über eine längere Zeitspanne habe ich verschiedene Informationen über die Entwicklung des Luftsportes im Raume Dinslaken und insbesondere über den Luftsportverein Dinslaken e.V. gesammelt.

Viele der Informationen sind durch die Mitwirkung zahlreicher ehemaliger Fliegerkameraden zustande gekommen.

Diese Zusammenstellung war Teil des von mir während meiner Mitgliedschaft im Luftsportverein Dinslaken e.V. betriebenen Internetauftritts des Vereins.

Diesen Teil des Archivs (Stand April 2002) stelle ich allen Interessenten online zur Verfügung.

- horst pieper -

dinslaken, im September 2004






30er-Jahre Vereinsgründung 
50er-Jahre 60er-Jahre
70er-Jahre 80er-Jahre
Entwicklung der Segelflugleistungen Wettbewerbe EDLD
Förderung des Wettbewerbsfluges  Sportleraustausch mit Leszno/Polen
Entwicklung Flugplatz Weltrekord vom 25.04.72
Errichtung der Clubklasse  Zusammensetzung Vereinsvorstand 
Pressenotizen  Bau unserer 4-Trommel-Winde
Leistungsstützpunkt Entwicklung Flugzeugbestand
Wettbewerbe/Ergebnisse 1997 Wettbewerbe 1998
Ergebnisse 1998 Ergebnisse 1999
Genehmigungsbescheid EDLD - 5.10.2000 Statistische Daten
Leistungen 2000 Leistungen 2001
50 Jahre LSV Dinslaken e.V.
(pdf-datei / 592 kb)
einige Höhepunkte
der Vereinsentwicklung
Rückblick auf eine kleine
Fotoausstellung
im November 2001 in der Stadtbücherei
Vereinszeitschrift
"Der Steuerknüppel"
pdf-dateien einiger Ausgaben von 1969 bis 1971

aktuelle Informationen über den Luftsportverein:   LSV Dinslaken e.V. - online



Entwicklung der Segelflugleistungen durch Piloten des LSV Dinslaken e.V.

Jahr Leistung Pilot
1958 1. Überlandflug im Verein 60 km / Wesel-Oeventrop Hermann Süselbeck
1959 1. Überlandflug von der Schwarzen Heide
150 km / Verviers/Belgien
Walter Schewe
1960 1. 300 km-Flug, freie Strecke / Peronne/Frankreich (320 km) Walter Krause
1962 1. 300 km Zielflug / St. Quentin/Frankreich (320 km) Horst Thiele
1962 1. 400 km Zielflug / Beauvais/Frankreich (430 km) Walter Schewe
1965 1. 300 km Dreieck / Warstein-Eitorf Siegfried Baumgartl
1968 1. 400 km Dreieck / Diemel-Wirges Siegfried Baumgartl
1968 1. 500 km Flug / Couches/Frankreich Walter Schewe
1968 Deutscher Rekord Kl. D2 - Doppelsitzer/Ka 7 Zielstrecke Dinslaken-Bernay/Frankreich Walter Schewe / Siegfried Baumgartl
1969 1. 500 km Zielflug / Chartres/Frankreich (519 km) Walter Puhl
1969 1. 600 km Flug, freie Strecke / Moulins/Frankreich (606 km) Günter Grabhöfer
1970 1. 300 km Dreieck eines 18jährigen Piloten Friedrich Schewe
1971 Bundessieger im Deutschen Streckenflugwettbewerb/Junioren Friedrich Schewe
1972 Weltrekord - Zielflug Kl. D2 - ASK 13 Angers / Frankreich (714 km) Siegfried Baumgartl/Walter Schewe
1972 Deutscher Rekord - Zielflug Kl. D2 - ASK 13 Angers / Frankreich (714 km) Siegfried Baumgartl/Walter Schewe
1973 1. 800 km Dreieck Uelzen-Fulda (800 km) Siegfried Baumgartl
1973 Mitglied Nationalmannschaft Clubklasse Dr. Georg Lepie
1973 2. Platz polnische Juniorenmeisterschaft Friedrich Schewe
1973 1. Bundessieger Deutscher Segelflug Wettbewerb Standard-Klasse Junioren Friedrich Schewe/K.W. Klossok/Winfried Schulz
1974 1. 1.000 km Flug freie Strecke Marmande/Frankreich (1.010 km) Siegfried Baumgartl
1974 weitester Doppelsitzer-Flug mit Clubklasse ASK 13 / Limoges/Frankreich (753 km) Friedrich Schewe/Walter Schewe
1974 1. Bundessieger Deutscher Segelflug Wettbewerb Standard-Klasse Junioren Friedrich Schewe/K.W. Klossok/Winfried Schulz
1974 Deutscher Junioren-Vizemeister Friedrich Schewe
1977 Mitglied Nationalmannschaft Standardklasse Dr. Siegfried Baumgartl
1978 1. 400 km Dreieck eines 17jährigen Piloten Peter Fischer
1995 2. Platz Europameisterschaft der Damen Gundula Goeke
1996 1. Platz Deutsche Meisterschaft der Damen
Mitglied der Damen-Nationalmannschaft
Gundula Goeke
1997 1. Platz Europameisterschaft der Damen Gundula Goeke
1998 1. Platz Deutsche Meisterschaft der Damen Gundula Goeke
1998 Landes-Juniorenmeister NRW Alexander Tummes



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Segelflugwettbewerbe am Flugplatz Dinslaken Schwarze Heide

1966 1. Segelflug-Vergleichsfliegen NRW
1967 2. Segelflug-Vergleichsfliegen NRW
1967 Nordrhein-Westfälische Segelflugmeisterschaften
1968 3. Segelflug-Vergleichsfliegen
1969 4. Segelflug-Vergleichsfliegen
1970 5. Segelflug-Vergleichsfliegen
1971 6. Segelflug-Vergleichsfliegen
1971 1. Deutsche Segelflugmeisterschaft der Clubklasse
1972 1. Internationaler  Segelflugwettbewerb
1973 2. Internationaler Segelflugwettbewerb
1974 Deutsche Segelflug-Jugendmeisterschaften
- 6. C-Kader-Ausscheidungsfliegen -
1975 Internationaler "Schwarze Heide"- Segelflugwettbewerb
1976 Deutsche Segelflug-Jugendmeisterschaften
7. C-Kader-Ausscheidungsfliegen
1977 Internationaler "Schwarze Heide"- Segelflugwettbewerb
1979 Deutsche Segelflug-Jugendmeisterschaften
C-Kader-Ausscheidungsfliegen
1989 Segelflug-Landesmeisterschaft der FAI-Klassen
2000 Segelflug-Landesmeisterschaft der Junioren

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1985 wird der Flugplatz Dinslaken-Schwarze Heide als Landes-Leistungs- Stützpunkt Segelflug vom Kultusministerium anerkannt.

     

Dr. Kurt Plank, Präsident des DAeC
Landesverband NRW

Horst Pieper, Vorsitzender der Flugsportgemeisnchaft

Ernst Löchelt, Vorsitzender des Beirates der
Flugplatzgesellschaft

Zur offiziellen Eröffnung führt die Flugsportgemeinschaft ein Vergleichsfliegen der Platzvereine durch.
Dr. Plank, Präsident des DAeC, Landesverband NRW sowie Vertreter der Gebietskörperschaften nehmen an einer kleinen Feierstunde mit Siegerehrung teil.



Dr. Plank gratuliert dem Sieger des Vereinswettbewerbes Peter Fischer


Dieses kleine Vergleichsfliegen anlässlich der offiziellen Anerkennung des Flugplatzes Schwarze Heide als Landes-Leistungs-Stützpunkt wurde im sportlichen Bereich durch Georg Sebesta vom LFV Bottrop bestens betreut.

In den Folgejahren sind die Angebote der Flugsportgemeinschaft, weitere Vergleichsfliegen unter Einbeziehung der Vereine der benachbarten Plätze zu organisieren, auf wenig Resonanz gestoßen.

1989 konnte wieder durch Ausrichtung der NRW-Landesmeisterschaften der FAI-Klassen an die langjährige Tradition der Ausrichtung hochqualifizierter Wettbewerbe angeknüpft werden.

Zur zeit bleibt hier nur die Hoffnung, daß alsbald die an der Schwarzen Heide aktiven Segelflieger durch Ausrichtung von wirklich ernst zu nehmenden Wettbewerben den Flugplatz für ihre Zwecke "in Besitz nehmen".

und hier sind insbesondere wir, der Luftsportverein Dinslaken gefordert!



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Zur Entwicklung des Flugplatzes Dinslaken Schwarze Heide



Die Luftsportvereine Dinslaken und Gladbeck beauftragten ihre Vorsitzenden 1957 ein geeignetes Gelände für die Errichtung eines Flugplatzes zu finden. Die Wahl fiel auf das Gelände "Schwarze Heide" auf dem im letzten Krieg ein Feldflugplatz betrieben worden war.

1958 waren durch die Beauftragten der Vereine ca. 50 Morgen Land angepachtet worden. Im Herbst konnten die ersten Probestart im Segelflug ausgeführt werden. 1959 konnte offiziell mit dem Segelflug begonnen werden.

Die anfallenden Pachtkosten waren für die beiden Segelfluggruppen (Dinslaken und Gladbeck) eine hohe Belastdung. Zur Erzielung zusätzlicher Einnahmen wurde der Flugplatz daher auch für Motorflugzeuge geöffnet.

Am 6. Januar 1960 wurde die Flugplatzgesellschaft Schwarze Heide e.V . gegründet.

Die nach Vereinsrecht erforderlichen mindestens 7 Gründungsmitglieder waren:

      Luftsportverein Kreis Dinslaken e.V.
      Fliegerclub Gladbeck e.V.

      die Vereinsbeauftragten:

      - Alfred Gaul
      - Willi Mues
      - Arthur Raupach
      - Helmut Stolle

      Notar Hans-Peter Budde


1961 trat der Kreis Dinslaken dem Verein bei. Später folgten weitere Gebietskörperschaften. Durch den Kreis Dinslaken wurden im Verlaufe der Jahre 120 Morgen Gelände für die Nutzung als Flugplatz angekauft.

Nach Errichtung der ersten Flugzeughalle im Jahr 1961 wurde in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium NRW eine Planung als Nahverkehrslandeplatz erstellt. Die Planung als Nahverkehrslandeplatz sah den Ausbau mit einer 1.000 m langen Startbahn vor sowie befestigte Zuwegungen für den Segelflugbetrieb. Diese Planung wurde seinerzeit wegen ungeklärter Grundstücksfragen nicht realisiert.

1964 musste der Flugbetrieb wegen großer Ansammlungen von Fundmunition auf dem nördlich des Flugplates gelegenen Munitionszerlegebetriebes für einige Monate unterbrochen werden. Verhandlungen mit dem Innen- und dem Wirtschaftsministerium NRW führten zu einer Wiederzulassung des Flugbetriebes. In diesen Verhandlungen wurde auch seitens des Landes eine Absichtserklärung zum weiteren Ausbau des Flugplatzes gegeben.

Das Innenministeriums beauftragte eine guachterliche Stellungnahme zur Frage ob neben dem bestehenden Sprengplatz ein Nahverkehrs-Flugplatz errichtet werden kann. Eine wesentliche Aussage dieses Gutachtens stellt eine zulässige Entfernung von mindestens 275 m zwischen der Start- und Landebahn sowie den südlichen Bunkern des Sprengplatzes fest.

Mit diesem Gutachten konnte die frühere Planung eines Verkehrslandeplatzes nicht mehr aufrecht erhalten werden. 1969 wurde daher von der Mitgliederversammlung der Flugplatzgesellschaft eine neue Planung in Auftrag gegeben. Diese Planung sah auf dem jetzigen Flugplatzgelände einen Verkehrslandeplatz der Klasse 1 - nur für den Motorflug - vor. Der Segelflug sollte auf das im Besitz des Kreises Dinslaken befindliche Gelände am Heidhof ausgelagert werden. Der Regierungspräsident Düsseldorf als zuständige Luftfahrtbehörde und die Bundesanstalt für Flugsicherung stimmten dieser Planung grundsätzlich zu.

Der im Oktober 1970 gestellte Antrag auf Durchführung eines entsprechenden Planfeststellungsverfahrens für einen Verkehrslandeplatz Klasse 1 und für das Segelfluggelände am Heidhof wurde Anfang 1971 durch den Leiter der Luftfahrtabteilung im Wirtschaftsministerium abgelehnt.

Stattdessen beauftragte das Ministerium ein Gutachten zur Ermittlung geeigneten Standortes zur Errichtung eines Regionalflughafens im Bereich "Dingdener Heide - Schwarze Heide".

Die Errichtung eines Regionalflughafens wurde insbesondere unter Berücksichtigung der bestehenden militärischen Tieffluggebiete verworfen.

1972 beschloss die Flugplatzgesellschaft den Ausbau um Verkehrslandeplatz Klasse 2 mit Segelfluggelände.

1973 forderte der Regierungspräsident Düsseldorf vor der Bearbeitung entsprechender Anträge die Errichtung einer Flugplatz-GmbH. Diese Flugplatz-GmbH wurde am 19.12.1977 gegründet.

Quelle: Mitteilungen der Flugplatzgesellschaft aus dem Jahre 1979


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1979 berichtete Walter Schewe:

Deutsch-Polnischer Sportleraustausch

1972 wurde zwischen dem deutschen und dem polnischen Aero Club vereinbart, erstmalig jugendliche Segelflieger aus Polen zum Wettbewerb auf der Wasserkuppe zu entsenden. Im Gegenzug konnten zwei deutsche Jugendliche mit Begleitern 1972 nach Leszno zu den polnischen Junioenmeisterschaften fahren. Der Deutsche Aero Club entsandte vom Flugplatz Schwarze Heide Friedrich Schewe, der 1971 Bundessieger im Deutschen Streckenflugwettbewerb geworden war, zu diesen Meisterschaften.

Da Polen und Deutschland schon immer die Segelfliegernationen waren, versprach dieser Austausch besonders reizvoll zu werden. Aus diesem Grunde fuhr ich als Begleiter meines Sohnes mit nach Lezno. Hier sollte versucht werden, Gespräche für weitere Begegnungen zu führen. Das anfänglich dem deutschen Team entgegengebrachte Mißtrauen von einigen Leuten, das zum Teil verständlich war, wich von Tag zu Tag. Bei manchen polnischen Bürgern dauerte es sehr lange, bis man freundschaftliche Gespräche führen konnte.

Der erste Besuch in Polen brachte manche positive Überraschung mit sich. Die Fahrt mit eigenem PKW durch die DDR - Marienborn - Frankfurt/Oder - verlilef entgegen vieler Warnungen reibungslos; die Grenzsoldaten und Zöllner der DDR und Polens waren freundlich. Unsere Jugendlichen erhielten neue Flugzeuge und wurden technisch bestens betreut. Anfängliche Sprachschwierigkeiten waren bald beseitigt. Viele ältere Segelflieger sprachen deutsch, die Junioren vielfach englisch. Nach den seinerzeitigen wirtschaftlichen Gegebenheiten in Polen wurden dem deutschen Team das nur Bestmögliche geboten und dafür bedankten wir uns. Die ständige Hilfsbereitschaft und Betreuung führte dazu, daß nach und nach Freundschaften geschlossen wurden.

Wir hatten die Möglichkeit, uns frei mit dem PKW zu bewegen und so die Schönheiten dieses Landes kennenzulernen. Besichtigungen von Posen und Breslau waren ebenso möglich wie sportliche Ausgleichsmöglichkeiten, Angeln, Segeln, Baden.

Das Unterschied zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Polen von der Gesellschaftsform her besteht, weiß jeder. Wir waren und sind uns auch heute darin einig und erwarten dies von unseren Mannschaften, die nach Polen fahren und unsere polnischen Freunde hier betreuen, daß sie dem Gastland gegenüber den nötigen Respekt entgegenbringen und die Gesetze des Gastlandes beachten.

Gespräche mit höchsten einflußreichen Persönlichkeiten führten dazu, daß der Austausch zu einer festen jährlichen Einrichtung wurde. Die auf der "Schwarzen Heide" veranstalteten Wettbewerbe und Meisterschaften haben in den Jahren seit 1972 einen immer höheren Rang erfahren, nicht zuletzt deshalb, weil die Polen stets Weltklassepiloten nach hierher entsandten.

Der ständige Austausch hat sich nunmehr zu einer Sportlerbegegnung zwischen dem Segelfliegerzentrum in Leszno und dem Flugplatz "Schwarze Heide" entwickelt. Für diese Art der Begegnungen sind aber nicht nur die sportlichen, wettkampfmäßigen Erfolge zu sehen, sondern hier kommt es auf die erreichten menschlichen Kontakte mit vielen geschlossenen Freundschaften an.

Zu den diesjährigen (1979) Deutschen Jugendmeisterschaften auf der "Schwarzen Heide" werden wieder zwei polnische Junioren mit ihren Begleitern erwartet. Die Piloten fliegen, wie schon in al den Jahren vorher, Flugzeuge des Luftsportvereins Dinslaken. Da&szlog; wir ihnen nur das beste konkurrenzfähige Flugzeug zur Verfügung stellen, ist selbstverständlich. Berücksichtigt werden muß hierbei, daß der Wettbewerb entscheidender Faktor in der Fliegerlaufbahn für die jungen Polen sein kann, da er vom Polnischen Aero Club als hochqualifizierter Wettbewerb anerkannt ist.

Wir freuen uns auf unsere polnischen Gäste und sind sicher, daß sie sich bei uns gut aufgehoben fühlen. Vielleicht wird aus dem langjährigen Austausch eines Tages eine Partnerschaft mit ständiger Einrichtung.


Quelle: Mitteilungen der Flugplatzgesellschaft Schware Heide / 1979


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