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"C'est normal. C'est toujours beaucoup de vent!"
Mal wieder eine Rundtour durch Südfrankreich. Es war schon länger geplant und sollte eigentlich ein gemütlicher Aufenthalt in einer netten Ferienwohnung so irgendwo zwischen Sisteron und Vaumeilh werden, so eine Mischung aus Radfahren, Segelfliegen, lesen, schreiben und etwas Französisch auffrischen. Seit längerer Zeit will ich (oder soll ich?) ja für ein Radreise-Magazin etwas über die Provence ausarbeiten, nicht so in groben Zügen, sondern detailliert - quasi als "Gebrauchsanweisung". Aber auch jetzt ist es mal wieder anders geworden. Zur fraglichen Zeit war die vorgesehene Ferienwohnung nicht verfügbar. Und dann das recht schlechte Frühlingswetter, also auf zu einer weiteren Rundfahrt durch den Süden Frankreichs auf der Suche nach dem Frühling.
Schon bei der Anreise gibt's so einige Überraschungen: in Lyon heftiges Schneetreiben. Die Hügelkette südlich von Lyon schneebedeckt und bei der Ankunft am Pont du Gard am späten Vormittag magere 13 ° C.
Die Rundfahrt in Richtung Nordosten, in die Haute Provence und in die Alps de Provence zu legen erspare ich mir - bleibt also nur als nächstes Ziel das Languedoc-Roussillon. Wenn's dann später besser wird, kann ich ja über die Montagne Noir und den Südrand der Cevennen zurück zum Pont du Gard fahren.
Soweit die Theorie.
Aber es bleibt zunächst mal reichlich kalt und kräftiger Wind aus nordwestlichen Richtungen bereitet auch keine besondere Freude. Besser schaue ich immer Richtung Mittelmeer, dort sieht es zumindest freundlich aus! Und in Richtung Berge? Schweigen wir lieber, alles grau in grau oder besser gesagt dunkelgrau bis schwarz. Also einstweilen nicht in diese Richtung!
Was bleibt dann jetzt? Entlang der Küste, Erkundung der Etangs. Zunächst in die Camargue, dann den Etang du Thau und letztlich bis Perpignan - und immer dieser grässliche Wind! Jetzt kommt er auch noch mehr aus Richtung Spanien und bläst mir ganz ungehörig ins Gesicht. Bei den Einheimischen kann ich keinen Trost finden "C'est normal. C'est toujours beaucoup de vent!"
Mittlerweile verbergen sich die schönen schneebedeckten Berge der Pyrenäen hinter dichten Wolkenschichten. Dafür sieht's in Richtung Norden, landeinwärts in Richtung Montagne Noir verlockend aus. Also doch - auf in Richtung Carcassonne!
Jetzt komme ich in eine wirklich schöne Landschaft und ich habe sogar so etwas wie Rückenwind - zumindest Seitenwind mit einer starken "Schiebekomponente"!
Mäandernd durch's Katharerland komme ich so bis Lagrasse, ein kleines altes Dorf irgendwo zwischen den Ausläufern der Pyrenäen und der Montagne Noir.
Für die Weiterfahrt nach Carcassonne meldet sich über Nacht kräftiger Regen an und auch beim Frühstück sieht es nicht nach baldiger Besserung aus. Wenn ich die Hauptverkehrsachsen nehme ist es nicht sehr weit bis Carcassonne. Ich kann also auch bei Regen fahren. Aber ich habe mal wieder Glück. Alsbald nach dem Aufbruch stoppt der Regen. Erste Aufhellungen. Ich kann doch auf die schöneren Nebenstrecken ausweichen und komme trocken ans Ziel.
Später erneut einsetzender Regen veranlasst mich, den Aufenthalt in Carcassonne zu verlängern.
Dann geht's weiter. Nach Norden in Richtung Montagne Noir sieht's recht duster aus. Dort gehen offenkundig heftige Regen nieder. Es macht wohl keinen besonderen Sinn, ausgerechnet in diese Richtung zu fahren. Wiederum sieht es Richtung Küste freundlich aus. Also geht's nördlich an Narbonne vorbei zurück nach Beziers und dann über die nördliche Straße am Etang du Thau entlang nach Bouzegues, weiter über Balaruc les Bains nach Grau du Roi in der südwestlichen Ecke der Provence. Die Witterung ist immer noch recht wechselhaft aber doch zumindest mit klarer Tendenz: hier wird es endlich Frühling! Mit einem Schlenker über St. Remy-en Provence, Salon de Provence und Aix-en-Provence schließe ich die Rundfahrt ab.


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