Warum habe ich mich nur dazu hinreißen lassen, vor meiner Abreise noch zur Monatsversammlung einzuladen um noch so einige Dinge anzuschieben? Die Beteiligung war wieder einmal äußerst gering. Gut, es kann bei einigen noch ein verlängerter Weihnachtsurlaub der Grund gewesen sein. Aber ansonsten ist mit der Truppe zur Zeit wohl kaum etwas gescheites anzufangen. Und was dann blieb hätte ich mir besser erspart!
Na gut, am Samstag ging's dann endlich los. Zuerst die kleinen Pannen bei der Bahn, dann der verspätete Abflug und bei der Ankunft in Christchurch musste ich zur Krönung des Ganzen noch ein übel zugerichtetes Vorderrad zur Kenntnis nehmen. Damit konnte ich mir die schöne Absicht, die Radtour gleich am Airport zu beginnen, schenken.
Mit dem Rad war kein Meter zu fahren, selbst das Rad schiebend als bequemen Gepäcktrolly zu nutzen war nicht möglich. Das Vorderrad war dermaßen demoliert, dass ich das ganze Fahrrad nur mit angehobenen Vorderrad durch die Ankunftshalle, durch die Kontrollen und letztlich bis zum Shuttlebus schieben konnte. Ich hatte mich schon mit dem Schaden und den anfallenden Reparaturkosten abgefunden. Aber die nette Dame von der Quarantänekontrolle war nun gar nicht meiner Meinung, dass ich DIESEN Schaden wegen der fehlenden Verpackung wohl selbst zu vertreten habe und daher eine Meldung erst gar nicht erforderlich sei. Sie trat dann so selbstverständlich auf und dirigierte mich zum Claimbüro dass ich erst gar nicht dazu kam, weitere Vorbehalte und Selbstbezichtigungen vorzutragen. Auch die Leute im Claimbüro kamen nicht auf die Idee, ich könnte wohlmöglich für den Schaden selbst verantwortlich sein. Man nahm den Schaden auf, gab mir die Adresse eines Fahrradladens in der Nähe meiner Unterkunft, einen entsprechenden Voucher und sagte mir eine Kostenerstattung gegen Vorlage der Reparaturrechnung zu. Der Shuttlebusfahrer hat mich dann gleich zum Fahrradladen gefahren und dem Mechaniker vorgeschlagen, die Kosten doch direkt mit dem Claimbüro abzurechnen, da ich doch sonst unnötig Zeit verlöre. So sind die Leute hier: einfach unkompliziert und äußerst hilfsbereit! Leider musste ich das Rad in der Werkstatt lassen. Heute wird's mit der Reparatur nichts mehr. Aber morgen Mittag soll das Rad fertig sein. Um etwas "richtiges" zu unternehmen bin heute zu müde, kein Wunder nach rund 50 Stunden ohne ordentlichen Schlaf!
Dienstag - 9. Januar
Heute wache zu einer vernünftigen Zeit (7 Uhr local) ordentlich ausgeruht auf. Wenn es keinen Rückschlag gibt, habe ich die lange Reise mal wieder ohne Jetlag überstanden. Das Rad bekomme ich erst am Nachmittag. Also sollte ich am Vormittag irgend etwas anderes unternehmen. Mir fällt eine Werbung für eine Wildlife Cruise durch den Lyttleton Harbour in die Finger. Startzeit und Dauer passen. So wird es ein netter Vormittag auf der Black Cat". Vom Boot aus kann man einen umfassenden Eindruck von diesem durch einen abgesunkenen Krater gebildeten Naturhafen gewinnen. Bei meinem ersten Besuch in Christchurch habe ich mir diese Szenerie bereits von der Summit Road auf dem Grat der Port Hills angesehen. Bei der Bootstour kommt heute noch die Beobachtung verschiedener Seevögel und einer größeren Anzahl von Hector Dolphins hinzu - also ein durchaus gelungener Auftakt meiner Neuseelandtour 2001!
Am Nachmittag ist auch mein Fahrrad wieder in Ordnung gebracht mit einer dem Augenschein nach recht ordentlichen neuen Hohlkammerfelge. Die ganze Sache ist für mich kostenlos. Der Fahrradladen rechnet direkt mit dem Claimbüro am Airport ab.
Mittwoch, 10. Januar
In der Nacht hat der Regen eingesetzt - also genau richtig für den Start meiner Tour. Aber heute soll es eh nur mit dem Bus nach Dunedin, dem eigentlichen Startpunkt dieser Reise, gehen. Und da ist der Regen ja nicht besonders störend. Ersatzweise stört jedoch mein Fahrrad, den für das Gepäck verantwortlichen jungen Mann im Bus. Zunächst will er mein Fahrrad gar nicht annehmen. Ich lasse aber meine Gepäcktaschen irgendwo ganz hinten im Bus verstauen und setze dann anschließend die ganze Mannschaft der lokalen Agentur des Busunternehmens in Bewegung. Und plötzlich ist doch noch Platz für mein Fahrrad da. Aber es geht nicht ohne wenig hilfreiches Genörgel ab. Ich solle doch die Pedale abschrauben, den Lenker querstellen und die Kette abnehmen. Zum Schein gehe ich auf diese reichlich obskuren Wünsche ein und frage so ganz beiläufig, ob er mir denn bitte sehr mein Gepäck wieder auspacken könne weil dort auch das erforderliche Werkzeug sei. Das ist wohl doch zu unbequem und ich kann das Fahrrad ohne die gewünschten Maßnahmen im Bus verstauen!
Bis Timaru geht es durch eine zwar landwirtschaftlich interessante aber ansonsten recht langweilige Gegend. Die weiter folgende Strecke bis Dunedin führt durch recht reizvolles hügeliges Gelände. Wenn es mein Zeitplan erlaubt, sollte ich bei der Rückreise mindestens bis Omaru mit dem Rad fahren.
Donnerstag, 11.01. - 65 km
Ein Tag mit besten Wetterbedingungen kündigt sich an. Heute fahre ich daher über die Otago-Peninsula-Route. Ich lasse es recht gemütlich angehen. Die schöne Landschaft lädt ja auch an allen Ecken zum Verweilen, zum Anschauen ein. Dann noch ein kleiner Kaffeestop in Portobello und so kurz vor Mittag treffe ich dann am Royal-Albatross-Center ein. Na ja, die Gebühren sind nicht gerade "a bargain", aber es dient ja einer guten Sache und sehen möchte ich die Brutkolonie schon. Also schließe ich mich einer Führung an. Nach einem recht "lockeren" Einführungsvortag über Albatrosse im allgemeinen und die hier an Taerora Head im besonderen. können wir von einer Beobachtungsstation aus auf die Brutkolonie sehen. Leider macht keiner der Albatrosse auch nur den Versuch, den Besuchern zumindest seine gesamt Flügelspannweite vorzuführen, von einem "Demonstrationsflug" ganz zu schweigen!
Bei der Rückfahrt biege ich in Portobello auf die Highhill Rd. ab, eine etwas anstrengendere Route entlang des alten Kraterrandes. Für die stellenweise recht harten Anstiege wird man aber ständig mit phantastischen Ausblicken belohnt!
Ein schöner Tag, ein guter Auftakt der Radtour durch den "southernmost part of the south island". Jetzt habe ich auch gleich den Ärger über die seltsamen Diskussionen während der letzten Monatsversammlung unserer Segelflieger überwunden. Also die richtige Zeit für eine aus meiner Sicht abschließende Stellungnahme zum leidigen Thema innerhalb des Mitgliederbereichs unserer homepage. Das neulich gefundene Web-tool http:\\www2ftp.de macht's möglich!
12.Januar
Lazy day in Dunedin. Kleiner Bummel durch die Stadt. Irgendein Consultant Office bietet einen günstigen Internetzugang - also dann mal die gestern konzipierte Stellungnahme in den internen Sektor unserer homepage packen.
Dann mal durch einige Fahrradläden stöbern, ein paar Tipps zu lokalen Routen einholen und noch vorsichtshalber zwei zusätzliche Reserveschläuche kaufen.
Sanstag, 13. Januar - Ranfurly 87 km
Zunächst geht es mit der Taieri Gorge Bahn durch spektakuläre Landschaft bis Pukerangi. Ich spare mir für die erste "richtige" Etappe mit dem doch recht umfangreichen Gepäck die zunächst eingeplanten harten Anstiege. Aber die wirklich schöne Landschaft des Taieri Gorge ist eine vernünftige Alternative.
So gegen 12 Uhr bin ich dann in Pukerangi für die Weiterfahrt per Rad startklar. Zunächst will ich nur bis Middelmarch, dem ursprünglich für heute eingeplanten Etappenziel. Das Wetter hat sich positiv entwickelt. So entscheide ich mich nach einem kurzen Stop mit kleinem Imbiss in Middelmarch gleich bis Naseby oder Ranfurly durchzufahren. In Middelmarch gehe ich mal zur Probe auf den Trail auf der ehemaligen Bahnspur Richtung Cromwell. Die Piste ist sehr rauh. An vielen Stellen müssen Tore geöffnet und wieder geschlossen werden. Dafür sind dann die Steigungen deutlich flacher als auf der schön asphaltierten Straße. Nach knapp 20 km gehe ich dann wieder auf die Straße zurück. Aber dort holen mich bald wieder die teilweise doch recht anstrengenden Steigungen ein. Bei nächster Gelegenheit gehe ich dann wieder auf den Trail. Aber das jetzt befahrene Stück ist noch rauher und mit noch mehr Toren. Bei der Ortschaft Hyde verlasse ich den Trail endgültig, obwohl gleich hinter Hyde zwei lange und recht anspruchsvolle Steigungen auf dem Programm stehen, die bei Fahrt über den Trail vermieden werden!! Trotz der knapp 30 kg geht's recht ordentlich. Vermutlich habe ich schon bei der ersten Etappe wieder einen vernünftigen Rhythmus gefunden. Das Wetter hat sich sehr gut entwickelt, nur weit im Westen gehen heftige Regenfälle nieder. Vielleicht ist es noch westlich von meinem Tagesziel oder der Regen ist vorbei, wenn ich in diese Gegend komme. Alles schöne Wünsche! Die letzten 90 Minuten der heutigen Etappe muss ich bei starkem Regen zurücklegen. Und zu allem Überfluss kommt noch der eisige Südwest-Wind dazu! Mit meiner Ankunft in Ranfurly stoppt der Regen und für all' die Unannehmlichkeiten der letzten 90 Minuten werde ich mit einem herrlichen Regenbogen entschädigt.
Sonntag, 14. Januar - 91 km Alexandra
Auch heute sieht's nicht besonders einladend aus. Alles grau in grau. Bei leichtem Nieselregen fahre ich einige hundert Meter bis zum örtlichen Tearoom zu einem kleinen Frühstück. Zwischenzeitlich sind auch schon erste blaue Löcher in der Wolkendecke zu sehen. Es könnte also doch recht ordentlich werden, wenn's nur nicht so kalt wäre. Aber der Südwestener hat nicht nachgelassen. er ist eher noch stärker und kälter als gestern geworden. Na ja, ist hier wohl nicht so ganz ungewöhnlich. Irgendwo habe ich mal bei einer Tourbeschreibung die süffisante Bemerkung gelesen: bei ordentlichem Südwestener mit etwas masochistischem Touch. Wahrscheinlich haben wir heute ja noch keinen "ordentlichen" Südwestener. Aber zu allem Überfluss sehe ich heute nur Radler die mir recht entspannt entgegen kommen, ordentlich vom Rückenwind getrieben!
So etwa 25 km vor Alexandra wird's deutlich wärmer und nach Quartierbezug kann ich doch tatsächlich nur mit einem dünnen Hemd - ohne Jacke oder Fleecepullover - einen Rundgang durch Alexandra machen!
Montag, 15. Januar - 30 km
Kleine Rundfahrt über den Rail Trail (teilweise) nach Clyde und zurück über den Wanderweg am Clutha River. Das ganze war eine recht rauhe Angelegenheit, mehr für Mountainbikes aber durch sehenswerte Landschaft, teilweise mit deutlichen Spuren aus Zeiten des Goldrausches!.
Dienstag, 16. Januar - 95 km
Der Wetterbericht sieht gar nicht gut aus, Regen und starker Wind aus West - also genau da will ich hin. Aber es klart etwas auf, vielleicht wird's ja doch besser als vorhergesagt. Also man los! Der Regen stoppt tatsächlich und ich werde mal wieder mit einem schönen Regenbogen begrüßt. Die ersten knapp 10 km bis Clyde bleibt's trocken. Dann meldet sich jedoch unmissverständlich der Regen und mit starkem Wind dazu! Nun muss ich wohl dagegen anradeln, zumindest bis Cromwell. Sollte es zu unangenehm werden, kann ich ja in Cromwell irgendwo Quartier machen und dann halt morgen nach Queenstown fahren. Mit Erreichen der Region Cromwell gibt's eine deutliche Auflockerung. Ich entscheide, dann gleich bis Queenstwon durchzufahren. Die nächsten etwa 10 km bis zu der alten Goldmine im Karawau Gorge sind trotz des stärker werdenden Windes recht angenehm. Aber nach meiner Kaffeepause im Cafe der Goldmine wird's kontinuierlich schlechter. Erst setzt wieder beständiger Regen ein und dann frischt auch noch der Wind auf - streckenweise deutlich stärker als ein ordentlicher Mistral. Selbst in leichten Gefällestrecken muss ich kräftig in die Pedalen treten, um vom Wind nicht den Berg hinaufgeblasen zu werden. Zum Glück sind hier die Tage lang. Ich habe also ausreichend Zeit, noch bei Tageslicht irgendwo in Queenstown mein Quartier zu finden. Nach etwa 70 km zollt der starke Wind Tribut. Jede kleine Steigung wird zu einer mittleren Herausforderung. Ich sollte nicht mehr auf meinen Fahrradcomputer schauen, die aktuelle Geschwindigkeit ist manchmal nicht viel höher als eine durchschnittliche Fußgängergeschwindigkeit. Na gut, wegen meiner recht schlampigen Reisevorbereitung - na ja, warum bin ich auch nur zur Monatsversammlung der Segelflieger gegangen, oder besser: warum bin ich so lange geblieben? Es gab doch ohnehin nur unqualifizierte persönliche Angriffe von Scholz und Co. Und die Reaktionen von Rolf waren nun auch keine besondere Erbauung! - Aber was soll's. Mich hat niemand gezwungen, an diesem Theater teilzunehmen. Es hilft kein jammern und keine Schuldzuweisung, die unnötigen 6 bis 7 kg muss ich schon selbst über den nächsten Hügel bringen! Und wie man sieht, bin ich ja irgendwann in Queenstown angekommen. Es war ein recht harter Tag- aber am Ziel sieht das dann schon ganz anders aus: Aufgabe erfüllt - ein schöner Tag!! Dass ich gleich in Frankton bleibe liegt einmal an der schönen Lage des Motorkamps und an der Option von hier evt, direkt über die Route 6 nach Te Anau zu fahren. Wegen der letzten Regenfälle habe ich doch einige Vorbehalte zur Befahrung der dem Vernehmen nach recht schönen Gravelroad durch das Von-River Valley. Außerdem müsste ich am Lake Movaro zelten. Bei den aktuellen recht niedrigen Temperaturen auch keine besondere Einladung! Aber entscheiden werde ich mich erst morgen früh, vielleicht auch erst am Donnerstag - und bis dann bin ich wieder ordentlich ausgeruht!
Mittwoch, 17. Januar - 74 km
Die Backroad über den Lake Mavora ist mir bei der regenreichen Wetterlage der letzten Tage zu unsicher. Ich fahre über die für neuseeländische Maßstäbe recht stark befahrene SH 6 und SH 94. Auf dem ersten Teilstück bis Kingston herrschen noch recht moderate Windverhältnisse. Aber irgendwie steckt mir der gestrige "Ritt gegen den Wind" noch in den Knochen. Auch relative kurze Steigungen erscheinen mir recht anstrengend. Nach einer ausgiebigen Mittagspause in Kingston geht's dann weiter. Für eine kurze Strecke noch in einer windgeschützten Senke und dann nach der nächsten Steigung begrüßt mich an der Kuppe wieder ein recht heftiger Wind. Nicht so barbarisch wie gestern - aber doch recht deutlich wahrnehmbar. Unter diesen Bedingungen entscheide ich mich in Athol für heute Schluss zu machen. Im lokalen Tearoom fällt mir dann die heutige Tageszeitung in die Hände. Und was dort über das gestrige Wetter berichtet wird, gibt dem von mir als recht stark empfundenen Gegenwind eine ganz andere Dimension. Es wird von erheblichen Schäden in Central Otago berichtet, die Spitzengeschwindigkeiten sollen bei 170 km/h gelegen haben. Bei dieser Beurteilung darf ich auch heute noch "etwas" müde sein. Und die Beendigung der Tagesetappe nach gut 70 km ist dann ja wohl auch nicht durch ein besonderes Formtief verursacht. Die Wetterlage fordert halt ihren Tribut!
Donnerstag, 18. Januar - 101 km
Es ist noch recht kühl. Aber die Wetterlage scheint sich deutlich gebessert zu haben. Zunächst muss ich noch über den Dome-Sattel und noch so eine kleinere Steigung. Dann geht's bis Mossburn eigentlich nur noch in leichter Neigung bergab - gut, hier gibt's immer wieder mal zwischendurch Steigungen, aber die Tendenz ist klar: abwärts!
In Mossburn komme ich recht früh an. Nach einer ausgiebigen Mittagspause entscheide ich mich, heute direkt bis Te Anau zu fahren. Es sind noch gut 60 km. Abgesehen von zwei größeren Steigungen zieht sich die Straße in großen Wellenbewegungen dahin. Es geht immer mal etwas aufwärts und dann folgt wieder ein schöner downhill. Das Wetter wird ständig angenehmer. Der Wind schläft nahezu ein und die Temperaturen werden richtig sommerlich.
Bis zum Beginn der Hollyford-Wanderung habe ich jetzt 3 Tage zum gemütlichen ausruhen hier in Te Anau zur Verfügung.
Freitag, 19. Januar
lazy day in Te Anau
Samstag, 20. Januar
Guided Day-Walk Milford-Track
per Kleinbus bis Te Anau Downs, dann per Boot bis zum Beginn des Tracks / Mündung Clinton River entlang eines Streams bergan zur Picknick-Pause, zurück bis zur Swingbridge und dann weiter bis zur Clinton Hut mit Abstecher zum Wetland-Track. Anschließend zurück über den "normalen" Milford-Track bis zum Boot. Rest wie Anreise.
Alles bei besten Wetterbedingungen. Kleine Gruppe mit sachkundigen Guides. Kurzum: eine gelungene Sache!
Sonntag, 21. Januar
Mit kleiner Gruppe Milford Cruise. Während der Fahrt zum Milford Sound heftiger Regen. Die kurzen Stopps unterwegs sind mehr oder weniger im Regen untergegangen, aber in dieser Landschaft hat auch heftiger Regen seinen besonderen Reiz!
Mit der Ankunft am Milford Sound setzt kontinuierliche Wetterbesserung ein. Die zunächst kleinen blauen Löcher werden größer bis schließlich der Sonnenschein überwiegt. Wieder einmal ein gelungener Tag!
Montag, 22. Januar
Heue wird's mal wieder ein recht geruhsamer Tag in Te Anau. Heute Abend ist das Pre-Walk-Meeting für den Hollyford Track. Außerdem muss ich vom YHA ins Luxmore umziehen. Dann noch rasch zum Friseur und einige kleine Besorgungen.
Beim Beladen meines Rades bin ich heute morgen mit zwei anderen Gepäckradlern ins Gespräch gekommen. Eine junge Japanerin auf dem Weg über Queenstown und Wanaka an die West Coast und ein junger Engländer dessen weitere Reiseroute mit meiner eigenen Planung nahezu identisch war. Wir konnten trotzdem die nächste Etappe nicht gemeinsam fahren, da ich morgen früh für die nächsten 4 Tage auf den Hollyford Track gehe und ich mir auch noch die Option nach Deep Cove am Doubtful Sound zu gehen, offen halten möchte. Also: see you and have a nice trip!
Dienstag 23. Januar
mit bedecktem Himmel und recht "feuchter" Vorhersage haben wir Te Anau mit dem Bus in Richtung Hollyford Valley verlassen. Nach dem nahezu "obligatorischen" Stopp bei Murrey Gunn ging's dann weiter bis zum Ende der Hollyford Road um dort die Wanderung zu beginnen. Für gut eine Stunde konnten wir noch bei recht angenehmen Bedingungen laufen. Dann setzte leichter Regen ein der sich nach und nach zu einem recht heftigen Dauerregen entwickelte. Nach der Lunchpause war der Track stellenweise sehr nass und aufgeweicht. Über längere Strecken musste man gleich durch riesige Wasseransammlungen bis hin zu kleinen Streams laufen. Kurz vor der Pyke Lodge musste dann auch noch ein deutlich "wahrnehmbarer" Stream durchquert werden. Aber dann erwartete uns eine ordentliche Lodge und die ausgesprochen gute Gastfreundschaft von Dagmar.
Mittwoch, 24. Januar
Spaziergang bis Lake Alabaster und zur längsten Swingbridge in Fjordland anschließend per Jetboat bis kurz vor Martinsbay, dann etwa 1 Std. Wanderung zur Lodge.
Nach dem Mittagessen Wanderung zur Mündung des Hollyford River in die Tasmnan Sea und weiter bis zu einer Sealkolonie bei Long Reef. Anschließend bis zur Lower Boat Landing und dann per Boot zurück zur Lodge.
Über den ganzen Tag war heute Sonnenschein mit etwa 3/8 Bewölkung.
Donnerstag, 25. Januar
Es regnet mal wieder. Aber das soll uns nun wirklich nicht von einer Wanderung über das schöne Dünengebiet an der Mündung des Hollyford Rivers abhalten.
Mit dem Jetboat fahren wir zur Düne und haben dann rund 4 Stunden Zeit bei leichtem Regen in dieser herrlichen Landschaft zu wandern und uns so einiges aus den frühen Zeiten erzählen zu lassen.
Freitag, 26. Januar
Die Nacht war sternenklar und auch der heutige Tag sieht recht vielversprechend aus. Mit etwas Glück sollten wir den Rückweg bis zum "Road end" doch ohne Regen schaffen. Bis auf eine kurze Regeneinlage können wir den Rückweg tatsächlich bei besten Bedingungen laufen. Wir sehen heute wiederholt Vögel: white Heron gleich beim Start, dann Fantails, Robins, Bellbirds, Woodpigeon. Auch zur Pflanzenbetrachtung haben wir heute mehr Muße. Trotz allem sind wir recht schnell und kommen so gegen 14:30 Uhr am "Road End" an.
Samstag, 27. Januar - 22 km
Eine kurze Etappe bis Manapouri. Eigentlich wollte ich nur die verfügbaren Optionen für einen Abstecher in den Doubtful Sound klären um dann evt. für Morgen eine entsprechende Fahrt oder was immer verfügbar sein sollte zu buchen. Aber ich bin mal wieder zur rechten Zeit am rechten Ort! Wir haben wieder bestes Wetter, strahlend blauer Himmel mit etwa 4/8 Bewölkung. Na gut, der Wind war schon etwas heftig und kam - natürlich - aus der falschen Richtung. Aber das ist ja mit der Ankunft in Manapouri für heute erledigt.
Die netten Leute im Büro von Fjordland Travel können mir zwar nicht meine erste Wahl, das Arrangement mit dem Aufenthalt im Deep Cove Hostel, anbieten, da hier leider bereits gestern die Sommersaison beendet wurde. Aber es haben gestern zwei Leute ihre Buchung für die Overnight Cruise storniert. Diese Cruise startet in 40 Minuten. Mein überzähliges Gepäck und mein Fahrrad kann ich bis zur Rückkehr im Büro lassen. Na also, da gibt es doch gar nichts zu überlegen, selbstverständlich buche ich diese Tour. Den Doubtful Sound bei diesem Wetter zu erleben und gleichzeitig weiteren terminlichen Spielraum für den Besuch von Stewart Island zu gewinnen, besser kann es doch gar nicht gehen!
Schon die Überfahrt über den Lake Manapouri ist sehr beeindruckend, dann die Busfahrt über den Wilmot Pass bis zum Sound ein weiterer Glanzpunkt. Am Sound wartet das kleine Boot auf uns. Wir sind 7 Gäste plus Schiffsführer und Schiffskoch. Die Fahrt bis zum Ankerplatz führt durch beeindruckende Landschaft. Am Ankerplatz besteht die Möglichkeit, mit Seekajaks die nähere Umgebung zu erkunden. Ich bleibe jedoch an Bord und genieße die absolute Ruhe des Doubtful Sound. Die einzigen Geräusche sind der leichte Wellengang, der leichte Wind und - sonst nichts!
Sonntag, 28. Januar
Nach einer angenehm ruhigen Nacht an unserem Ankerplatz fahren wir heute durch den Sound bis zur Einmündung in die Tasman Sea. Heute können wir einige Pinguine sichten, nachdem wir gestern eine größere Anzahl Delphine sehen konnten. Gegen Mittag ist die Doubtful Sound Cruise zu ende. Mit dem Bus geht es zurück über den Wilmot Pass zu dem Boot das uns über den Lake Manapouri zurück nach Pearl Harbour bringt.
Montag, 29. Januar - 87 km Tuatapere
Die gestern Abend von Westen aufgezogene Bewölkung hat sich wieder weitgehend aufgelöst. Es herrschen erstmals über den ganzen Tag recht angenehme Temperaturen - oder habe ich mich nur an die vorherrschend recht niedrigen Temperaturen gewöhnt? Wie dem auch sei, nach dem Frühstück geht es bei besten Bedingungen weiter in Richtung Süden. Bei angenehmen Rückenwind komme ich recht gut voran, obwohl häufig Mulden mit anschließenden Wiederaufstiegen durchfahren werden müssen. Am Red Cliff Wettland Area mache ich eine erste kürzere Rast. Leider waren in dieser Zeit keine der hier sonst in großer Zahl ansässigen Wasservögel zu beobachten. Dann ging es weiter mit einem erwähnenswerten Aufstieg über den Jericho Hill. Daran anschließend folgt wieder angenehm rollendes Gelände wiederum mit einigen Mulden und den dann unvermeintlichen Wiederanstiegen. An der alten Suspension Bridge bei Clifton mache ich eine weitere kurze Pause bevor es auf die letzten Kilometer nach Tuatapere geht. Kurz vor Tuatapere gibt's einen leichten Anstieg, treppenartig in 4 Sektionen. Und zu meiner Überraschung weht mir an der Kuppe seltsamerweise ein recht heftiger Wind entgegen. So muss ich die letzten ca. 7 km mit deutlichem Gegenwind fahren. Die Option, evt. bereits heute bis Riverton zu fahren verwerfe ich mal schnell und mache für heute in Tuatapere Station.
Dienstag, 30. Januar - 54 km
Auch heute haben wir wieder beste Wetterbedingungen. Ich habe nur eine kurze Etappe bis Riverton eingeplant und kann es daher recht ruhig angehen lassen. Nach gut 10 km komme ich an einen Aussichtspunkt mit einem schönen Blick auf eine weit gespannte Bucht. Hier an dieser Stelle soll das erste oder zumindest eines der ersten Kanus der einwandernden Maoris beim Landeversuch von einer großen Welle erfasst worden und dann gestrandet sein. Wenige Meter landeinwärts ist ein Hügel, der mit etwas Phantasie einem nach einem Überschlag gestrandeten Kanu recht ähnlich sieht. In der Mythologie der Maoris ist dieser Hügel das Stein gewordene erste Kanu, das Neuseeland erreichte.
Dieser Hügel stellt dann auch den ersten kleinen Anstieg der heutigen Etappe dar. Es folgt schön rollendes Gelände und später sind wieder mehrere Mulden mit anschließenden - teilweise recht steilen - Aufstiegen zu durchfahren. Bei Colac Bay mache ich eine weitere kleine Pause in einem Tearoom direkt am Beach. Auch die restlichen etwa 10 km bis Riverton sind wieder mehr oder weniger angenehm rollenden Gelände.
Bei den zunächst ausgewählten Unterkünften in Riverton finde ich keine Ansprechpersonen, obgleich die Betriebe offenkundig geöffnet sind und auch noch frei Räume haben. Nach dem zweiten Anlauf gebe ich es hier auf und fahre etwa 3 km bis zu einem schön gelegenen Motorkamp in der Nähe der Riverton Rocks.
Mittwoch, 31. Januar - 52 km
Starke Bewölkung und leichter Nieselregen begrüßen mich. Aber es sind ja nur etwa 40 km bis Invercargill. Es kommt jedoch nicht so schlimm. Ich kann mal wieder einen schönen Regenbogen sehen - und das ist dann auch schon nahezu alles was ich von der Regenfront zu erwarten habe. Irgendwo im Osten, so halbwegs in Richtung Invercargill, stehen recht mächtige dunkle Wolken aber bis ich in diese Gegend komme, kann das schon wieder ganz anders aussehen!
Nach etwa 2 Stunden Fahrzeit komme ich tatsächlich trocken in Invercargill an. Bis auf die letzten paar Kilometer hatte ich Seitenwind mit einer leichten Rückenwindkomponente. Dann musste ich den Rest voll gegen recht starken Wind fahren. Aber es war ja nur eine recht kurze Teilstrecke. Nach Quartierbezug habe ich mich etwas in der Stadt umgeschaut und bei der Visitor Information meinen Ausflug nach Stewart Island organisiert. Ansonsten war es ein geruhsamer Nachmittag in Invercargill.
Donnerstag, 1. Februar - 35 km
Der Tag fing gleich mit einer Panne an. Die Leute vom Shuttle-Service haben schlicht und einfach den vereinbarten pick-up Termin übersehen. Und jetzt ist es auch zu spät, die Fähre per Taxi zu erreichen. Na ja, dann mal zunächst zur Visitor Information um die Sache aufzuklären und eine passende Alternative zu organisieren. Mit der Nachmittagsfähre möchte ich nicht fahren. Dann bliebe mir für heute nur der Abend auf Stewart Island. Dafür ist mir der Aufwand für die Unterkunft zu hoch. Aber es besteht ja die Möglichkeit, die ganze Sache um einen Tag zu verschieben.
Für heute verbleibt dann eine kurze Ausfahrt in Richtung Bluff. Die Straße wird von vielen schwer beladenen LKW's befahren (keine besondere Überraschung, denn in Bluff ist ein Hafen) und außerdem sieht es in Richtung Bluff nach reichlich Regen aus. Ich kehre daher nach etwa 16 km wieder um und fahre an den Rand der großen Flussmündung, die bei Ebbe über eine sehr große Fläche trocken fällt. Das ganze Gebiet ist von einer großen Anzahl und Artenvielfalt an Wasservögeln belebt. Leider kann ich nur wenige Vögel von der Straße aus beobachten. Der eigentliche Zugang zu diesem Gelände ist leider aus nicht näher bezeichneten "Sicherheitsgründen" gesperrt. Dann bleibt halt noch ein Besuch im Southland Museum und ein Spaziergang durch den angrenzenden großzügig angelegten Park.
Freitag, 2. Februar
Heute ist der Shuttle Service pünktlich. Nach dem Einsammeln der verschiedenen Fahrgäste geht's entlang der Küstenstraße nach Bluff zum Ferry Terminal. Mit dem gestrigen Abbruch der Radausfahrt habe ich in der Tat nicht allzu viel verpasst. Die Strecke bis Bluff ist nicht besonders reizvoll und auch heute ist wieder recht starker LKW-Verkehr.
Also dann mal auf nach Stewart Island. Am Ferry Terminal in der Halfmoon Bay auf Stewart Island holt mich meine Gastgeberin ab und erzählt so nebenbei, dass gestern die Überfahrt von Bluff wohl wegen des starken Windes recht rauh gewesen sein soll. Außerdem habe es gestern sehr stark geregnet. Na ja, wenn das so ist, müsste ich ja eigentlich den Leuten vom Shuttle Service dankbar sein, dass ich gestern einfach "vergessen" wurde!
Die Unterkunft liegt nur wenige Minuten Fußweg vom Terminal entfernt an einem schönen Hang mit herrlicher Aussicht auf die Halfmoon Bay. Das Zimmer ist ebenfalls sehr schön eingerichtet. Es sieht ganz so aus, als ob es auch durch die Familie selbst genutzt wird.
Nach dem Begrüßungstee und etwas small talk mache ich mich auf den Weg um etwas von der Insel, der Flora und Fauna, zu sehen.
Ich gehe zunächst bis zum Ackers Point Lighthouse und dann über Rangirangi Beach, Deep Cove und Golden Bay zurück zur Halfmoon Bay.
Neben einigen Shags kann ich Fantails, Wood Pigeons. longtailed Coucous, Oyster catcher und diverse Möwenarten sehen. Auch die Pflanzenvielfalt auf diesem kurzen Wanderweg ist recht beeindruckend.
Das Wetter bleibt über den ganzen Tag - von einigen wenigen Regentropfen abgesehen - sehr angenehm. Kurzum - ein guter Auftakt für den Kurzbesuch auf Stewart Island!
Samstag, 3. Februar
Über nacht ist ein recht stürmischer Wind von Westen hereingezogen. Die für heute vom DoC geplanten Excursionen zum Ulva Island wurden wegen der vorliegenden Sturmwarnungen abgesagt. Ich habe dann trotz des regnerischen Wetters eine ausgedehnte Wanderung durch die Horseshoe Bay und weiter über Garden Mound und Little River bis zur Lee Bay und zurück gemacht. Insbesondere das Teilstück über den Garden Mount war sehr schön. Das Gelände steigt von etwa 30 m NN auf 165 m NN an und führt durch einen Wald mit noch recht vielen und sehr schönen alten Rimu. Vereinzelt konnte auch die Southern Rata in voller Blüte und ein reichhaltiger Vogelbestand beobachtet werden.
Nach der ursprünglichen Planung wäre heute meine Rückreise über die Foveux Strait gewesen. Bei den heute herrschenden Wetterbedingungen mit 50 kt Wind und Wellen von 4-5 Meter habe ich wohl nicht allzu viel versäumt. Für morgen wird eine Beruhigung des stürmischen Wetters angekündigt. Vielleicht habe ich ja wieder einmal Glück und kann die Rückfahrt mit dem Boot bei halbwegs erträglichen Wetterbedingungen machen.
Sonntag, 4. Februar
Das Wetter hat sich deutlich verbessert. Der starke Wind hat nachgelassen und morgens gibt's auch einige Aufhellungen - ja, es zeigt sich sogar die Sonne!
Also noch einmal Gelegenheit zu einem weiteren Rundgang. Ich gehe zunächst zur Golden Bay und entscheide mich dann für den Ryans Creek Walk, für den 3 Stunden angegeben sind. Genau die richtige Zeit um mit einer sinnvollen Zeitreserve vor Abfahrt der Fähre wieder zurück zu sein.. Für gut eine Stunde folgt der Track der Küstenlinie um dann über einen Hügel zurück zur Halfmoon Bay zu führen. Der Track ist stellenweise sehr matschig. An anderen Stellen wird der labile und stets feuchte Untergrund mit aufgeständerten Stegen überbrückt. Soweit der Weg durch dichten Wald führt, stört der wieder einsetzende Regen in keiner Weise. Lediglich an den Lichtungen und auf dem letzten Stück über die Straße zurück zur Halfmoon Bay spüre ich den Regen deutlich und werde auch. noch reichlich nass. Aber zum Glück kommen da zufällig meine lokalen Gastgeber mit dem Auto vorbei. So kann ich mir die restlichen etwa 2 km bis zur Unterkunft sparen und nehme gerne das Angebot an, im Auto mitzufahren.
Bevor ich mich dann zur Fähre aufmache gibt's noch Tea und etwas nette Unterhaltung mit den Gastgebern.
Insgesamt war der kurze Abstecher nach Stewart Island eine gute Bereicherung dieser Rundreise. Obgleich ich nur mehrere relativ kurze Wege gegangen bin, habe ich doch einen recht positiven Eindruck von dieser Insel gewonnen. Klar, es gab mal wieder reichlich Regen. Aber ohne diesen ständigen Feuchtigkeitsnachschub gäb's auch nicht soviel frisches Grün auf dieser Insel. Vielleicht nicht der richtige Ort für Rheumatiker oder Leute mit ähnlichen Beschwerden - mir hat's jedoch sehr gut gefallen!
Montag, 5. Februar - 97 km
Heute geht's in die Catlins, eine Region mit herber Schönheit. Was mich dort hinsichtlich der Topografie erwartet, mag man aus einer kurzen einleitenden Beschreibung aus einem Buch über die Catlins entnehmen: "Where the land has been uplifted, buckeld and folded in a particular way".
Ich breche recht früh in Invercargill auf um genügend Zeitreserven für alle Eventualitäten zu haben. Die Wettervorhersage ist recht freundlich und mit dem Süd-West-Wind habe ich für den größten Teil der Strecke eine gute Rückenwindkomponente. Bis Fortrose zieht sich das Gelände in leichten Wellen dahin. Entsprechend flott komme ich voran. Dann folgt eine Passage mit recht deutlich spürbarem Gegenwind die von einem größeren Stück mit einigen steileren Anstiegen abgelöst wird. Trotz einer längeren Pause in Tokanui bin ich recht früh in Waikawa. Leider ist jedoch weit und breit keine Unterkunft zu finden. Morgen ist mit dem Waitangi Day ein Feiertag, der offensichtlich von vielen Neuseeländern zu einem verlängerten Wochenendurlaub genutzt wird. Das lokale Informationsbüro empfiehlt mir, zurück nach Slope Point zu fahren. Da sind wohl noch einige Backpackerunterkünfte verfügbar. Der Weg führt an Curio Bay vorbei so etwa 20 km über eine Gravelroad. Da ich in der ursprünglichen Reiseplanung einen Stop im Camp an der Curio Bay vorgesehen hatte, fahre ich mal los in Richtung Curio Bay. Die Straße stellt sich sehr bald als wenig angenehm zu befahren heraus. Ich verwerfe daher die Idee bis Slope Point zu fahren und schlage heute mal mein Zelt in Curio Bay auf. Das erspart mir auch den Rückweg über nochmals 15 km Gravel für die Weiterreise.
In der Porpoise Bay, östlich des Camps, können häufig Hector Dolphins gesehen werden, während die Curio Bay westlich des Camps mit einem versteinerten Wald - so etwa 170 Mio Jahre alt - und einer Kolonie von Gelbaugen Pinguinen aufwartet. Trotz eines ausgedehnten Strandspaziergangs an der Porpoise Bay kann ich keinen Delphin sichten. Vielleicht liegt es am Wetter oder es ist die falsche Tageszeit. Dafür habe ich an der Curio Bay mehr Erfolg. Na gut, was den versteinerten Wald betrifft ist das nicht verwunderlich. Aber ich komme genau zur rechten an die Beobachtungsplattform um einen von See kommenden Yellow-eyed Penguin auf dem Weg zum Nest zu beobachten. Später kann ich dann nochmals mehrere Pinguine dicht bei den im Flachsgebüsch versteckten Nestern beobachten.
Dienstag, 6. Februar - 47 km
Gestern Abend und während der Nacht sind heftige Regenfälle niedergegangen. Heute morgen ist es zum Glück trocken aber relativ kühl.
Vor mir liegt eine Strecke mit mehreren steilen Anstiegen und ein größeres Stück über eine stellenweise recht rauhe Gravelroad. Dann sind da noch einige Kilometer mit starkem Gegenwind. Entsprechend langsam komme ich heute voran. Im Verlaufe des Vormittags hat sich das Wetter deutlich verschlechtert. Es ist kälter geworden und die Regenschauern werden heftiger und dauern länger an. In Papatowai mache ich für heute Station. Wegen der anhaltend unfreundlichen Witterung verzichtet ich auf weitere Outdoor-Aktivitäten und richte mich lieber auf einen ruhigen Nachmittag im recht angenehmen Motel ein.
Mittwoch, 7. Februar - 67 km
Der Tag beginnt mit einer kleinen Überraschung. Der vordere Reifen hat nur noch recht wenig Luftdruck. Mit ordentlichem Aufpumpen ist die Sache nicht zu beheben. Also mal nachsehen - und wieder ist der Defekt unmittelbar am Ventil. Reparatur nicht möglich. Aber zum Glück habe ich ja in Dunedin noch zwei zusätzliche Schläuche gekauft!
Dann geht's mit etwas Verspätung los. Es weht ein recht kalter Wind und nach der Vorhersage sollte es zwar ein recht starker aber immerhin Rückenwind sein. Der Wind ist sehr böig und je nach Verlauf der Straße habe ich manchmal Rückenwind, häufig unangenehm böigen Seitenwind und zum Glück auch einige Passagen mit einer guten Rückenwindkomponente. Dann sind da heute noch so einige steile Anstiege und zahlreiche kleine Wellen zu bewältigen. Insgesamt komme ich recht langsam voran. Den Abstecher zu den Purakaunui Falls erspare ich mir. Hierzu hätte ich statt der ordentlichen Asphaltstraße gut 20 km auf einer teilweise recht rauhen Gravelroad fahren müssen. Und für ein schönes Foto von diesem Wasserfall ist das Wetter nun gerade auch nicht besonders geeignet. Ich belasse es daher bei einem Besuch des Matai und des Horseshoe Falls.
Kurz vor Mittag bin ich in Owaka. In einem netten Gasthaus mache ich es mir zu einer Tasse Kaffe vor dem heftig lodernden offenen Kamin recht gemütlich. Wir haben zwar Hochsommer, aber hier und heute ist es reichlich kalt. Da kommt so ein schönes und wärmendes Feuer gerade recht!
Nach der Pause breche ich auf um gleich bis Balclutha durchzufahren. Aber schon an der Abzweigung nach Kaka Point ändere ich meinen Entschluss. Vor mir liegt eine schöne sealed Road in Richtung Kaka Point. Da fällt es mir leicht, diesen Weg zu wählen. Falls ich in Kaka Point keine Unterkunft finden sollte, kann ich dann ja weiter auf diesen schönen sealed Road mit einer nur um knapp 10 km längeren Route nach Balclutha fahren. Aber es kommt mal wieder anders. Nach knapp 4 km ended die sealed Road und vor mir liegen gut 10 km Gravel Road unbekannter Qualität. Aber zu meiner Überraschung ist der Zustand überwiegend gut und lässt sich auch mit einem reichlich beladenen Fahrrad gut bewältigen. Na ja, verwunderlich ist das nicht, denn schließlich geht es im wesentlichen hinab. aus den Hügeln an den Strand!
In Kaka Point muss ich so einiges hin und her fahren um eine vernünftige Unterkunft zu finden. Schließlich entscheide ich mich für ein kleines Hostel mit einer herrlichen Aussicht über die weite Bucht, bis hinaus zu Nugget Point. Einschließlich einer Ausfahrt zu Nugget Point kommen heute 67 km zusammen.
Donnerstag, 8. Februar - 22 km
Heute geht es bei teilweise recht heftigem Gegenwind über die wenig befahrene Nebenstrecke von Kaka Point nach Balclutha. Obwohl die Topografie keine größeren Anstrengungen fordert, benötige ich für die relativ geringe Distanz bis Balclutha wegen des auf weiten Streckenteilen starken Gegenwindes annähernd zwei Stunden. Bei der Ankunft in Balclutha entschließe ich mich nicht mehr bis Dunedin zu fahren, sondern bereits von hier den Bus nach Christchurch zu nehmen. Atmoic Shuttle ist für die nächsten Tage bereits ausgebucht und auch mit der Bahn besteht erst in einigen Tagen eine Transportmöglichkeit für mein Fahrrad. So bleibt mir nur noch der Nachtbus - zwar nicht die bequemste dafür aber die schnellste Möglichkeit nach Christchurch zu kommen.
Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob ich die bis zum Start der Banks Wanderung verbleibende Zeit für eine Excursion über den Arthur Pass oder nach Kaikoura zur Walbeobachtung nutze.
Freitag, 9. Februar
Etwas übermüdet komme ich mit dem Nachtbus in Christchurch an. Die nächsten zwei Stunden muss ich irgendwie über die Runden bringen, dann kann ich mit dem YHA die Unterkunft und anschließend mit der Visitorinformation den Transfer nach Kaikoura klären. Wale sollen ja zur Zeit in den Küstengewässern vor Kaikoura anwesend sein.
Die Suche nach einem Ersatz für den gestern endgültig unbrauchbar gewordenen Hinterbauständer gestaltet sich auch in Christchurch recht schwierig. Hier in Neuseeland scheint diese Ständerart kaum gebräuchlich zu sein. Erst im 6. Fahrradladen werde ich fündig und das ist wohl mehr Zufall. In diesem Laden steht ein Rad mit einem solchen Ständer. Der Händler bietet mir sofort an, diesen Ständer von seinem Rad ab- und an mein Rad anzubauen. Und wie er so nebenbei bemerkte, wird es ohnehin niemandem auffallen, wenn auch dieses Rad mit dem allgemein üblichen Mittelständer ausgerüstet ist.
Im übrigen genieße ich das angenehme sommerliche Wetter mit einem ausgiebigen Bummel durch Christchurch.
Samstag, 10. Februar
Mit dem Bus ging's heute nach Kaikoura. Zurück werde ich mit dem Rad fahren. Vielleicht nehme ich dazu den etwas "hügeligen" Weg über den SH 70 nach Hanmer Springs.
Etwa 20 km vor Kaikoura macht der Bus eine Kaffeepause. Das einladend schöne Sommerwetter veranlasst mich, bereits hier den Bus zu verlassen und den Rest der Strecke nach Kaikouro mit dem Rad zu fahren. Es ist eine sehr schöne Strecke unmittelbar an der Küstenlinie. Die Kaikoura Range liegt hier so dicht an der Küste, dass an einigen Stellen kurze Tunnel durchfahren werden müssen. Einige Kilometer vor der Ortschaft liegt der kleine Flugplatz von Kaikoura. Von dort startet "Wings over Whales" zu Walbeobachtungsflügen. Ich halte mal kurz an um mich über die bestehenden Möglichkeiten zu informieren. In etwa einer halben soll der nächste Flug starten und es sind auch noch einige Plätze verfügbar. Besser kann es für mich gar nicht kommen. Die Wetterbedingungen sind hervorragend. Beste Flug- und Sichtbedingungen. Mit dem Flug kann ich die Walbeobachtung gleich mit einem Panoramablick auf die Kaikoura Range und über die Kaikoura-Halbinsel verbinden. Während des Fluges können wir dann auch zwei der riesigen Sperm whales (Pottwale) beobachten. Und auch der Blick über die gesamte Kaikoura-Region ist sehr beeindruckend.
Nach Bezug des Quartiers kleine Erkundung Kaikouras. Nach einer Pause in einem netten Lokal mit ordentlichem Seafood Chowder, einem guten Glas Wein und einer ausgesprochen freundlichen Bedienung bin ich auch noch zur Whale Watch, ein Unternehmen das Walbeobachtung per Boot anbietet, gefahren und habe mich letztlich dazu entschossen, die offensichtlich in der Kaikoura-Bucht anwesenden Wale auch aus dieser Perspektive zu sehen. Insgesamt habe ich damit zwar einen relativ hohen - auch finanziellen - Aufwand getrieben, aber es wahr schon sehr beindruckend, diese großen Meeressäuger aus so geringer Entfernung zu beobachten. Insbesondere die Tauchvorgänge mit dem spektakulären Anheben der Schwanzflosse war vom Boot aus wesentlich besser als vom Flugzeug aus zu beobachten. Andererseits konnte vom Flugzeug aus der für den nächsten Tauchgang Sauerstoff aufnehmende Wal in seinem ganzen Ausmaß einschließlich der in dieser Phase unter der Wasseroberfläche verbleibenden Schwanzflosse gesehen werden. Kurzum, die Kombination dieser beiden Beobachtungsarten hat sich recht gut ergänzt.
Neben den Walen konnten noch eine große Anzahl Fur Seals sowohl im Wasser als auch auf den Ruhefelsen und zahlreiche Seevögel gesehen werden. Die in der Bucht auch vorkommenden Dusky Dolphins waren leider nicht zu sehen.
Sonntag, 11. Februar - 15 km
Kurze Ausfahrt zur Organisation des Tages und Routenklärung für den Weg zurück nach Christchurch.
Mittags für einige Stunden eine fast private Eco-Tour über privates Farmland zu einem kleinen See mit einem recht vielseitigen Vogelbestand. Mit einem von einem sehr geräuscharmen Elektromotor angetriebenen Aussichtsponton können wir uns vielen Vögel bis auf sehr geringe Distanzen nähern. Entsprechend eindrucksvoll waren die Beobachtungen,
Anschließend lasse ich mich bereits am South Beach absetzen und nutze die noch verbleibende Niedrigwasser-Phase um über den Shoreline Walk zurück zu meiner Unterkunft in Kaikoura zu laufen. Auch hier kann wieder reichlich Tierwelt beobachtet werden. Am Rande der Fur Seal Kolonie führt der Wanderweg für einige Hundert Meter durch einen sehr zerklüfteten und daher wenig übersichtlichen Abschnitt. Hier bin ich einem in einer von mir nicht einsehbaren Mulde liegenden recht großen Fur Seal sehr nahe gekommen, ja man könnte fast sagen, ich bin ihm beinahe über die Flossen "gelatscht". Nicht ohne Grund wird auf verschiedenen Hinweistafeln darauf verwiesen, zu diesen Tieren einen Abstand von mindestens 10 m einzuhalten. Meine unbeabsichtigte nähere Begegnung mit einem dieser Tiere wurde dann auch mit kräftigem Fauchen beantwortet. Ich habe mich dann schleunigst entfernt und das Tier hat's dann bei dieser Drohgebärde und einigen weiteren kritischen Blicken bewenden lassen.
Heute komme ich den Seals so nahe, dass es bei Unachtsamkeit oder Leichtsinn vielleicht kritisch werden könnte. Wenn ich daran denke, welche Mühe wir uns in Martins Bay gemacht haben, um diese Tiere überhaupt zu sehen!
Na, so ist das halt. Man kann nichts erzwingen. Manchmal ist Tierbeobachtung eine Frage von Geduld und Glück und manchmal sieht man Tiere in Überfluss.
Montag, 12. Februar
lazy day in Kaikoura. Kleiner Spaziergang zur Sealkolonie und auf den Hill Track. Hier herrscht ein recht unangenehmer kalter Wind. Und dafür bin ich jetzt nicht richtig ausgerüstet. Also wieder zurück auf eine windgeschützte Terrasse zu einer Tasse Tee.
Dienstag, 13. Februar - 95 km
Der Regen hat sich gestern tatsächlich von Norden kommend nur bis zu den Bergen nördlich von Kaikoura ausgebreitet. Gestern Abend sind zwar die Wolken auch in die Kaikoura-Bucht hineingezogen aber über nacht hat sich alles in Wohlgefallen aufgelöst. Nur eines hat sich für mich zum Nachteil entwickelt: heute kommt der Wind aus Süd-West. Also muss ich mich mal wieder auf eine Gegenwindetappe einstellen. Dann kommen noch so einige Hügel - also nicht die besten Bedingungen für eine besonders lange Etappe. Aber dazu besteht ja auch kein Anlass. Für die Fahrt zurück nach Christchurch kann ich mir sehr viel Zeit lassen. Heute geht's daher nur bis Cheviot. Das sind so etwa 75 km. Das schöne Sommerwetter lädt dann noch zu einem Abstecher nach Gore Bay. Insgesamt zeigt dann der Computer für heute 95 km an.
Mittwoch, 14. Februar - 71 km
Es kündigt sich sehr sommerliches Wetter an. Schon frühmorgens angenehme Temperaturen. Vielleicht sollte ich doch noch einen Abstecher nach Hanmer Springs machen. Dazu müsste ich zwar knapp 20 zurück in Richtung Kaikoura fahren um dann in die Verbindungsstrasse zum SH 70 Richtung Waiau einzubiegen. Nach den gestrigen Wetterbedingungen dürfte ich auf diesem Teilstück Rückenwind erwarten, also eine einfache Entscheidung!
Dann mal los. Aber was erwartet mich nach Einbiegen in den SH 1 in Richtung Norden - natürlich Gegenwind. Na ja es ist ja nicht so weit und für die Verbindungsstraße dürfte dann Seitenwind mit recht beachtlichen Anteilen an Rückenwindkomponente zu erwarten sein. Also bleibe ich bei meinem Entschluss. Trotz des durchaus spürbaren Gegenwindes komme ich recht ordentlich voran. Dann biege ich in die Verbindungsstraße in Richtung Westen ab und nach einigen Kurven und Hügeln bläst mir zu meiner Überraschung ein recht heftiger Wind entgegen. Hinzu kommt ein ständiges auf und ab, teilweise mit zwar kurzen aber recht steilen Anstiegen.
Die Temperaturen steigen, Der Wind wird heftiger. Ich werde deutlich mehr Zeit als die relativ geringe Distanz bis Waiau vermuten lässt, benötigen. Auf den nächsten 30 km ist keinerlei Shop oder Tea Room zu erwarten. Trotz eines halbwegs ordentlichen Getränkevorrates muss ich jetzt doch etwas auf eine sinnvolle Einteilung achten. Der Wind wird immer stärker. Die anfängliche Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 20 km/h sinkt rapide Stellenweise bin ich froh, wenn ich gegen den Wind eine aktuelle Geschwindigkeit von 10-11 km/h erziele. Schon reichlich ermüdet erreiche ich schließlich Waiau. Hier mache ich in einem angenehm kühlen Tea Room eine etwas längere Pause. Dann geht's weiter. Erst nach etwa 15 km komme ich an den Abzweig in Richtung Westen nach Hanmer Springs. Obgleich die Straße von Waiau in Richting SH 7 nahezu direkt in Richtung Süden verläuft, lässt der starke Gegenwind nicht nach. Erst als ich in den Abzweig Richtung Westen einbiege realisiere ich, mit welcher Wucht mir der Wind aus Westen entgegen bläst. Unter diesen Bedingungen verzichte ich auf den kurzen Abstecher nach Hanmer Springs. Es sind zwar nur noch etwa 35 km mit einem gleichbleibenden leichten Anstieg - aber bei diesem Gegenwind würde ich wahrscheinlich reichlich erschöpft in Hanmer ankommen. Und das ist mir heute der kurze Abstecher nicht wert! Ich fahre weiter bis Culverden und mache hier für heute Station. Nach Hanmer kann ich eventuell auch morgen fahren. Bei einer Distanz von etwa 35 km kann man das auch bei starkem Gegenwind machen und hat dennoch ausreichend Zeit für einen netten Tag in Hanmer.
Und wie ich dann dem Wetterbericht in der Tageszeitung entnehme, hatten wir heute an der Küste Nordwind und im Inlandbereich starken Wind aus westlichen Richtungen mit Temperaturen über 30° C, und das soll wohl in den nächsten Tagen so bleiben!
Donnerstag, 15. Februar - 36 km
Heute geht's nur bis Hanmer Springs. Ein kleiner Sprung über 36 km. Auch heute ist es schon frühmorgens sehr warm. Für die ersten 15 km ist der Wind noch recht moderat. Aber dann frischt der Wind deutlich auf. Unterwegs treffe ich eine junge Engländerin auf dem Weg zur Westküste - bei diesem starken "Northwesterner" ein recht mutiges Vorhaben! Ansonsten kommen mir nur Radler entgegen. Was bei den vorherrschenden Windrichtung West mehr als verständlich ist. Vor Jahren hatte ich meine eigene West Coast Tour ja auch in dieser Form angelegt.
Seit meinem ersten Besuch in Hanmer hat sich hier einiges getan. Es wurden einige neue Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe eingerichtet. Auch ist das Angebot für Unternehmungen aller Art deutlich ausgeweitet worden. Diese Region bietet einige recht interessante Gravelroads, gut geeignet als Mountain Bike Tracks oder interessante aber anstrengende Backroad Verbindung nach Blenheim oder in den Nelson Lakes Distrikt. Für eine Befahrung muss man sich auf jeden Fall aktuelle Informationen bei der Visitorinformation einholen. Manchmal sind die Routen gesperrt (Arbeiten im Forst oder wegen besonders hohem Feuerrisiko) und generell wird von einer Befahrung durch einzelne Radler aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten. Vielleicht sollte man für diese Abschnitte entweder in einer größeren Gruppe fahren oder gleich mit lokalen Unternehmen einen Support mit Allrad-Fahrzeugen organisieren.
Ich verbringe hier und heute mal wieder einen eher geruhsamen Tag, etwas im Ort umschauen und Besuch des Thermalbades.
Freitag, 16. Februar - 91 km
Über nacht ist eine Front von Süden hereingezogen. Es ist deutlich kälter geworden mit starker Bewölkung. Für etwa 2/3 der heutigen Strecke - bis zum Weka-Pass habe ich angenehmen Rückenwind. Aber östlich vom Weka-Pass bläst mir unmissverständlich ein kräftiger Gegenwind entgegen. In Richtung Christchurch gehen recht kräftige Regenschauern nieder. Heute fahre ich bis Amberley durch. Bis Christchurch verbleibt dann nur noch eine relativ kurze Strecke, die ich notfalls auch bei anhaltendem Regen noch recht komfortabel fahren kann. Mein Entschluss, in Amberley Station zu machen. war genau richtig. Wenige Minuten nach Quartierbezug setzte auch hier der Regen ein.
Samstag, 17. Februar - 80 km
Über nacht hat's wieder aufgeklart. Die Temperaturen sind deutlich gesunken. Die Windgeschwindigkeit ist wesentlich niedriger. Also wiederum gute Bedingungen für die Etappe bis Christchurch.
Auf dem SH 1 wird der Verkehr immer dichter. Ich weiche daher wenige Kilometer südlich von Amberley auf einer weniger stark befahrene Nebenstrecke aus. Hiermit ist zwar ein Umweg verbunden, aber ich wollte mich ja ohnehin mal in Rangiora umsehen. Für einen kurzen Besuch bei Rae und Bruce Drake erscheint mir jedoch die Zeit nicht so recht geeignet. Dazu hättet ich mich ein oder zwei Tage vorher mal telefonisch melden sollen. Vielleicht geht's ja noch nach der Banks-Wanderung.
Auf dem Weg nach Rangiora sehe ich eine recht stattliche Anzahl schöner alter PKW's. Wie ich später in der Tagespresse lese, war heute eine große Oldtimer Ralley. Na gut, gesehen habe ich so einen großen Teil der Teilnehmer.
Weiter geht's dann bis Kaipoi. Hier ist der SH 1 bereits Motorway und somit für Fahrräder verboten. Aber es gibt eine recht angenehm zu befahrende Nebenstrecke. Diese führt durch ein großes Obst- und Gemüseanbaugebiet direkt hinein in die Immenstadt von Christchurch.
Sonntag, 18. Februar
lazy day in Christchurch, Einsammeln des deponierten Gepäcks, Umsortierung für den Abstecher nach Akaroa.
Montag, 19. Februar - 85 km
Das schöne Wetter von gestern oder auch von heute - wenn ich der Wetterprognose glauben soll - ist leider für mich nicht erkennbar. Erkennbar ist nur die deutlich geänderte Windrichtung: southeasterlies! - und genau in diese Richtung habe ich heute zu fahren. Und dann soll da noch so ein Ehrfurcht einflößender Anstieg des SH 75 auf den Verbindungspunkt mit der Summit Road sein. Na ja, ich habe ja für diesen Abstecher nach Akaroa mein Gepäck deutlich vermindert.
Zunächst so einige Kilometer um aus Christchurch herauszukommen. Dann folgt ein langes. flaches Stück aber leide mit deutlich spürbarem Gegenwind. Und dann der Aufstieg. Nicht besonders aufregend, aber er zieht sich dahin und die Steigungen sind auch nicht so ganz ohne! An einigen besonders schönen Punkten halte ich einfach mal an - die Aussicht ist wirklich schön, oder brauche ich dringend eine Verschnaufpause? Diese Frage ist unbedeutend - ob ich nun eine Pause brauche oder nur die herrliche Landschaft genieße - was macht da den Unterschied? Die Bewölkung ist recht niedrig. Die oberen Spitzen der hier immerhin auf rund 400 Meter ansteigenden Hügel liegen voll in den Wolken. Aber es ist keine völlig geschlossene Wolkendecke - so irgendwie zwischen 7/8 und 8/8. Und durch die wenigen Lücken hellen die Sonnenstrahlen einzelne Bereiche der zumindest heute zauberhaften Landschaft besonders auf. Phantastische Anblicke, die auch von den schönsten Postkartenmotiven nicht übertroffen werden!
Und dann auf dem Gipfel des alten Vulkankraters. Noch wenige Meter abwärts und vor mir eine herrliche Aussicht auf die Bucht von Akaroa! Es war ein absoluter Treffer gerade heute auf die Banks Peninsula zu fahren. Vielleicht wird ja die jetzt anstehende Wanderung auch ein tolles Erlebnis!!
Dienstag, 20. Februar - 15 km
Über teilweise sehr rauhe Gravelroad zum Farmhostel um den Rucksack abzuholen. Irgendwie haben die ansonsten recht nette Leute von Banks Peninsula Track es nicht auf die Reihe bekommen, den Rucksack beispielsweise in der Turrenne Dairy zu hinterlegen. Und genau dort soll ich aber den Rucksack nach Beendigung der Wanderung wieder abgeben.
Mittwoch, 21. Februar
1. Tag der Wanderung bei besten Wetterbedingungen, herrlicher Blick auf Akaroa Harbour
Donnerstag, 22. Februar
2. Tag der Wanderung, wiederum sehr schönes Sommerwetter. In der Flea Bay viele Delphine, später neben anderen Vögeln viele Shags (Black and spotted Shag). in Stoney Bay mehrere schwimmende Seals
Freitag, 23. Februar
leichter Regen - aber es ist ja nur eine relativ kurze Strecke bis zur nächsten Hütte. Aber es kommt deutlich besser. Schon nach einer knappen halbe Stunde ist's mit dem Regen zu Ende Bei bedecktem Himmel und moderaten Temperaturen wird es ein sehr angenehmer Wandertag..
Samstag, 24. Februar
Bei bestem Sommerwetter laufe ich heute die abschließende Etappe zurück nach Akaroa.
Sonntag, 25. Februar
Bedeckter Himmel, manchmal fallen vereinzelte Regentropfen. nicht ganz so einladend wie der gestrige Tag aber dennoch deutlich besser als die Wetterprognose.
Irgendein hungriger oder auch nur sparsamer Mensch hat meinen kleinen Verpflegungsvorrat konfisziert. Das ist zwar kein Beinbruch und auch nicht der Standard in YHA oder Backpackers aber ärgerlich ist es dennoch, zumal zu meiner Frühstückszeit die benachbarte Dairy noch nicht geöffnet hat.
Also beim Frühstück etwas improvisieren. Dann mal zu einem kleinen Rundgang durch Akaroa. An der kleinen Wharf sind heute viele Menschen recht aktiv - Vorbereitungen zu einem lokalen Triathlon-Wettbewerb.
Montag, 26. Februar - 86 km
Über Akaroa Harbour liegt eine dichte Wolkendecke. Die Untergrenze liegt bei etwa 300 m, die Summit Road liegt in Wolken. Aber in Akaroa ist es trocken. Wir haben recht angenehme Temperaturen. Also dann mal los, zurück nach Christchurch. Die erste Steigung ist ja noch zu schaffen, aber dann wird's doch reichlich anstrengend. Bis zu dem langen Aufstieg auf die Summit Road folgen noch drei weitere Steigungen. Alle nicht besonders hoch aber recht steil. Heute bereiten mir diese Aufstiege viel mehr Mühe als bei der Anreise vor einigen Tagen, obwohl das Steigungsprofil in beiden Richtungen etwa gleich ist. Na gut - die Tagesform schwankt halt manchmal.
Am Fuß des langen Aufstieges zur Summit Road setzt leichter Nieselregen ein. Schon nach etwa 2 km wird mir die Sache zu anstrengend. Mein Puls dürfte so irgendwo bei 180 liegen und fahrend erziele ich auch nur magere 5 bis 6 km/h. Da kann ich auch laufen. Das strengt mich weniger an, der Puls geht deutlich zurück und die Geschwindigkeit ist mit 4 bis 5 km/h auch nicht dramatisch geringer.
Trotz allem erreiche ich das wenige Meter unterhalb der Summit Road liegende Gasthaus relativ schnell. Dort mache ich eine kurze Pause und zu meiner Überraschung klart es plötzlich auf. Durch die aufreißende Wolkendecke habe ich einen bezaubernden Blick zurück auf Akaroa Harbor.
Dann geht es weiter in Richtung Christchurch. Nur noch wenige Meter bis zur Kuppe und dann folgen etwa 10 km abwärts bis Little River. Hier spielt der langsam aufkommende Wind noch keine Rolle. Auch die nächsten gut 20 km fahre ich noch im Windschatten der Ausläufer des alten Akaroa-Kraters. Der Wind macht sich daher kaum bemerkbar. Aber dann verlasse ich den Windschatten der Hügelkette und der Straßenverlauf dreht nach Norden. Jetzt muss annähernd die Hälfte der heutigen Tagesstrecke gegen recht starken Wind fahren. Eigentlich habe ich ausreichend Zeit. Ich könnte mein Tempo durchaus reduzieren. Aber ich möchte auf jeden Fall relativ früh in Christchurch sein um sofort meinen Rückflug mit Air New Zealand zu klären. Also halte ich trotz des Gegenwindes für den Rest der Strecke ein relativ hohes Tempo - so irgendwo zwischen 25 und 28 km/h ein. Ich erreiche das Büro der Air New Zealand reichlich vor Büroschluss und bekomme nach einer kurzen Wartezeit meinen gebuchten Rückflug bestätigt.
Nach Bezug meines Quartiers für die verbleibende Zeit bis zum Rückflug spüre ich eine gewisse Müdigkeit. Die scharfe Fahrt gegen den Wind fordert halt ihren Preis. Aber für heute hatte ich ohnehin keine weiteren Aktivitäten geplant.
Dienstag, 27. Februar
Mal wieder einer dieser Tage mit recht unbeständigem, mit recht unfreundlichem Wetter. Keine besondere Einladung zu irgendwelchen Outdoor-Aktivitäten. Was bleibt also: ein Besuch im Christchurch Art Center, etwas in der Bücherei stöbern. Kurzum, mal wieder ein ganz beschaulicher, ruhiger Tag.
Mittwoch, 28. Februar - 45 km
Recht wechselhaftes Wetter. Heute mal wieder ein schöner sonniger Sommertag. Also nach Frühstück und einer geruhsamen ausführlichen Zeitungslektüre gibt's zum Abschluss dieser Reise noch eine schöne Ausfahrt über die Port Hills. Der Aufstieg ist schon etwas mühsam, aber die herrliche Aussicht über Christchurch und Lyttleton Harbour, der Blick bis an die neuseeländischen Alpen und bis in die Kaikoura Range entschädigen für alles.
Die Strecke scheint so etwas wie die Hausstrecke der Christchurcher Radsportler zu sein. Während des Aufstieges und an einigen Rastpunkten auf der Summit Road komme ich mit so einigen ins Gespräch. Gut, zu gemeinsamer Weiterfahrt sind unsere Räder und - was noch wichtiger ist - Fahrstil und Trainingsstand - doch zu unterschiedlich. So lasse ich die Leute nach einem kurzen Plausch mal davon rasen, ich bleibe bei meinem gemütlichen Sightseeing Tempo. Dann sehe ich noch eine große Anzahl Mountainbiker und realisiere, dass die Porthills ein sehr gutes Mountainbikegebiet sind. Es bestehen zahllose ausdrücklich für Mountainbikes zugelassene Pisten.
Aber ich bleibe auf der schön befestigten Summit Road, genieße vor der für morgen anstehenden Rückreise noch einmal die schöne Aussicht und fahre schließlich in Richtung Sunmer ab.
Jetzt sitze ich hier in Sunmer in einem netten Strandcafe, hatte einen schönen, nicht gerade billigen, Lunch, und verfalle in Träumereien. Der schöne Blick über die Bucht, die schönen Felsformationen. Und dann zieht leichter Dunst auf. Die weiter entfernten Felsen werden vom Dunst umhüllt, verschwinden darin. Noch vor wenigen Minuten habe ich darüber nachgedacht, vielleicht bei einer weiteren Neuseelandreise für einige Tage in Sunmer Station zu machen. Aber jetzt, nach dem aufzeihenden Dunst, der zwar langsam aber stetig die Hügel und die ganze Bucht mit einem leichten Schleier überzieht, schweifen meine Gedanken ab an die Oregon Coast, nach Cannon Beach. Ja, das ist eine Region!