Pasqua 2011

          von Innsbruck über den Brenner nach Cesenatico an der Adria
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18/19. April
Bahnfahrt bis Innsbruck
weiter per Rad über die Römerstraße bis Matrei am Brenner, weiter per Bahn bis zum Brenner, dann wieder per Rad bis Mittewald/Franzenfeste.
Die ganze Tour fand bei bestem Wetter statt. Bewölkung etwa 3/8. Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad. Besonders schön sind die ständigen Blicke auf die noch mit Schnee bedeckten hohen Berge.

Gesamtstrecke: 77 km

20. April
von Mittewald geht es zunächst nur deutlich bergab. Zunächst bleibe ich auf der Brennerstraße SS 12. Erst später entscheide ich mich auf de gut ausgebauten Radwg zu wechseln. Mit wenigen Unterbrechungen wegen einiger Baustellen kann ich so gut nach Bozen hinein rollen. Dann geht es weiter auf dem ebenfalls sehr gut ausgebauten Adige-Radweg bis nach Trento. Ab Bozen bis Trento gibt es kaum noch Gefälle, dafür kommt recht starker Wind aus Süd auf. Na ja, irgendwie muss ja die warme Luft aus dem Süden nach Deutschland transportiert werden. Schön für die daheim gebliebenen. Aber ich muss jetzt für gut 70 km gegen diesen starken Wind radeln. Entsprechend müde komme ich in Trento an. Obwohl es noch nicht besonders spät ist, entscheide ich mich hier die heutige Tour nach rd. 125 km zu beenden. Irgendwie merke ich doch, dass ich in den letzten Monaten kaum geradelt bin. Aber zum Glück hat mein Knie während dieser ersten zwei Etappen keine Probleme bereitet. Das sieht ja ganz gut aus und stimmt recht hoffnungsvoll.

Gesamstrecke heute: 125 km.

21. April
von Trento soll es heute nach Verona gehen. Wenn ich
dem vorbereitetem Track folge werden das knapp 120 km sein. Aber schon in der Innenstadt von Trento stoße ich auf einen schönen Radweg entlang eines Zulaufs der Etsch/Adige. Dieser Weg führt dann direkt zum Etsch-Radweg nach Rovereto. Dann geht es nahtlos weiter in Richtung Verona. In Avio mache ich mit einem schönen Blick auf die Nord-Ost-Flanke des Monte Baldo eine kleine Rast mit einem Cappucchino und einem Panini con fromaggio. An einer T-Kreuzung verliere ich dann den Radweg und fahre einige Kilometer auf der stark befahrenen SS 12. Aber nach wenigen Kilometern bin ich dann wieder auf der vorgeplanten Strecke um dann alsbald auf den neu angelegten Radweg nach Verano zu stoßen. Dieser Weg führt zunächst recht steil hoch in ein Gelände mit schönen Panoramablicken in das Tal der Adige. Dann geht es wieder steil bergab und dann entlang eines Kanals in Richtung Verona. So etwa 10 km Luftlinie vor Verona führt der Radweg in einen netten kleinen Ort. Genau die richtige Zeit zu einer kleinen Einkehr in eine Gelateria. Für die restlichen 10 km bis ins Zentrum von Verona wähle ich den direkten Weg über eine moderat befahrene Straße. Bei Ankunft in Verona ist es noch relativ früh. Ich entscheide mich daher noch gut 10 km weiter bis nach San Giovanni zu fahren.

Gesamtstrecke heute: 110 km

22. April
Nach einem kleinen Frühstück starte ich heute bereits um 7:30 h. Heute möchte ich mindestens die Hälfte der Reststrecke nach Cesenatico fahren. Das sollten so etwa 115 km werden. Nach einem recht kurzen Stück auf der Ausfallstraße aus Verona heraus kann ich dann die Fahrt auf ruhigen und nur wenig befahrenen Straßen fortsetzen. In Roverchiara stoße ich dann auf den bestens ausgebauten Adige-Radweg, dem ich dann bis Ende der Asfaltierung folge. Dann geht es weiter in Richtung Po. In Castagnaro kann ich dann für einige Kilometer auf der gut ausgebauten Deichstraße fahren. Ferrara streife ich heute nur am Rande. Es geht weiter in Richtung Argenta. Das ist so etwa die halbe Wegstrecke. Und Hotels sollten hier auch zu finden sein. Vorsorglich habe ich für mehrere Kilometer die Route auf die sehr stark befahrene SS 16 gelegt. Dieses Wegstück ist zwar reichlich "nervig", aber so sollte ich doch auf einige Hotels stoßen. In Argenta finde ich gleich ein Hotel. Zimmer sind verfügbar, aber die gute Frau im Laden will nicht für eine Person und eine Nacht vermieten. Na ja, wir haben Karfreitag und die Dame erhofft sich wohl "passendere" Gäste. Dann mal weiter. Das zweite Hotel ist geschlossen, der Agrotourismusbetrieb scheint eine Fehlinformation zu sein. Dann mal weiter. Es ist ja noch recht früh. Ich rolle dann so daher, nur Hotels oder ähnliche Betriebe scheint es hier auf dem platten Land nicht zu geben. Dann fahre ich mal ein B&B etwas abseits meiner Route an. Der Betrieb macht zwar einen guten Eindruck, aber niemand öffnet. Vielleicht ist ausgebucht, vielleicht sind die Gastgeber gerade unterwegs um einige Besorgungen zu machen. Dann mal zum nächsten B&B. Die angegebene Information führt direkt mitten ins Nichts. Mittlerweile ist es auch schon recht spät geworden. Wenn ich jetzt nicht so einfach in einen passenden Betrieb hinein stolpere bleibt wohl nur meine "Standard-Notlösung" ein Taxi rufen und sich zum nächsten Hotel fahren lassen. Na ja, mit Null-Italieschisch ist das kein ganz einfaches Vorhaben. In der nächsten kleinen Kneipe versuche ich es. Der freundliche junge Mann versteht leider kein Deutsch. Er schlägt mir Englisch vor. Aber das scheint auch nicht besonders ausgeprägt zu sein. Aber mit meiner schon oft benutzten "Standardmischung aus Englisch/ Französisch / Spanisch" können wir uns ausreichend verständigen. Gleich an der nächsten Ecke soll es einen Albergo geben. Also dann mal dahin. Aber wie es heute wohl sein muss, ist der Laden geschlossen. Dann wieder zurück in die Kneipe. Jetzt möchte ich nur noch ein Taxi das mich mitsamt Rad nach Faenza bringt. Aber weder hier noch im Nachbarort gibt es einen Taxibetrieb im Telefonbuch. Während der weiteren Suche kommt noch ein Gast hinzu. Der meint, in Conselice sei ein Albergo der immer geöffnet und auch freie Zimmer habe. Die Lokalisierung dieses Albergos auf meinem Garmin gelingt nicht sofort.Da fällt dem guten Mann nichts Besseres ein, als mir anzubieten mit seinem PKW voraus zu fahren und mir so den genauen Weg zu zeigen. Es sind nur gut zwei Kilometer und es funktioniert gut. Der Albergo hat geöffnet und auch Zimmer verfügbar. Bei dem netten Mann kann ich mich nur noch bedanken. Mein Angebot zu einem Grappa oder zumindest einem Kaffee kann ich ihm nicht näher bringen. Dann nochmals vielen Dank. Es ist zwar nur ein recht einfacher Gasthof, aber für heute passt das schon. Der Wirt spricht sehr gut deutsch. Und wie ich später feststelle hat er 13 Jahre in Deutschland in einer Gatstätte in Hessen gearbeitet.
Im Restaurant nehme ich die Empfehlung "Pasta mit Meeresfrüchten" Und das war wirklich eine gute Wahl. Nicht zu vergleichen mit den bei uns zuhause üblichen Angeboten "mit Meeresfrüchten". Das war schon fast "Übermaß". Verschiedene Muscheln. scampi und andere Krustentiere. Alles in Qualität und Quantität wie ich es zuletzt vor mehr als 15 Jahren in La Rochelle bei meinen damaligen privaten Gastgebern genießen konnte. Kurzum, es war ein guter Ausklang der reichlich holprig verlaufenen Unterkunftssuche.

Gesamt-Tagesstrecke 165 km, davon ca 25 km "Sucherei".

23. April
Jetzt geht es auf die Schlussetappe nach Cesenatico. Es hat deutlich abgekühlt und wie bereits vor einigen Tagen vorhergesagt ist es auch noch bedeckt. Später gibt es dann noch ganz leichten Nieselregen. Eigentlich ist das ja kein richtiger Regen sondern eher so etwas wie 100 % Luftfeuchte. Auf jeden Fall kann man bei diesen Bedingungen recht gut radeln. Die vorgeplante Strecke erweist sich wieder als gut befahrbar. Es sind große Abschnitte über kleine, kaum befahrene Straßen dabei. Nur in der Gegend von Milano Marittima geht es für einige Kilometer über die stark befahrene SS 16. Aber wenn man eine möglichst kurze Streckenführung haben möchte, muss man halt manchmal so etwas für kurze Abschnitte hinnehmen. Kurz nach Mittag treffe ich dann im Hotel ein. Hier hat es wohl am Vormittag geregnet und die meisten Teilnehmer haben daher für heute einen Ruhetag eingelegt.

Tagesetappe 90 km

24. April
vormittags Regen

25. April
vormittags Einzelzeitfahren dann kleine Ausfahrt

Tageskilometer 45

26. April
morgens ist es kühl und bedeckt, für den weiteren Tagesverlauf ist die Prognose undeutlich - vielleicht klart es am Nachmittag auf. Mir ist das alles zu ungenau. Ich entscheide mich daher, schon heute die Rückreise anzutreten. Ab Savignano fahre ich mit der Bahn nach Modena. Dort treffe ich kurz nach 13 h ein. Es ist schwül-warm und kurz nachdem ich Modena verlassen habe und ich mich irgendwo im freien Gelände befinde, gibt's dann gleich mal ein Gewitter. Ich bewege mich zum Glück nur am äußersten Rand des Gewitters und kann daher die Fahrt fortsetzen. Die vorgeplante Wegstrecke führt leider zu recht großen Teilen über sehr stark befahrene Straßen. Auf einigen kleineren Streckenabschnitten kann ich auf kleinere Straßen ausweichen. Für den großen Rest nehme ich heute den starken Autoverkehr mit vielen LKW's hin. Mit dem Ort San Benedetto del Po erreiche ich den Po und mein heutiges Etappenende. Unterkunft finde ich in einem sehr nett ausgestatteten B&B.

27. April
ab San Benedetto al Po weiter nach Verona. Auch das heutige Teilstück der vorgeplanten Route führt häufig über stark befahrene Straßen. Zum Teil kann ich jedoch auf weniger stark befahrene kleinere Straßen ausweichen. Nach knapp 60 km erreiche ich Verona. Es ist kühl und bedeckt. Ich entscheide mich daher kurzfristig bis zum Brennerpass mit der Bahn zu fahren. Unterwegs sieht es wieder recht freundlich aus. Aber ab Bozen wird es deutlich schlechter mit Nieselregen. Oben am Brenner ist es recht kalt und nass. Ich fahre dann nur noch bis Gries am Brenner. Vielleicht wird es morgen ja wieder besser.

Tagesstrecke: 58 km

28. April
gestern in Gries am Brenner abzubrechen war die richtige Entscheidung. Es ist zwar heute lausig kalt, aber
es ist trocken. Zum radfahren eigentlich recht gute Bedingnungen. Nur in der knappen ersten Stunde vermisse ich ordentliche Winterhandschuhe. Zweimal halte ich an um mir die fast steif gefrorenen Finger wieder aufzuwärmen. Für die Fahrt nach Innsbruck habe ich wieder ab Matrei die alte Römerstraße gewählt. Hier geht es nicht stetig bergab sondern es sind mehrere .Gegenstanstiege zu bewältigen und man bleibt sehr lange auf der Höhenlage wie Matrei. Das ist zwar etwas anstrengender als die Brennerstraße aber bei den geringen Temperaturen doch deutlich angenehmer. In Andals mache ich eine kurze Kaffeepause in dem Supermarktcafe, in dem ich auch bei Hinfahrt kurz eingekehrt bin. Aber letztlich hat diese Pause dazu geführt, dass ich die nächste Fahrtmöglichkeit nach Duisburg wegen der Notwendigkeit, Fahrkarte und Fahrradreservierung am Schalter zu beschaffen, knapp verfehle. Na ja, was soll's. Wenn die jetzt gebuchten Züge mit Radreservierung pünktlich sind, dürfte ich in Duisburg noch soeben den letzten Zug nach Dinslaken erreichen.

Nur wenige hundert Meter vor dem Hauptbahnhof Innsbruck stoße ich auf eine "geniale" Anbindung eines Radweges. Weit und breit ordentlicher Asfalt, nur hier an Anbindung des Radweges "sauglattes" Kopfsteinpflaster. Und es kam, wie es kommen musste: ich rutsche bei der Einfädelung seitlich und falle nach rechts direkt mit den Rippen auf's Plaster. Für einige Sekunde bekomme ich kaum Luft aber dann geht es wieder. Zunächst geht es bis München-Pasing. Natürlich kommt mein Zug auf einem Bahnsteig ohne Aufzug an. Beim hinunter Tragen des Rades melden sich bei jedem Schritt die Rippen und gleich bei der Weiterfahrt darf ich auch wieder einen Bahnsteig ohne Aufzug benutzen. Das ist zwar eine Folge der zur Zeit auf diesem Bahnhof laufenden Bauarbeiten, aber unbequem ist es allemal!

Tages-Radstrecke: 35 km

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19.4. 77 km Mittewald
20.4. 110 km Trento 187 km
21.4. 126 km San Giovanni 313 km
22.4. 165 km Concelis 478 km
23.4. 90 km Cesenatico 568 km
24.4. 0 km Cesenatico 568 km
25.4. 45 km Cesenatico 613 km
26.4. 60 km S.Benedetto 673 km
27.4. 60 km Gries 733 km
28.4. 35 km Innsbruck 768 km

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