiteren Rädern ist auch der Gang bereits fast vollständig belegt. Und dann ist da noch der junge Franzose mit seinem Rad. Wenn er es einfach auch noch daneben stellt, ist der Gang nicht mehr passierbar. Ich schlage ihm vor, sein Rad doch einfach auf die anderen Räder zu legen. Da dann aber immer noch ein großer Teil seines Rades in den Gang hineinreichen würde macht er sich die Mühe, sein Rad zu zerlegen. Laufräder und Sattel kommen in die Gepäckabteile und der Rahmen wandert dann letztlich doch noch auf die anderen Räder. Erst sehr viel später bemerke ich, dass an einem der bereits in Karlsruhe im Zug befindlichen Räder sich zwei volle Packtaschen befinden, obwohl in den Gepäckablagen noch ausreichend verfügbar ist. Diese Radtaschen sind die Ursache für den Engpass. Aber der zu diesem Rad gehörende Radler macht keine Anstalten, die Taschen vom Rad zu nehmen, obwohl er direkt neben dem Radabstellplatz sitzt. Er blättert stattdessen lieber in seinem Bikeline-Führer über den Loireradweg zwischen Orleans und der Küste. Zur Abrundung des Ganzen erklärt er mir auch noch, er würde quasi an der Quelle irgendwo in der Nähe von Orleans starten und somit der gesamten Loire bis zur Mündung folgen. Mein Hinweis, dass die Loire doch noch um einiges länger sei und viel weiter im Südosten ihren Ursprung habe, wurde mit einem Verweis auf die Übersicht der einzelnen Etappen abgetan. Na ja, dass war dann ähnlich ignorant wie die Packtaschen am Fahrrad. Nach der Ankunft am Gare d'Est starte ich direkt mit meiner Fahrt zum Hotel in Clichy. Trotz des heftigen Nachmittagsverkehrs lässt es sich recht gut radeln. An vielen Stellen kann man gut und teilweise sogar schneller als die Autos fahren. An anderen Stellen gibt es separate Radwege oder markierte Radstreifen. Aber trotz allem muss man schon recht umsichtig sein. Dabei darf man jedoch nicht zu ängstlich sein. Deutlich fahren und sein Recht wahrnehmen oder seine Absichten den anderen Verkehrsteilnehmern klar machen scheint der richtige Weg zu sein. Heute bin ich ja schon recht lange unterwegs. Daher belasse ich es nach dem Hotelbezug bei einem kleinen Rundgang über die Avenue de Clichy. Das sind zwar nicht die Champs Ellysee aber doch recht interessant. Clichy scheint ein Arrondissement mit einer bunt gemischten Bevölkerung zu sein. Für mich war das schon die richtige Wahl. Tagesstrecke ca. 5 km. 3. August Zunächst sieht es nach Regen aus. Daher starte ich nach dem Frühstück zu einem Spaziergang. Aber schon nach einigen hundert Metern hört der leichte Regen auf und es klart stellenweise auf. Also zurück zum Hotel. Ich kann doch eine etwas größere Erkundung per Rad machen. Das war eine gute Entscheidung. Es bleibt nicht nur trocken, es wird später auch noch sonnig. Die Fahrt durch Paris führt mich nicht nur zu den bekanten Punkten wie Arc de Trioumph, Eiffelturm, Invalidendome, Notre Dame, Bastille, Les Halles und Sacre Coer sondern auch zu einigen etwas abseits liegenden Punkten. Der Verkehr ist stellenweise recht heftig, aber mit Umsicht und einer gewissen Portion Bestimmtheit kommt man recht gut durch. Die Pariser Autofahrer haben sich offensichtlich an Radfahrer auf den Straßen gewöhnt. Man hat wohl zu einem Zustand des gegenseitigen Respektierens gefunden. Vielleicht ist das ja eine Folge der von dem jetzigen Bürgermeister lancierten Offensive pro Fahrrad. Tagesstrecke 35 km Gesamt 40 km 4. August Heute geht es zunächst nach Versailles. Am Schloss sind schon riesige Mengen an Touristen und entsprechend lang sind die Wartezeiten. Das erspare ich mir. Vielleicht ein anderes mal. Ich fahre dann weiter Richtung Chartres. So einige Kilometer vor Rambouilett stolpere ich in ein nettes kleines Lokal. Hier mache ich eine kleine Pause mit kleinem Imbiss. Aber leider setzt dann der für heute prognostizierte leichte Regen ein. Nach der Pause fahre ich noch bis Rambouilett und beende dort die heutige Etappe. Tagesstrecke 61 km Gesamt 101 km 5. August Der Tag beginnt mit leichtem aber anhaltendem Regen. Aber zum Glück haben wir angenehme Temperaturen. Ich fahre dann mal Richtung Chartres los. In Chartres mache ich einen kleinen Rundgang mit einer Besichtigung der Kathedrale. Zwischenzeitlich hat sich das Wetter stabilisiert. Ich kann die Regenschutzkleidung wieder ablegen. Etwas weiter entfernt sehe ich häufig recht mächtige Regenschauern niedergehen. Aber ich werde verschont. Nur manchmal ist ein recht starker Gegenwind spürbar. Gegen 16 Uhr wollte ich die heutige Etappe beenden. Hierzu hatte ich mir ein nettes Hotel in einem alten Chateau, der Domaine de Mauresville, ausgesucht. Es ist ein 3-Sterne-Haus. Der Übernachtungspreis ist mit 70 Euro recht moderat. Leider muss mich die Empfangsdame darauf hinweisen, dass man keine Gastronomie betreibt und das nächste Speiselokal etwa eine halbe Stunde Autofahrt entfernt ist. Die fehlende Gastronomie dürfte wohl der Grund dafür sein, dass dieses sehr gepflegt wirkende Haus sich mit nur 3 Sternen zufrieden geben muss. Dann muss ich leider auf dieses ansonsten sehr nette Hotel verzichten und noch 23 km bis zu einem anderen Hotel in Chateaudun fahren. Der Ort liegt sehr schön auf einem Hügel mit einer schönen Aussicht über die weiten agrarisch genutzten Flächen. Das Hotel Saint Michel ist auch sehr nett und einschließlich Frühstück auch noch etwas billiger als das zunächst ausgesuchte Schlosshotel "Domaine de Mauresville". Tagesstrecke 108 km Gesamt 209 km 6. August Es ist mal wieder reichlich bedeckt und kühl. Aber es bleibt den ganzen Tag trocken. Auf überwiegend sehr kleinen Straßen geht es heute nach Blois. Über weite Strecken habe ich die Straßen für mich alleine. Nur ganz selten sehe ich mal ein Auto oder ein landwirtschaftliches Fahrzeug. Aber dafür muss ich in Kauf nehmen, dass ich unterwegs kaum ein Bistrot oder zumindest eine Bar Tabac finde. Nur die letzten ca 5 km nach Blois herein fahre ich über eine sehr stark befahrene Straße. die beiden zuerst ausgesuchten Hotels sind leider ausgebucht. Aber das dritte Haus, direkt am Chateau, hat noch ein Zimmer zu einem moderaten Preis frei. Na ja, wie es denn sein muss, setzt dann kurz nach fünf anhaltender Landregen ein. Mal sehen, wie es morgen aussieht. Auf jeden Fall möchte ich quer durch die Sologne und weiter bis Sancerre fahren. Wenn's Wetter weiterhin regnerisch bleiben sollte, kann ich dann immer noch entscheiden, einen Teil mit der Bahn zu fahren. Tagesstrecke 81 km Gesamt 290 km 7. August Das Wetter ist deutlich besser als die Vorhersage. Vielleicht sollte ich für die weitere Tour das Wetter einfach nehmen wie es kommt und keinen Gedanken mehr darauf verwenden, die Tour eventuell abzukürzen oder einen Teil per Bahn zu fahren. Bevor ich heute losfahre mache ich noch einen kleinen Rundgang bis zur großen Terrasse vor dem Schloss. Dann fahre ich nach Chambord. Ich bin dort relativ früh. Zu dieser Zeit ist noch kein besonders großer Besucherandrang. Ich nehme mir so etwa eine Stunde Zeit für eine Schlossbesichtigung. Dann geht es weiter bis Bracieux. Hier ist heute auf dem kleinen überdachten Markt ein Fest. Eine Musikergruppe trägt nette Chansons vor. Verschiedene Landwirte bieten ihre Produkte an. Es ist eine recht einladende Stimmung, die mich zu einer längeren Pause verleitet. Leider ist es noch zu früh, um auf der schön eingedeckten Terrasse zu einem kleinen Mittagessen einzukehren. Dazu müsste ich noch fast eine weitere Stunde warten. Ich lasse es denn bei einer Tasse Kaffee. Dann geht's weiter auf schönen kleinen Straßen in Richtung Osten. Am frühen Nachmittag erreiche ich Lamotte-Bevron. Zwei der dortigen Hotels haben Betriebsferien, ein weiteres in meiner Datensammlung enthaltenes Haus scheint nicht zu existieren. Na ja, wenn noch weitere Hotels in der recht dünn besiedelten Sologne Betriebsferien haben sollten, könnte es wohl besser sein, hier in Lamotte-Bevron eine Unterkunft zu suchen die noch verbleibende Reststrecke bis Sancerre sollte morgen durchaus machbar sein. Nach etwas umschauen finde ich dann am nördliche Ortsrand mit dem Hotel La Pergola eine nette Unterkunft. Ich genieße die Ruhe im schönen Hotel-Innenhof. Während ich die heutige Etappe kurz skizziere setzt dann wieder mal leichter Regen ein. Aber nach etwa einer Stunde ist der Spuk wieder vorbei. Tagesstrecke 72 km Gesamt 362 km 7. August Heute ist es mal wieder reichlich regnerisch. Morgens beginnt es mit ergiebigem Landregen. Später folgt dann ein Wechsel aus sonnigen Abschnitten und heftigen Regenschauern. Mehrmals gerate ich in solch starke Regnschauern. Der Weg führt mich weiter durch die Sologne bis Aubigny. Auf diesem etwa 40 km langen Teil der Etappe habe ich außer einem Chambre d'Hote kein einziges Hotel gesehen. Es war also genau richtig, gestern in Lamotte-Bevron die Etappe zu beenden. Östlich von Aubigny wandelt sich die Landschaft deutlich. Die Waldgebiete gehen zurück, es tauchen immer mehr Felder und Wiesen auf. Schließlich kommen die sanften Hügel westlich von Sancerre. Etwa auf der Höhe von Cosne sur Loire treffe ich auf den Loire-Seitenkanal. Für etwa 7 km fahre entlang dieses Kanals um dann nochmals mit einem Anstieg von gut 100 Höhenmeter nach Sancerre hineinzufahren. Tagesetappe 92 km Gesamt 454 km 9. August Heute ist es recht kühl aber trocken mit guter Sicht. Ich fühle mich heute zwar nicht besonders wohl, aber für eine weitere Etappe, eventuell bis Nevers, dürfte es auf jeden Fall reichen. Zunächst fahre ich von Sancerre abseits der vorgeplanten Strecke bis ich irgendwo am Loire-Seitenkanal wieder auf die vorgeplante Route treffe. Bis Aubigny fahre ich auf dem gut ausgebauten Radwege. An der Schleuse in Aubigny gibt es dann eine etwas größere Pause. Zur Weiterfahrt trübt es dann leider ein. Ich versuche zunächst weiter auf den Radweg zu bleiben. Aber schon nach wenige Hundert Meter wird die Fahrbahnfläche so schlecht, dass sie mir für meine schmalen Rennradreifen wenig geeignet erscheint. Die zunächst ausgewählte Alternative stellt sich ebenfalls wenig später als ungeeignet heraus. Jetzt verzichte ich mal die Befahrung der Radwege und suche mir einen Weg auf relativ wenig befahrenen kleinen Straßen bis ich später wieder auf einen sehr gut befahrenen Radweg entlang des Loire-Seitekanals stoße. Dieser Radweg gehört wohl zum Veloweg E 6. An der Schleuse kurz vor Nevers fahre ich den Abzweig nach Nevers. Obwohl ich dort recht früh eintreffe mache ich im Hotel Ibis direkt an der Loire für heute mal Schluss. Tagesstrecke 75 km Gesamt 529 km 10. August Kommt jetzt doch der Sommer? Zumindest beginnt der heutige Tag viel versprechend. Blauer Himmel und schon morgens recht angenehme Temperaturen. Zunächst fahre ich vom Hotel entlang des Stichkanals zurück bis zum Loire-Seitenkanal. Entlang des Kanals kann ich nicht weiterfahren. Dazu ist die Oberfläche des Weges zu schlecht. Bis Dicise fahre ich überruhige Nebenstraßen. Dann folgt eine längere Pause in Dicise. Nach verlassen des Ortes stoße ich auf den gut ausgebauten Radweg entlang des Canal Nivernaix. Ich folge diesem Radwege so lange, wie es grob Luftlinie Richtung Dijon geht. In der Nähe von Vendemasse verlasse ich den Kanal und fahre erst einmal in den Ort Vendemasse. Hier gibt's eine weitere Pause. Jetzt bin ich recht weit von der vorgeplante Route abgewichen. Da ist es sinnvoll, bis Dijon oder vielleicht Dole eine neue Route auswählen. Für heute entscheide ich mich. Zunächst bis Chateau Chinon zu fahren. Dort mache ich in dem netten Hotel "Au Vieux Morvan" Station. Was ich hier am Übernachtungspreis gegenüber dem gestrigen Ibis einspare, wird dann mal soeben locker von der Restaurantrechnung wieder aufgezehrt. Aber es ist dennoch nett. Ein richtiger Sommerabend auf der offenen Terrasse. Tagesstrecke 89 km Gesamt 618 km 11. August Heute soll's auf möglichst direktem Weg von Chateau Chinon über Autun nach Beaune gehen. Das ist eine vielleicht recht stark befahrene Hauptverbindung von Nevers nach Dijon. Gleich hinter Chateau Chinon scheint sich dieser Eindruck zu bestätigen. Es fahren mehrere Schwertransporte. Aber dann lässt der Verkehr deutlich nach. Es lässt sich auf dieser Hauptverbindungsstraße doch recht gut mit dem Rad fahren. Die Strecke ist durchweg sehr hügelig mit einigen recht anstrengenden Abschnitten. Aber irgendwie bin ich doch recht ordentlich bis nach Beaune gekommen und konnte auch noch eine ausführliche Pause in Autun machen. Auf dieser Strecke ist deutlich geworden, dass ich für derartige Geländeprofile die Schaltung des jetzt benutzten Giant-Rennrad anpassen sollte. In Beaune bin ich dann wieder auf eine der vorgeplanten Reisewege gestoßen. Tagesstrecke 85 km Gesamt 703 km 12. August Es hat sich wieder eingetrübt und es ist deutlich kühler. Aber zum Radeln ist das Wetter recht angenehm. Aus Beaune heraus fahre ich zunächst auf moderat befahrenen Hauptverkehrsstraßen bis ich kurz vor Saint-Jean-de-Losne wieder auf die Veloroute E 6 wechsle. Zunächst geht ein Stück die Saone entlang. Dann folgt der Rhone-Rhein-Kanal und schließlich der Doubs. In Dole mache ich einen kurze Abstecher an den Rand der Innenstadt um in einer Creperie zu Mittag einzukehren. Dann geht es weiter zu meinem heutigen Tagesziel Besancon. Leider setzt kurz vor dem Ziel vorübergehend leichter Regen ein. Aber nach Bezug meines Hotels kann ich dann wieder bei Trockenheit einen kleinen Stadtrundgang machen. Leider setzt dann wieder leichter Regen ein. Na ja, all zu weit habe ich es ja nicht mehr zu den ursprünglich eingeplanten Zielen Basel oder Colmar. Zumindest bis Basel könnte ich ja auch bei schlechterer Witterung fahren und von dort mit dem Zug zurückfahren. Für besseres Wetter habe ich noch die Alternative bis nach Straßburg oder über Wissembourg nach Speyer zu fahren. Tagesstrecke 125 km Gesamt 828 km 13. August Das Wetter ist mal wieder besser, als die Vorhersage. Gleich morgens angenehme Temperaturen, kaum Wind. Es geht weiter entlang des Kanals Richtung Rhein. Dazu wird der Kanal durch einen Tunnel unterhalb der Zitadelle geführt. Und genau so geht auch der Radweg. Der Tunnel ist beleuchtet und nicht sehr lang. Man kann da auch problemlos mit einem Rad ohne Beleuchtung durchfahren. Ja und dann geht's einfach den Kanal bzw. dem Doubs nach. Wir fahren hier Richtung Quelle. Meist verläuft der Weg relativ eben auf dem Kanaldamm. Nur bei den vielen Schleusen geht es jeweils hoch. Das merkt man an den Rampen zu den Schleusen-Betriebsplätzen. An mehreren Stellen verlässt der E 6 den Damm und wird dann auf normalen Straßen geführt. Auf solchen Abschnitten können auch schon mal etwas stärkere Steigungen auftreten. Mir ist aufgefallen, dass direkt am Radweg kaum Einkehr- und/oder Versorgungsmöglichkeiten bestehen. Heute musste ich fast 50 km fahren, bis ich das erste kleine Lebensmittelgeschäft gefunden hatte. Ich habe mich dann mal vorsorglich für ein kleines Picknick eingedeckt. Aber gleich hinter der nächsten Kurve konnte ich das lange erwartete Restaurant sehen. Also bekomme ich doch noch meine ordentliche Mittagspause. Gut eine Stunde halte ich es auf der Terrasse direkt am Radweg aus. Auch während dieser Zeit sehe ich kaum Radler, die Richtung Osten fahren. Die meisten folgen scheinbar auch hier lieber dem Fluss stromabwärts. Nach weiteren etwa 40 km mache ich in Montbeliard in einem Hotel direkt am Radweg Station. Tagesstrecke 95 km Gesamt 923 km 14. August Heute soll es einen weiteren schönen Tag geben. France Meteo hatte für das ganze Land Sonnenscheinsymbole auf der Übersichtskarte angezeigt. Das steht zwar etwas im Widerspruch zu den gestrigen Wettermeldungen des ZDF für den Südwesten Deutschlands, ist aber auch einige Stunden jünger. Bei bestem Wetter geht es bis kurz vor Mulhouse auf einem gut zu befahrenden Radweg entlang des Rhone-Rhein-Kanals. Bei Eglingen stolpere ich dann in den netten Biergarten "Scherrer". Nach einer ausgiebigen Pause geht es dann weiter bis nach Mulhouse. Jetzt soll es nur noch etwas weiter in Richtung Norden nach Colmar gehen. Aber zunächst muß ich mal aus Mulhouse auf möglichst kleine Straßen herauskommen. Der erste Versuch scheitert. Ich lande auf einer stark befahrenen 4-spurigen Straße. Dann nopchmals zurück und einen anderen Weg suchen. Jetzt geht es problemlos und schnell lasse ich Mulhouse zurück. Vorgesehen hatte ich, den restlichen Teil der heutigen Etappe durch die Weindörfer am Fuße der Vogesen zu fahren. Aber leider brauen sich über den Vogesen einige starke Regenschauern und Gewitter zusaammen. Ich entscheide mich daher, auf diese an sich schöne Variante zu verzichten und auf dem direkten Weg nach Colmar zu fahren. Dabei folge ich über weite Strecken einer nahe derAutobhan verlaufenden Straße mit zumindest heute nur sehr wenig Autoverkehr. Ich komme zwar trocken nach Colmar, aber wie es dort aussieht, muß es dort kurz vor meiner Ankunft heftig geregnet haben. Also noch einmal Glück gehabt. Nach Bezug des Hotels ist es wieder recht angenehm und ich kann die Zeit für einen netten Bummel durch Colmar nutzen. Tagesstrecke 106 km Gesamt 1029 km 15. August Es regnet. Überall ist es stark bewölkt und grau in grau. Vielleicht sollte ich hier die Tour beenden und direkt nach Freiburg fahren um von dort weiter mit der Bahn. Mehr oder weniger unentschlossen verlasse ich Colmar in Richtung Osten, so irgendwie in Richtung Freiburg. Es regnet zwar, aber die Temperaturen sind recht angenehm. Sollte ich nicht doch besser Richtung Norden, Richtung Strasbourg fahren? Ja und dann klart es in Richtung Norden etwas auf. Das sonst so einheitliche dunkle Grau wird stellenweise heller. Ganz im Norden scheint die Wolkendecke gar aufzureißen. Na dann mal bei der nächsten Gelegenheit nach Norden abbiegen. Genau das swar richtig. Schon wenige Minuten später hört der Regen auf und die Wolkendecke reißt mehr und mehr auf. Erste Sonnentrahlen kommen durch. Also dann mal los nach Strasbourg! Zunächst geht es auf kleinen, relativ wenig befahrenen Straßen über Artzenheim, Marckolsheim, Hessenheim, Wittisheim und Herbsheim. Dann in der Nähe von Obenheim wechsle ich auf den Radweg entlang des Rhone-Rheinkanals. Das ist ein gut ausgebauter radweg, der mich diret bis in Zentrum von Strasbourg führt. In der Nähe des Strasbourgere Münsters quartiere ich mich in dem netten Hotel Gutenberg ein. Das Wetter hat sich bestens entwickelt und ich kann den Nachmittag für einen angenehmen Aufenthalt in der Strasbourger Altstadt nutzen. Bei einem Glas Wein lasse ich den Tag mit der beeindruckenden Beleuchtungsaktion desd Münsters ausklingen. Tagesstrecke 83 km Gesamt 1112 km 16. August Bei dem kleinen Ausrutscher vor zwei Tagen habe mir doch eine Rippenprellung zugezogen, die sich schon gestern auf den letzten Kilometern recht unangenehm bemerkbar machte. Auch heute meldet sich die Prellung bei jeder Bodenunebenheit mit unangenehmen Schmerzen. Ich verzichte daher auf eine Fortführung der Tour über Wissembourg bis nach Speyer und entscheide mich, direkt ab Kehl die Bahn zu nehmen. Vom Hotel durch die Altstadt, am Rhone-Rhein-Kanal entlang und dann noch ein kleines Stücl durch Kehl sind es bis zum bahnhof nur knapp 8 km. Die Bahnverbindung ab Kehl ist recht gut. Leider kann ich keine Fahrradreservierung für den EC ab Karlsruhe bis Duisburg erhalten. Möglicherweise muss ich die Gesamtstrecke mit mehrfachem Umsteigen in Nahverkehrszügen machen. Aber es kommt dann doch besser. In Karlsruhe kann ich nach Rücksprache mit dem Zugbegleitpersonal auch ohne Reservierumg mitsamt Fahrrad den EC bis Duisburg benutzen und komme so recht zügig wieder zurück nach Dinslaken. Tagesstrecke 8 km Gesamt 1120 km |
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