19.11.01
Flug Frankfurt - Melbourne über Kuala Lumpur und Sydney, Auch hier und heute macht sich die Krisenlage in und um Afghanistan bemerkbar. Zur Vermeidung denkbarer Zwischenfälle wird Afghanistan und die angrenzende Region weiträumig umflogen. Die Route führt über Süditalien, Jordanien, Saudi-Arabien, Oman und Süd-Indien nach Kualar Lumpur und erfordert gegenüber dem sonst üblichen Flugweg eine Stunde mehr Flugzeit. Somit verkürzt sich die Wartezeit in KL bis zum Weiterflug von etwa 3 auf nunmehr etwa 2 Stunden - noch genug Zeit, um auch die Verladung des bereits bis Melbourne eingecheckten Gepäcks - aber für die Malaysian Airline ein nicht unerheblicher Mehraufwand für die zusätzliche Flugstunde.
20.11.01
Nach einer Zwischenlandung im regnerischen Sydney kommt die Maschine planmäßig kurz vor Mitternacht in Melbourne an. Hier herrschen angenehme Temperaturen und es regnet nicht! Das Gepäck ist recht schnell verfügbar. Der größte Teil der von KL kommenden Gäste hatte die Maschine bereits in Sydney verlassen und fast alle in Sydney zugestiegene Gäste fliegen bis KL. Auch die Passabfertigung geht zügig voran. Es gibt kaum Warteschlangen. Bei Ankunft an der Gepäckausgabe steht das Fahrrad schon bereit. Ich muss nur noch kurz auf das andere Gepäck warten. Das Rad hat den Transport halbwegs ordentlich überstanden. Das Vorderrad hatte man irgendwo für die Verladung ausgebaut und dabei das Endstück des Bowdenzuges derart verbogen, dass die Bremse nicht mehr ordentlich justiert werden konnte. Und am Hinterrad war der Schlauch offensichtlich defekt. Na ja, nicht weiter tragisch. Ich hatte ohnehin nicht vor, jetzt und zu dieser Tageszeit mit dem Rad nach Melbourne hineinzufahren. Eine kurze Rückfrage bei der Visitor Information und ich finde eine bequeme und kostengünstige Übernachtung in einem recht ordentlichen Backpacker und der Transport einschließlich Fahrrad ist gleich im Preis enthalten. Also ein guter Start hier vor Ort.
21.11.01
Trotz des Zeitunterschiedes von 10 Stunden wache ich so gegen 7 Uhr Ortszeit auf und kann dann noch vor dem Frühstück das Rad herrichten. Beim Schlauch des Hinterrades war das Ventil abgerissen. Vermutlich eine Folge des Handlings irgendwo beim Transport des Rades: Durch die Folienabdeckung von Schaltwerk und Kette war das Hinterrad blockiert. Die Bremse konnte ich nur notdürftig justieren. Hier musste ich bei einem Fahrradladen die Gegenhalterung des Bowdenzuges auswechseln lassen.
Im Laufe des Vormittags habe ich dann das vorgebuchte Quartier in der YHA bezogen und mich dann noch etwas in Melbourne umgesehen.
22.11.01
Heute habe ich zunächst für morgen die Fähre nach Devonport gebucht und noch einiges Informationsmaterial zu Tasmanien besorgt. Anschließend ein Besuch auf dem Oberservationdeck des Rialto-Tower. Dieses Gebäude soll mit 254 m der höchste Wolkenkratzer auf der südlichen Halbkugel sein. Von hier oben hat man einen recht guten Ausblick und kann die Dimensionen des Großraumes Melbourne sehr gut erkennen. Daran anschließend fahre ich dann nach South Melbourne und schaue mir auch gleich die Anfahrt zum Terminal der Fähre näher an.
23.11.01
Auch heute wache ich wieder so kurz vor 7 Uhr auf. Ich bin völlig ausgeruht. Von Jetlag mal wieder keine Spur! Das YH liegt in einer ruhigen Wohngegend. Gleich nebenan befindet sich das große Royal Children Hospital mit einer großen Grünanlage. So ist denn auch nicht verwunderlich, dass man morgens reichlich viel Vogelstimmen hört.
Heute geht's mit der Nachtfähre nach Devonport auf Tasmanien. Hoffentlich wird's dort nicht zu kühl und zu nass! Na ja, hier und heute in Melbourne scheint es sich einzutrüben. Ja später setzt auch leichter Regen ein. Aber die Temperaturen sind angenehm. Um etwas mehr Spielraum für die weitere Reiseplanung zu bekommen, versuche ich mit dem lokalen Büro der Malaysian Airlines die Rückflugmodalitäten zu ändern. Leider kann man dort jedoch noch keine verbindliche Aussage machen. Man braucht dazu eine Bestätigung aus Frankfurt. Dann muss ich also erst einmal abwarten und nach der Rückkehr aus Tasmanien eine abschließende Klärung herbeiführen
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24.11.01
Überfahrt nach Devonport. Über nacht hat mal wieder leichter Regen eingesetzt. Aber zum Frühstück klart es doch merklich auf. Nur ein schöner Regenbogen erinnert an den gerade noch recht heftigen Regen. Die Küste Tasmaniens taucht langsam aus dem Dunst auf. Mit dem Einlaufen der Fähre in den Hafen verschwinden auch die letzten Wolken und beim Verlassen der Fähre begrüßt mich ein wunderschöner Tag!
Zunächst mal zum Visitor Center - irgendwie sollte ich Klarheit über eine möglich Teilnahme an einem Guided Walk über den Overland Track bekommen damit ich die eigentliche Radtour besser vorbereiten und auch die Fähre zurück nach Melbourne buchen kann. Aber leider ist das Büro heute am Samstag nur mit einigen Aushilfen besetzt und zu meinen doch recht ins Detail gehenden Fragen komme ich hier und jetzt nicht weiter. Man ist recht freundlich und rät mir, später nochmals vorbeizuschauen.
Na gut, dann möchte ich erst einmal mein Gepäck zur Unterkunft bringen und mich hier vor Ort etwas umsehen. Irgendwo am Ortsrand finde ich dann die Jugendherberge. Das Büro ist nicht besetzt aber dem Augenschein nach müsste ausreichend Platz verfügbar sein. Also lasse ich das Gepäck und fahre mal bis zum großen Leuchtturm und weiter bis zur Don Mündung. Hier stoße ich auf einen schönen Radweg durch die nördlichen Randbereiche Devonports.
Schließlich finde ich dann auch noch den kleinen Anbieter Tasman Busch Walks Der nächste Overland Track soll am kommenden Dienstag starten. Das ist recht günstig für meine weitere Planung. Ich entschließe mich daher. dieser Gruppe anzuschließen.
Bis zum Start der Wanderung habe ich dann noch zwei weitere ruhige Tage in Devonport.
25.11.01
ruhiger Tag in Devonport mit einem ausgedehnten Spaziergang bis zum Leuchtturm und zurück. Das Wetter ist überwiegend trocken bei angenehmen Temperaturen so um die 20 ° C.
26.11.01
Auch heute sieht es wieder halbwegs angenehm aus. Recht deutlich wahrnehmbarer Wind aus Nordwest, trocken und angenehme Temperaturen. Nachdem nun der Termin für die längere Wanderung feststeht kann ich jetzt auch die Fähre für die Rückfahrt nach Melbourne buchen. Für diesen Weg will ich mal den Catamaran vorsehen. Das wird dann eine Fahrt ab Georgtown mit einer Ankunft spät abends in Melbourne - soweit nicht ungünstige Wetterbedingungen eine Änderung des Fahrplanes erzwingen.
Dann noch so einige Vorbereitungen für die Wanderung um anschließend zu einer kleinen Rundtour zu starten. Aber wie das mal so ist, als ich mit allen Vorbereitungen fertig war setzte heftiger Regen ein. Dann lasse ich mal die Ausfahrt. Ab morgen bin ich ohnehin für eine Woche dem Wetter ausgeliefert - und das alles ohne feste Unterkünfte - nur mit Zelten! Für heute sollte ich daher darauf verzichten, meinen ohnehin nicht besonders umfangreichen Vorrat an Bekleidung gründlich nass werden zu lassen. Dazu habe ich während der Wanderung und der anschließenden Rundtour noch ausreichend Gelegenheit!
27.11.01
Vielleicht sollte ich doch nicht mehr während eines längeren Urlaubs meine e-mails abrufen. Auch jetzt, gleich beim ersten Abruf seit Antritt er Reise gab's mal wieder "Neues von der Troublefront im LSV"!
Für mich ist und bleibt es wohl immer unverständlich, wie man mit solcher Verbohrheit an wenig zielführenden und darüber hinaus noch rechtlich äußerst zweifelhaften Plänen festhalten kann. Wie will man denn das Verschenken von Vereinseigentum begründen? Reichen zehn gemeinsame Austritte aus, um die Mitnahme von Vereinseigentum zu begründen - oder muss man den Popanz einer Sparte aufbieten - oder was sonst? Wo sollen zukünftig die Grenzen liegen, wenn erst einmal ein Präzedenzfall geschaffen wird?
Wenn wir dem Gedanken der Motorflieger und einigen Leuten aus der Klägerfront folgen wollen, dann könnten ja auch die sich durch den Verein nicht vertreten geglaubten Segelflieger den Verein unter Mitnahme von Gerät verlassen. Zu diskutieren wäre dann nur noch die Menge. Das kann es doch nicht sein!
Aber wie dem auch sei, einige dieser Gedanken habe ich Rolf und Rainer mitgeteilt und habe mich dann so langsam auf die Wanderung eingestellt. Es ging recht gemächlich los. So gegen 10:30 Uhr sind wird dann mit dem Kleinbus Richtung Westen, über Deloraine zu unserem Startpunkt am Lake St. Claire aufgebrochen.
Von St. Claire sind wir mit dem Boot bis zum Nordende des Sees (Narcissus Hut) gefahren und hier so gegen 15:00 Uhr zu unserer ersten etwa 3-stündigen Wanderung bis zur Windy Ridge Hut aufgebrochen. Wir waren wohl die letzten Ankömmlinge an dieser Hütte. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Hütte völlig belegt war und wir auf die mitgenommenen Zelte ausweichen mussten. Das ganze Gelände ist sehr feucht. Man hat daher seitens der Parkverwaltung in letzter Zeit in der Nähe der Hütten hölzerne Plattformen für die Errichtung von Zelten gebaut. Hier findet man also stets ein ordentliches Plätzchen und durch den Holzboden ist es auch nicht so kalt wie auf gewachsenem feuchten Boden. Zur Sicherung der Zelte sind ausreichend Halteseile und -Ösen vorhanden. Eine recht gute Idee, die der Bodenbeschaffenheit und dem örtlichen Klima Rechnung trägt.
28.11.01
Bis zur Kia ora Hut mit einem äußerst schönen Sidetrip zu 3 Wasserfällen am Mersey River. Gesamtdauer einschl, Pausen etwa 7 Stunden.
29.11.01
zur neuen Hütte in den Pelion Plains mit einem schönen Sidetrip auf den Mt. Ossa (mit 1617 m höchster Berg Tasmanien). Trotz der zeitweilig recht dichten Bewölkung gab es grandiose Aussichten weit über den Cradle Mountains National Park hinaus. Der Abstieg war für mich zeitweilig etwas anstrengend, insbesondere weil ich mich nach einigen Ausrutschern nicht mehr recht sicher mit meinen Schuhen fühlte. Ich hatte ja auch schon bei den Wanderungen auf Madeira bemerkt, dass meine Sohlen nicht besonders rutschfest sind. Vielleicht sollte ich mal bei nächster Gelegenheit in neue Wanderschuhe investieren.
Auf dem Weg zur Pelion Hut konnten wir einige Wallabies und einen Echinada sehen. Abends wurden dann noch einige der recht selten anzutreffenden Tasman Devil gesichtet.
30.11.01
Über Nacht hat es reichlich geregnet. Die ohnehin schon teilweise recht schlammigen Wege dürften daher noch weiter aufgeweicht sein. Aber zum Beginn der Tagesetappe hat es dann doch ordentlich aufgeklart und wir konnten die Wanderung bei guten Bedingungen beginnen.
Der Weg führte durch offenes Gelände mit Buttongras und dann weiter durch Regenwald gefolgt von einer sehr interessanten Moor-Hochebene und dann wieder eintauchen in ein Regenwald-Tal gefolgt von einer weiteren Moor-Ebene.
In den moorigen Ebenen ist der Track weitestgehend aufgeständert und kann in diesen Abschnitten sehr komfortabel begangen werden. Die Abstiege in die Täler und die folgenden Wiederaufstiege sind teilweise recht holprige, steinige Wege die schon eine gewisse Aufmerksamkeit erfordern. Ingesamt mal wieder ein schöner Streckenabschnitt, der trotz des zeitweiligen Regens großartige Landschaftserlebnisse bot.
1.12.01
Heute ist hier in Tasmanien offizieller Beginn des Sommers. Wenn man jedoch dass Wetter ohne Vorbehalt betrachtet, ist von Sommer recht wenig zu spüren!
Heute haben wir nur eine recht kurze Distanz zu laufen. So ist der Regen recht gut zu ertragen - man kann es ohnehin nicht ändern! Unterwegs gab's dann zur Abrundung der meteorologischen Vielfalt noch Graupel und Schnee.
Die Landschaft war wiederum sehr beeindruckend. Überwiegend eine moorige Hochebene und teilweise recht schöne Bestände an Eucalyptus.
Die wenig einladende Wetterlage hat dann doch noch längere Zeit angehalten. Es war nicht mehr besonders reizvoll, zu einer weiteren - wenn auch nur kurzen - Wanderung aufzubrechen. Die Zeit wurde dann in der Hütte mehr oder wenig sinnvoll überbrückt.
Zwischendurch gab es zwar immer wieder kurze Aufheiterungen. Aber diese wurden stets von weiteren Niederschlägen abgelöst.
2.12.01
Heute war es dann die letzte Etappe auf dem Overland Track. Und wieder hatten wir mit dem Wetter Glück. Die tiefe Bewölkung machte zwar einen Gang in höhere Regionen oder zu den gestern wegen des anhaltenden unfreundlichen Wetters nicht besuchten Wasserfällen wenig sinnvoll. Aber wir konnten die ganze Etappe ohne Regen bewältigen. Die teilweise dicht über den vor uns liegenden Pfad hinwegziehenden Wolkenfetzen gaben der ohnehin beeindruckenden Landschaft noch einen ganz besonderen Reiz.
Der abschließende Abstieg zum Lake Dove war teilweise recht steil und mit relativ viel losem Material überlagert. Diese Passage hat mich doch etwas verunsichert, schließlich wollte ich mich nicht noch auf den letzten Metern der schönen Wanderung verletzen. Aber die jetzt bei mir aufgekommene Unsicherheit hat den ganzen Abstieg mit dem für meine Verhältnisse recht schwerem Rucksack nur weiter erschwert.
Am Parkplatz angekommen stand auch schon der Kleinbus vom Tasman House in Devonport zum Rücktransport unserer Gruppe bereit. Und man hatte Wort gehalten. Mein Fahrrad mit dem gesamten im Tasman House zurückgelassenen Gepäck war auch da. Jetzt konnte ich wie geplant meine Radtour hier in Cradle Mountain beginnen. Die Gravelroad vom Parkplatz bis zum Visitor Center des Nationalparks habe ich mir geschenkt und mich im Bus zum Visitor Center mitnehmen lassen, zumal die anderen unserer Gruppe dort ohnehin noch einige Souvenirs einkaufen wollten. Der nochmalige Stopp und die erforderliche Zeit für das Umpacken aus dem geliehenen Rucksack in meine Radtaschen hatte somit keine weitere Verzögerung für die Rückfahrt zum Tasman House zur Folge.
Nach der Verabschiedung von der Gruppe habe ich mich dann auf den Weg gemacht um ein ordentliches Nachtquartier zu finden. Jetzt zeigten sich die Folgen des für mich sehr anstrengenden Abstiegs zum Lake Dove. Selbst die kleinsten Steigungen auf dem Weg vom Visitor Center zu den verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten sind mir äußerst schwer gefallen. Ich habe dann nicht mehr lange gesucht und mich gleich in der nicht gerade billigen Cradle Mountain Lodge für eine Nacht eingemietet. Das kleine Chalet war sehr schön eingerichtet. Also ein durchaus passender Ausklang der 6-tägigen Wanderung über den Overland Track.
3.12.01
Nach einem recht ordentlichen Frühstück in der Mountain Lodge ging's dann los. Zunächst einmal hinaus aus Cradle Mountain über die erst vor einigen Jahren gut ausgebaute Cradle Mountain Development Road. Der Weg führt durch schöne Landschaft - und sonst nichts.
Nach der Mountain Lodge folgen noch zwei kleine Unterkunftsmöglichkeiten und dann auf rund 54 km bis Tullah nichts mehr. Die Straße schlängelt sich in stetigem auf und ab durch die bergige Landschaft. Der Verkehr ist mäßig. Selbst auf der später zu befahrenden A 10 ist kaum mehr Verkehr anzutreffen. So lässt es sich recht angenehm radeln. An einigen Stellen sind die kurzen Anstiege recht steil und so nach und nach habe ich doch den Preis für mein reichliches Gepäck zu zahlen. Ich werde doch recht müde und entscheide mich an zwei Stellen, das Rad zu schieben statt mich mit einer nur geringfügig höheren Geschwindigkeit über die Berge zu quälen. Tullah, eine ehemalige Minenstadt, wirkt nahezu verlassen. In der örtlichen Kneipe bin ich zunächst der einzige Gast. Später kommen noch zwei Einheimische hinzu. Auch Rosebery, eine weitere Minenstadt, macht einen recht verlassenen Eindruck, obgleich hier noch eine Zinkmine in Betrieb ist. Die Stadt liegt in einem Tal - malerisch umgeben von einer schönen Bergkulisse.
4,12,01
Nachdem ich gestern Abend für ein Abendessen zu spät in das Restaurant des Hotels gegangen bin (einige Minuten vor 8 Uhr) war ich dann heute morgen um 8:30 Uhr viel zu früh, um ein Frühstück zu erhalten. Aber zum Glück hatte die Bäckerei gleich nebenan geöffnet. So konnte ich dort etwas zum Frühstück bekommen.
Dann ging die Weiterfahrt nach Strahan los. Zunächst alt es einmal durch die recht hügelige Gegend bis Zeehan zukommen. Bis dahin waren einige Anstiege zu bewältigen aber auch schöne Abfahrten zu genießen. Nach einer kleinen Mittagspause in Zeehan ging es dann auf die restlichen 42 km bis an den Rand von Strahan. Dieser Teil der Strecke war vom Geländeprofil her deutlich leichter zu befahren - wenn da nicht der recht starke um nicht zu sagen grässliche Gegenwind gewesen wäre. Aber letztlich bin ich bei ansonsten schönem Wetter mit viel Sonnenschein zu einer recht vernünftigen Zeit in Strahan angekommen.
Strahan liegt am Gordon River mit dem Maquarie Habour und ist ein aufstrebender Touristenort.
5.11.01
Cruise Maquarie Harbour, Hells Gate, Gordon River, Sarah Island
6.12.01
Die Beschreibungen für die Route der nächsten 3 Tage ist nicht besonders aufmunternd. Es könnte eine recht anspruchsvolle Topografie durch schöne Landschaft und ansonsten nichts werden. Kurz hinter Queenstown soll dann mal für etwa 154 km kein Gebäude, kein Laden - einfach nichts - anzutreffen sein. Da ich mich auch noch etwas im Mount Field National Park und im Huon Valley umsehen möchte, entscheide ich mich, bis Hamilton mit dem Bus zu fahren
Der Start geht noch recht planmäßig los. Es sind nur wenige Fahrgäste bis Queenstown. So macht die Mitnahme meines Rades keine Probleme. Und die Straße hinaus aus Strahan, durch die schöne, wilde Berglandschaft ist dem Augenschein nach auf dem ersten Teilstück bis Queenstown doch recht gut befahrbar. Das Gelände steigt in einem ständigen auf und ab recht gehörig an - aber die vielen kleinen Gefällestrecken bieten immer wieder eine kleine Erholungsphase - und so scheint der ganze Aufstieg doch nicht so kraftraubend zu sein, wie ich aus den beiden Beschreibungen abgeleitet hatte. Eigentlich hätte ich somit ja zumindest bis Queenstown mit dem Rad fahren können. Aber mit der Fahrt bis Hamilton kann ich doch gleich 2 Tage für einen verlängerten Aufenthalt im Mount Field Nationalpark gewinnen - wenn es denn planmäßig weitergeht.
Die erste Verzögerung kündigt sich gleich bei der Ankunft in Queenstown an. Der Bus in Richtung Hobart wird wegen eines technischen Mangels mindestens 30 Minuten später kommen. Na ja, wenn darunter die Mitnahme des Rades nicht leidet, soll es mir egal sein..
Den kurzen Aufenthalt in Queenstown habe ich zu einem kurzen Besuch der restaurierten Apt-Railwaystation genutzt. Die Apt Railway wurde vornehmich eingerichtet zum Transport der in Queenstown gewonnenen Erze nach Strahan. Aber es hat auch ein Personentransport stattgefunden. Später wurde der Erztransport per LKW abgewickelt und die Eisenbahn stillgelegt. In jüngster Vergangenheit wurde die Bahnlinie als nostalgische Touristenattraktion wieder hergerichtet. Die Strecke führt durch die sonst unzugänglichen Berge nach Strahan. Dabei sind viele enge Täler, Schluchten und Creeks mit imposanten Brücken zu überwinden. Eine Fahrt mit diesem Zug dürfte bestimmt so interessant sein, wie mit der Walliser Furkabahn - vielleicht auch so interessant wie der Glacier Express im Engadin. Für mich passte eine Fahrt mit diesem Zug nicht so recht in meine Streckenplanung. Ich hab's daher bei der Besichtigung des schön hergerichteten Bahnhofs und der alten Lok mit 2 Passagierwagen belassen.
Nach dieser kurzen Pause war denn auch schon der Fahrer des Anschlussbusses nach Hobart an der Abfahrtstelle. Nur der Bus fehlte noch. Aber mit nur geringer Verspätung konnte die Anschlussfahrt nach Hobart beginnen. Auch jetzt waren nur recht wenige Fahrgäste an Bord, so dass mein Fahrrad problemlos mitgenommen werden konnte.
Queenstown liegt in einem Talkessel. Als Folge der in früheren Jahren wenig umweltbewussten Kupfergewinnung und Verhüttung sind die umliegenden Berge ausnahmslos kahl, ohne Bäume - ein merkwürdiger Kontrast zu der sonst hier vorherrschenden dichten Bewaldung!
Der Aufstieg aus dem Talkessel dürfte trotz der relativ flach verlaufenden Serpentinenstraße für ein schwer beladenes Fahrrad recht anstrengend sein. Der weitere Verlauf der Strecke ist zwar auch recht hügelig und bis zum Lake St. Clair im wesentlichen ansteigend. Aber es gibt immer wieder flachere oder gar Gefällestrecken, die jeweils eine kurze Erholungsphase versprechen.
Es geht zunächst durch Waldgebiete, vorbei am Lake Burbury, vorbei am Frechmans Cap bis zum Lake St. Clair. Zwischenzeitlich werden große Hochebenen mit Buttongras oder auch nur lichteren Eukalyptuswäldern durchfahren. Ab St. Claire geht's dann zunächst kräftig abwärts bis Taraleagh. Hier hat die HEC recht unbefangen Wasserkraftwerke errichtet. Der Derwent wurde an mehreren Stellen aufgestaut. Es wurden riesige Druckleitungen zwischen den Staustufen und den Turnbinenhäusern gebaut. Diese Druckleitungen und die Überlandleitungen "verzieren" nun diese ansonsten so herrliche Gegend. Ich kann sehr gut nachempfinden, dass sich in den 80er Jahren energischer Widerstand gegen weitere Hydroelektrikpläne entwickelte und sich letztlich erfolgreich in der Tasmanian Wilderness Society (heute in ganz Australien tätiger Umweltschutzverband unter dem Namen Wilderness Society) organisierte.
Bei Taraleagh ist dann wieder mal ein recht anspruchsvoller Anstieg fällig. Aber hier und jetzt besorgt das für mich der Bus. Ich betrachte die Sache aus dem bequemen Sitz im Bus. Bei meiner ursprünglichen Etappenplanung wäre ich an dieser Stelle schon recht müde angekommen. Möglicherweise wäre hier eine "Schiebepassage": erforderlich geworden.
Die Landschaft wechselt dann langsam zu offen Wiesen mit Rinder- und Schafzucht. Es bleibt jedoch auch weiterhin recht hügelig mit stetem auf und ab - wenn auch insgesamt Richtung Westen fallendes Gelände.
In Hamilton verlasse ich den Bus. Die erste Unterkunftsmöglichkeit ist leider ausgebucht. Aber bei der zweiten Wahl ist noch was zu haben. Zwar ein wenig groß für mich als Einzelreisenden, dieses schöne alte Cottage, aber einfach einladend mit der liebevoll zusammengestellten Einrichtung, den offenen Kaminen, dem schönen Garten.
Nicht ganz billig - aber hier bleibe ich für heute Abend und mache es mir so richtig gemütlich. Ja, dieses Cottage ist hier und heute für mich "home away from home". Zuerst mal im Garten einige Beeren frisch vom Strauch gepflückt. Wann habe ich das zum letzten Mal gemacht? Das muss schon lange her sein!
Die wenigen Einkaufsmöglichkeiten hier in Hamilton haben soeben geschlossen. Aber die Vermieter des Cottages bieten auch etwas zu essen an. Kaffee. Tee und Dinge für's Frühstück sind in der Küche und mit dem Mietpreis abgegolten. Zum Abendessen lasse ich mir dann noch ein vorzügliches Thai Chicken Curry machen und ins Cottage bringen. So lässt sich der Abend hier gut an. Später noch etwas lesen, schreiben, träumen am Kaminfeuer.
7.12.01
Das Wetter ist mal wieder recht unbestimmt. Wird's regnen? Bleibt's trocken? Schwer zu beurteilen. Auch der Wetterbericht in der Zeitung hilft nicht viel weiter. Klarheit bringt lediglich ein heftiger Regenguss nachdem ich gerade das Frühstück beendet habe und aufbrechen will. Also doch. Regenjacke und -hose sind angesagt. Dann geht's los.
Zunächst der sich über mehrere Kilometer hinziehende Aufstieg aus dem in einer Mulde liegendem Hamilton. Aber bald stoppt der Regen wieder und irgendwann wird es mir in der Regenbekleidung doch etwas zu warm. An einem recht flachen Teil des langen Aufstieges halte ich kurz an um die Regenbekleidung abzulegen. Und das nimmt dann ein freundlicher Besucher aus Perth zum Anlass, mit seinem Auto anzuhalten und mit mir ein längeres Gespräch über Radreisen in Tasmanien zu beginnen. Der gute Mann ist auch Radtourist und hat bereits im vergangenen Jahr die Ostküste Tasmaniens mit dem Fahrrad bereist. Nun möchte er von mir hören, welche Erfahrungen ich an der Westküste und auf dem Lyell-HWY gemacht habe. da er in seinem nächsten Urlaub diesen Teil Tasmanien mit dem Rad besuchen will. Na ja, so ist das eben. Kaum habe ich einige Kilometer in dieser schönen Gegend auf dem Fahrrad verbracht und schon werde ich von anderen Australiern um Rat gefragt! Ob das mal richtig ist?
Dann geht es weiter über eine kleine Nebenstraße in den Mount Field Nationalpark. Mit einem ausgedehnten Spaziergang, beginnend mit dem besonders schönen Russel Falls komme ich durch einige sehr schöne Stellen diesen ältesten Nationalparks Australien. Besonders beeindruckend sind die schönen Bestände großer alter Eucalyptusbäume (Snow Gum),
Leider ist das YHA hier nicht besonders einladend und die einzige von mir vorgefundene Alternative, das Russell Cottage, ist ausgebucht. Ich könnte zwar noch auf den recht ordentlichen Campingplatz ausweichen, Aber dazu ist mir das Wetter zu kalt und zu feucht.
8,12,01
Ich belasse es bei einer Übernachtung hier im Nationalpark und fahre heute weiter nach Hobart, Das Wetter entwickelt sich recht gut. Und trotz einiger aufs und abs geht's insgesamt vom Nationalpark hinunter nach Hobart. Ab Granton geht's bis Glenorchy auf einer ruhigen Nebenstraße. Nördlich der Brücke nach Risdon Vale liegt das Derwent Entertainement Center. Bei meiner Ankunft ist das ganze Gelände mit Hunderten, vielleicht auch Tausenden von Motorrädern überfüllt, die gerade dabei sind, in einer großen geschlossenen Kolonne nach Hobart zu starten. Ich mache den "Fehler" auf der "falschen" Straßenseite dem Spektakel etwas zuzuschauen und als Preis hierfür komme ich sobald nicht mehr von der Stelle. Aber irgendwann ergibt sich eine Lücke und ich kann dann meine Fahrt nach Hobart fortsetzen. Hier verbleibt noch ausreichend Zeit nach Bezug der Unterkunft im YHA Adelphi Court die Innenstadt und den Kneipenbezirk Salamanca Place zu besuchen.
9.12.01
Zweiter Tag in Hobart. Leider ist das Wetter recht unfreundlich. Den ganzen Nachmittag hat es nachhaltig geregnet. Den eingeplanten Ausflug auf den Mount Wellington kann ich mir für heute sparen.
10.12.01
Auch heute sieht es nicht sonderlich gut aus. Ständige Regenschauern und tiefe Bewölkung. Unter diesen Bedingungen macht auch heute ein Besuch auf dem Mt. Wellington wenig Sinn. Na gut. lassen wir also - die allgemein sehr positiv beschriebene Aussicht vom Mt. Wellington muss ich mir schenken.
11.12.01
Über nacht war es sehr kalt und das Ergebnis kann man deutlich am Mt. Wellington sehen: der obere Bereich ist frisch eingeschneit - und das zu Beginn des Sommers!
Ich setzte heute meine Tour fort und fahre zunächst zurück bis Glenorchy und dann weiter nach Überquerung des Derwent über eine ruhige Nebenstraße nach Richmond.
12.12.01
Das Wetter hat sich deutlich verbessert. Es ist wärmer geworden, schöner blauer Himmel mit einigen Cumuluswolken. Nur für den Nachmittag ist heftiger Wind vorausgesagt.
Auf dem Weg nach Triabunna liegen drei zum Teil recht anspruchsvolle Anstiege vor mir und bei dem letzten habe ich auch noch zusätzlich gegen den jetzt schon spürbar stärker gewordenen Gegenwind anzuradeln.
13.12.01
Auch heute wird es wieder ein schöner sommerlicher Tag. Genau richtig für einen Besuch von Maria Island.
Nach dem Frühstück fahre ich mit dem Rad zur knapp 8 km entfernten Abfahrtstelle der fahrplanmäßigen Fähre. Mit der ersten planmäßigen Fähre verbleiben gut 4 Stunden Aufenthalt au den kleinen Insel. Vorsorglich nehme ich das Fahrrad mit um einen etwas größeren Aktionsradius zu bekommen. Aber die vorgefundenen Gravelroads sind stellenweise recht rauh, an anderen Stellen sehr sandig. Insgesamt macht mir die Befahrung dieser Straße wenig Freude. Ich fahre daher nur ein kurzes Stück abseits der Anlegestelle und laufe dann weder zurück. So habe ich auch bessere Gelegenheit, zur Beobachtung von Fauna und Flora.
14.12.01
Es ist auch heute wieder recht warm. Nur die weiter im Norden aufziehende Bewölkung setzt so einige Fragezeichen bezüglich der weiteren Wetterentwicklung. So etwa die Hälfte der heutigen Strecke kann ich bei sehr angenehmen Wetterbedingungen radeln. Heute kann ich auch erstmals ohne dicke Jacken und nur mit kurzer Radlerhose aufbrechen. Nach gut der Hälfte der Wegstrecke setzt dann leichter Regen ein, der jedoch immer wieder von längeren trockenen Perioden unterbrochen wird. So etwa 15 km vor Swansea stoße ich auf ein sehr schönes japanisch eingerichtetes Restaurant. Der richtige Ort für eine kleine Pause! Dann folgt die restliche Strecke bis Swansea und nach etwas suchen finde ich dann auch das YHA mit einer schönen Terrasse mit Blick über die Oyster Bay und auf die Frecinet-Halbinsel. Hier quartiere ich mich für heute ein, bevor ich morgen dann nach Coles Bay zum Besuch des Frecinet National Parks fahre. Am späten Nachmittag klart's dann auch wieder auf und man kann bei angenehmen Temperaturen auf der Terrasse sitzen und die schöne Aussicht genießen.
15.12.01
Heute wird's nur eine sehr kurze Etappe nach Coles Bay. Für Radfahrer besteht die Möglichkeit entlang des Nine Mile Beach zu fahren und sich am Ende mit einem kleinen Boot übersetzen zu lassen. Diese verlockende Leistung wird von einem Privatmann aus dem am anderen Ufer liegenden Swanwick angeboten. Bevor ich losfahre muss ich deshalb zunächst einmal dort nachfragen und eine Zeit für ein Übersetzen vereinbaren.
Dann fahre ich los. Ich habe ausreichend Zeitreserve eingeplant - man kann ja nie wissen, was so alles passiert, wenn man knapp kalkuliert!
Reichlich vor der vereinbarten Zeit bin am Point Bagot, gegenüber von Swanwick und in Sichtweite des Hauses des Fährmannes. Die verbleibende Wartezeit ist mir jetzt recht willkommen, da sich hier eine größre Ansammlung von Pelikanen befindet, die ich nun in Ruhe beobachten kann.
Dann winke ich dem Fährmann mit meiner recht auffälligen roten Windjacke und nach einigen Minuten kommt das kleine Boot herangeschippert. Das Fahrrad ist schnell verladen und in wenigen Minuten bin ich auf der anderen Seite. Dort werde ich von der Ehefrau des Fährmannes freundlich begrüßt. Sie reicht mir ein Handtuch um mir die beim Einsteigen ins bzw. Aussteigen aus dem Boot nass gewordenen Füße abzutrocknen. Dann überreicht sie noch einen recht hilfreichen kleinen Prospekt über Coles Bay und den Frecinet National Park und gibt mir Hinweise für die Weiterfahrt und die Suche nach passender Unterkunft. Gut, dieser Service ist nicht kostenlos. Warum auch? Und der auf den ersten Blick gemessen an der kurzen Wasserstrecke hoch erscheinende Preis von 12 $ ist jedoch durchaus angemessen, wenn man den gesamten Zeitaufwand für den Fährmann berücksichtigt.
Bis Coles Bay sind es nur noch etwa 6 km. Das YHA im Iluka Holiday Park ist für heute leider völlig ausgebucht. Als Alternative kann ich jedoch einen on-site caravan anmieten.
Am späten Nachmittag fahre ich dann noch in den Nationalpark bis zum Leuchtturm am Cape Tourville. Das ist nach abbiegen von der asphaltierten Straße eine weitere Strecke von 6,4 km auf einer stellenweise stark ausgefahrenen Gravelroad. Diese Gravelroad geht in ständigem Auf und Ab mit einigen sehr steilen Anstiegen bis zum Leuchtturm. Von hier hat man einen schönen Blick über die Tasman Sea und die Frecinet Halbinsel.
16.12.01
Ein weiterer herrlicher Tag im Frecinet National Park. Heute fahre mit dem Rad bis zum Parkplatz am Beginn der verschiedenen Walking Tracks.
Ich entscheide mich heute für den etwa 15 km langen Track zur Wineglass Bay, den Isthmus Track und den Hazard Beach Track. Mit dem Teilstück bis zur Wineglass Bay habe ich wohl das besondere Highlight dieses Nationalparks in meine Wanderung einbezogen.
17.12.01
Für einen Aufstieg auf den Mount Aos ist mir das Wetter zu unbestimmt. Einschließlich der Anfahrt zum Startpunkt des Track muss ich schon etwa 2 Stunden bis zum Gipfel einkalkulieren. Und in dieser Zeit kann sich er jetzt schon einsetzende leichte Regen noch kräftig entwickeln. Das kann die Weg sehr rutschig machen und außerdem ist bei solchen Bedingungen nicht mit einer besonders guten Aussicht über den ganzen Frecinet Nationalpark zu rechnen. Ich entscheide mich daher für einen ehe ruhigen Tag mit ausgedehnten Strandwanderungen. Im Verlaufe des Tages stabilisiert sich die Wetterlage wieder. Aber der Gipfel des Mount Amos wird immer wieder von Wolken verhüllt. Es war also eine richtige Entscheidung, den Tag mit ausgedehnten Strandwanderungen auszufüllen und nicht auf den Mt. Aos zu gehen.
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18.12.01
Bei gutem Wetter geht es heute nach Bicheno. In Bicheno beteilige ich mich abends an einer Penguin Tour. Her wird sehr eindrucksvoll das Verhalten der "fairy" oder "little blue" penguins gezeigt. Ich war zur richtigen Zeit dort. In den burrows waren massenweise junge Pinguine und die Altvögel waren eben massenhaft vertreten. Zur Besuchszeit kehrten die Vögel gerade von See zurück um die Jungtiere zu füttern.
19.12.01
Entlang eines besonders schönen Küstenabschnitts geht es heute nach St. Helens.
20.12.01
geruhsamer Tag in St. Helens
21.12.01
Heute nutze ich den Tag zu einer kleinen Rundfahrt bis zur Binalong Bay. Dort mache ich eine ausgedehnte Wanderung und kehre dann zurück nach St. Helens.
22.12.01
Heute geht es weiter in Richtung Launceston. Die Strecke ist zum Teil recht hügelig. In Pyengana mache ich in einem netten, von einem Hamburger betriebenen Roadhouse eine kleine Kaffeepause. Der Hamburger ist in den frühen 60er Jahren ausgewandert und hat lange in Hobart gelebt bevor er vor einigen Jahren hier in dieses abgelegene Tal gezogen ist. Er hat mir recht viel von seinen insbesondere in den 60er und 70er Jahren durchgeführten Wanderungen in den verschiedenen Gebieten Tasmaniens erzählt. Auch aus seinen Schilderungen geht die oft gehörte Begeisterung für den Lake Peddar vor Errichtung des großen Staudammes hervor. Für den heutigen Zustand gibt's für ihn nur die Beschreibung: Die HEC-Projekte haben die ganze Gegend einfach absaufen lassen!
Für den Abstecher zum St. Columbia Fall ist mir die Wetterlage zu undurchsichtig. Ich verzichte daher auf einen Besuch dieses möglicherweise höchsten Wasserfalles in Tasmanien - die Fallhöhe soll knapp 100 Meter betragen - und fahre weiter Richtung Launceston.
Vor mir liegt jetzt der kontinuierliche Anstieg auf den 600 m hohen Weldborough Pass. Die Straße führt durch schönen Regenwald und windet sich langsam aber stetig aufwärts. An einigen Stellen bieten sich herrliche Ausblicke auf die umgebende Landschaft. Auf den recht anspruchsvollen Aufstieg folgt dann eine spektakuläre Abfahrt bis in die verlassene ehemalige Zin-Minenstadt Weldborough. Im dortigen Pub - Eigenwerbung: worst little Pub in Tassie - wollte ich eigentlich eine kleine Pause einlegen und mich mit neuen Getränken für die Weiterfahrt versorgen. Aber trotz einer Wartezeit von etwa 10 Minuten war nirgends eine Bedienung aufzutreiben. Zur Selbstbedienung wollte ich nun auch nicht greifen und habe daher die Fahrt ohne Auffüllung meiner Getränkeflaschen fortgesetzt. Kurz nach Weldborough gab's dann nochmals eine kleine Steigung und dann ging's wieder über eine große Distanz über eine schön geführte Straße abwärts. In diesem Abschnitt waren die dem Sonnenlicht geöffneten Randstreifen zum großen Teil mit schönen purpurfarbenen Blumen bewachsen. Obwohl es noch recht früh war, habe ich diese heutige Etappe in Winnaleah beendet.
23.12.01
Heute war es mal wieder etwas kühler. Starker Wind aus Nord-West. Die Route führte über eine schöne Straße mit vielen schönen Abfahrten - aber auch mit vielen teilweise recht anstrengenden Aufstiegen. Alles nicht sehr lang, aber dafür immer wieder und stellenweise recht steil. Und dann der stetige Gegenwind. Alles in allem eine schöne aber zumindest für mich sehr anstrengende Etappe.
Und dann gab's in Lilydale keine Unterkunft, das gegenüber dem Campingplatz bei den Lily Falls gelegene Falls Farm Hostel war ausgebucht. Bei der anderen Hostel-Farm habe ich gar nicht mehr naschgefragt - schließlich habe ich jetzt über annähernd 1000 km ein Zelt mitgeschleppt, dann kann ich es heute ja auch 'mal benutzen.
24.12.01
Es liegen noch so einige km über hügeliges Gelände vor mir. Stellenweise geht es in recht flachem Winkel aufwärts. Ich nehme die Steigung optisch kaum war sondern bin nur verwundert, warum es denn mal wieder nur so langsam voran geht. Es bläst zwar wieder ein recht kräftiger Wind, aber das alleine kann doch nicht der Grund sein! Oder hat mich die gestrige Etappe zu sehr mitgenommen? Alles Quatsch. Es ging einfach nur aufwärts. Jetzt wo vor mir wieder einmal eine lange und zum Teil recht steile Abfahrt liegt, wird deutlich, welcher Anstieg mal wieder hinter mir liegt.
Vor der nächsten Bergkette liegt schon Launceston. Jetzt geht es fast nur abwärts bis ich bei den Gebäuden der Universität auf die 4-spurig ausgebaute Schnellstraße gelange. Im doch recht starken Verkehr rolle ich ins Zentrum von Launceston.
Das Wetter ist zwischenzeitlich recht unbeständig geworden. Kurz nachdem ich mich etwas außerhalb in einem netten Appartement einquartiert habe, geht ein recht massiver Regenschauer nieder. Jetzt per Ras irgendwelche Besorgungen machen oder gar etwas Sightseeing ist wohl nicht empfehlenswert. Aber so nach einer Stunde ist die Regenfront durchgezogen und es wird doch noch ein recht angenehmer Nachmittag. So richtig geeignet, um bei einem Stadtbummel Launceston etwas näher zu besehen. Am Abend wird's dann wieder mit heftigen Gewittern recht ungemütlich. In Launceston hat es in einem sehr eng begrenzten Wohnbezirk verheerende Sturmschäden gegeben. Dächer wurden abgedeckt oder einfach davon geweht, Bäume entwurzelt, größere Gegenstände durch die Gegend gewirbelt. Für die betroffenen Familien war es ein Desaster, für die Feuerwehr ein Großeinsatz.
25.12.01
Auch heute hält die unfreundliche Witterung an. Wahrlich nicht der richtige Tag für eine weitere Ausfahrt per Rad.
26.12.01
Die jetzt eingekehrte Wetterberuhigung ist eine Einladung zu einer Wanderung im Cataract Gorge
In der Presse wird ausführlich über die schlimmen Buschfeuer in NSW, insbesondere im Großraum Sydney und in den Blue Mountains berichtet. Das Fernsehen bringt regelmäßig updates zur Lage. Mehr als 100 Häuser wurden bisher vom Feuer zerstört. Straßen wurden geschlossen. Ebenso viele Campingplätze in NSW. Für mich erübrigen sich somit weitere Überlegungen, ob ich evt. doch noch mit dem Rad nach Sydney fahren soll. Einige der Buschfeuer liegen genau auf der von mir geplanten Reiseroute. Selbst wenn die Feuer bis zu meinem möglichen Eintreffen in dieser Region unter Kontrolle oder gar gelöscht sein sollten, ist das wohl nicht die richtige Zeit für eine Radtour auf dieser Route. Ich werde dann wohl meinen Rückflug - soweit möglich - ab Melbourne umbuchen.
27.12.01
Heute geht es zunächst mal nach George Town. Vor einigen Tagen musste wegen ungünstiger Witterung eine Überfahrt der Devil Cat abgesagt werden. Also mal sehen, wann und wie ich zurück nach Melbourne komme. Für Sonntag habe ich eine Reservierung und bei Bedarf muss ich mich bis zur nächsten Gelegenheit in Georgtown aufhalten.
Die Fahrt von Launceston nach George Town über den East Tamar HWY ist nicht besonders lang. Aber das Gelände ist wiederum recht hügelig und so nach einer guten Stunde setzte dann noch recht starker Gegenwind ein.
Bei der Ankunft in George Town bin dann direkt zum Ferry Terminal gefahren, um die nächste Überfahrt nach Melbourne zu prüfen. Ich habe Glück. Die Fähre geht heute und ich kann meine für Sonntag bestehende Reservierung einfach auf heute übertragen. Dann noch ein kurzer Anruf in Melbourne und ich habe zumindest für heue Abend trotz der etwas späten Ankunft der Fähre eine Unterkunft in St. Kilda. Bei der Ankunft der Fähre begrüßt mich anhaltender "Landregen". Die Fähre ist auch etwas verspätet und kommt erst nach Sonnenuntergang in Melbourne an. Ich muss mich also bei Regen und einsetzender Dunkelheit auf den Weg machen und finde "natürlich" nicht die ausgewählte Unterkunft. Aber es gibt ja ausreichend Alternativen. Für einen etwas höheren Preis als zuletzt in Launceston bezahlt finde ich eine deutlich schlechtere Unterkunft in St. Kilda. Die Lage ist gut. Nah zum Beach. Die Leute sind freundlich. Da nehme ich mal die offenkundigen Nachteile gegenüber der vorhergehenden Unterkunft in Kauf.
28.12.01
Zunächst muss ich erst einmal die Rückflugmodalitäten klären. Daher zunächst eine kurze Ausfahrt in die City zum Nauru Building - ja richtig, das ist der kleine Inselstaat irgendwo im Pazifik, der vor einigen Monaten von Australien genötigt wurde. die Boatpeople von der Tampa aufzunehmen.
Anschließend folgt ein Spaziergang auf den St. Kilda Pier und später eine Fahrt entlang des Strandes bis zum Übersetzungspunkt der kleinen Radfahrerfähre über den Yarra. Zwischendurch viele kleine Pausen am Strand, kurzum: beachcombing by bike!
29.12.01
Heute wird's hier in Melbourne ein richtig heißer Sommertag. Die Temperaturen sollen gemäß Vorhersage weit in die 30er gehen. Es ist schon um 8 Uhr morgens angenehm warm - so wie ich mir das Wetter für den gesamten Australienaufenthalt vorgestellt hatte. Ich bleibe noch einen weiteren Tag in Melbourne. Ein wenig die Gegend per Rad erkunden, ein wenig beachcombing - kurzum ein angenehmer Urlaubstag.
Morgen soll dann die Radtour weiter gehen.
30.12.01
Zur Abwechselung ist es heute mal wieder deutlich kühler. Gestern lag die Spitzentemperatur bei knapp 36 °. Heute sind nicht mehr als 22 ° zu erwarten. Aber zum radeln ist diese niedrigere Temperatur ja recht angenehm. Ich fahre entlang der Philipps Bay immer nah an der Küstenlinie. Über lange Strecken kann ich den recht gut ausgebauten Radweg benutzen. Teilweise geht's auch über normale Straßen. Je mehr ich mich dem äußersten Ende der Mornington Peninsula nähere, wird der Verkehr immer dichter und kommt gar stellenweise zum Stillstand. Hier scheint nahezu jede Unterkunftsmöglichkeit, jeder Fleck auf den Campingplätzen belegt zu sein. Na ja, mal sehen, ob ich dann hier und heute noch eine Unterkunft finde, schließlich habe ich zur deutlichen Minderung meines Reisegepäcks u.a. auf die Mitnahme des Zeltes verzichtet.
In gebührender Entfernung zu Sorrento sind noch häufiger Hinweise auf verfügbare Unterkünfte zu finden. Dann wird es jedoch immer weniger. Die erste Rückfrage in Sorrento ist zwar positiv aber zu welchem Preis! 350 A$! Aber die recht freundliche Dame an der Rezeption gibt mir noch einen Hinweis wo ich evt. noch etwas zu einem für eine Person annehmbareren Preis finden kann. Na ja, für heute habe ich noch einen Motelraum zu einem halbwegs vernünftigen Preis bei einem recht freundlichen Holländer aus der Region Limburg gefunden. Aber für morgen scheint ganz Sorrento schon seit Wochen ausgebucht zu sein. Es ist hier wohl eine riesige NYE-Fete zu erwarten. Ich muss dann morgen früh mal kurz nachhaken, wo ich denn für die Sylvesternacht eine Unterkunft finde und danach meine weitere Reiseroute ausrichten.
31.12.01
In Sorrento ist alles ausgebucht. Ich habe daher keine allzu große Auswahl - die Tour geht weiter in Richtung Westen. Nach einem kurzen Abstecher nach Portsea fahre ich mit der Fähre nach Queenscliff. Ich will hier und heute keine weiteren Experimente machen und quartiere mich gleich im ersten am Wege liegenden Hotel in Queenscliff ein. Gemessen am gebotenen Standard ist der Preis mit A$ 65 recht hoch. Und später kann ich dann feststellen, dass hier in Queenscliff noch einige weitere Unterkünfte verfügbar sind. Ich will das mal als ein gutes Omen für die bevorstehende Tour entlang der Great Ocean Road ansehen.
1.1.02
Das Wetter hat sich wieder etwas gebessert. Es ist zwar weiterhin recht kühl aber es regnet nicht mehr - zumindest zu Beginn der heutigen Etappe. Heute geht es auf die Great Ocean Road. Leider muss ich jedoch gegen recht starken Wind radeln. Manchmal erreiche ich nur eine Geschwindigkeit von 11 km/h. Aber es geht dennoch vorwärts.
In Ocean Grove mache ich in einem schönen Strandcafe eine kleine Pause und begrüße das neue Jahr (gemäß MEZ) bei einem kleinen Imbiss mit einer herrlichen Aussicht auf die weite Bucht von Ocean Grove und weit über die Bass Strait.
Der weitere Weg führt mich etwas abseits der Küstenlinie durch ein Gebiet mit Rinderhaltung. Mit meiner Ankunft in Torquai setzt dann ein ausgedehnter heftiger Regenschauer ein. Für heute quartiere ich mich hier in einem netten Guesthouse ein. Wann ich weiterfahre werde ich morgen je nach Wetterlage entscheiden.
Am Nachmittag mache ich dann noch eine lange Strandwanderung die dann irgendwo in der Springfield Creek Reserve durch einen weiteren heftigen Regenschauer abrupt beendet wird. Glücklicherweise finde ich an einem der überdachten Grillstände etwas Regenschutz bis der Schauer vorüber ist.
2.1.02
Ein weiterer kühler Tag mit a recht starkem Wind und zu erwartender Schauertätigkeit. Mein Ziel für heute ist Lorne, so etwa 50 km entfernt. Aber bei einer dramatischen Wetterverschlechterung kann ich bei Bedarf auch irgendwo unterwegs an dieser stark erschlossenen Touristenstraße Quartier machen.
Kurz vor Anglesea überrascht mich ein zwar nur kurzer aber dafür umso heftiger Regenschauer. Nach einer kurzen Pause in einem kleinen Cafe bessert sich das Wetter wieder und wird direkt einladend zur Fortsetzung der Tour. Aber schon bald zeigen sich neue schwarze Wolken am Himmel. Über die Bass Strait ziehen beständig heftige Regenschauer auf die Küste zu. Aber ich habe Glück. Fast immer sind die Regenschauer schon durchgezogen und ich habe nur über eine nasse Straße zu fahren oder ich erwische nur den äußersten Rand eines Schauers und muss nur einige Tropfen hinnehmen.
Nur mit der Unterkunftsbeschaffung sieht es in Lorne recht ungünstig aus. Für heute finde ich noch eines, das wirklich letzte Zimmer im Best Western. Eigentlich wollte ich hier in Lorne zwei oder drei Tage bleiben - ob's realisierbar ist, wird sich morgen zeigen. Im Best Western Motel kann ich bleiben, wenn's eine Stornierung gibt und über die Visitor Information habe ich noch eine weitere Option, sofern die das Zimmer zur nutzenden Gäste ihre Meinung nicht ändern und einfach noch etwas länger bleiben.
3.1.02
"Natürlich" habe ich mal wieder niemanden angetroffen, um die Verfügbarkeit der in Aussicht gestellten Unterkünfte abschließend zu prüfen. Gut, ich habe mich auch nicht sonderlich bemüht. So habe ich denn die Tour entlang der Great Ocean Road fortgesetzt.
Heute war es eine sehr angenehme Etappe über moderat welligem Gelände. Auch das Wetter war recht angenehm. Der Wind deutlich schwächer als gestern und die über der Bass Strait gesehenen Regenschauern haben meine Reiseroute nicht gekreuzt.
Mit der Annäherung an Apollo Bay wurden die "No Vacancy"-Anzeigen beunruhigend häufig. Auch in der Visitor Information herrschte trotz aller Freundlichkeit mehr Aufgeregtheit als klare Übersicht über die noch verfügbaren wenigen Unterkünfte. Zum Glück habe ich nicht die nötige Geduld aufgebracht, um auf eine irgendwo anderweitig benutzte Liste der freien Unterkünfte zu warten sondern habe mal gegenüber im Beach Motel nachgefragt.
Ja, dort war noch ein Raum verfügbar. Nicht besonders billig, aber die richtige Lage und gut ausgestattet. Ich war nur wenige Minuten weg um mein Rad mit dem Gepäck von der Visitor Information zu holen und dann war schon der nächste Interessent da. Aber ich war nun mal einige Minuten vorher da und der Manager des Motels hat sich an seine Zusage gehalten, obwohl die nächsten Gäste möglicherweise den im Preisaushang ausgewiesenen höheren Preis bezahlt hätten.
Vielleicht hätte man mir in der Visitor Information noch eine billigere Variante angeboten. Aber was soll's. Wir haben hier mit den Schulferien Hochsaison und Apollo Bay gehört zu den stark besuchten Orten an der Great Ocean Road.
4.1.02
Mal ein recht regnerischer Tag. Zwischen den einzelnen Regenperioden bieten sich schöne Strandwanderungen an. Ansonsten bleibt es bei einem geruhsamen Tag in Apollo Bay
5.1.02
Heute mal wieder ein schöner sonniger Tag den ich zu einer kurzen Ausfahrt in das Paradise Valley mit einer anschließenden Wanderung zu einem schönen Wasserfall nutze.
6.1.02
Die Reise geht weiter. Mit einer ordentlichen Campingausrüstung könnte ich in den Otway Nationalpark fahren. Aber ich habe nun einmal mein Zelt in Melbourne gelassen. So macht es wenig Sinn, jetzt lange darüber zu lamentieren, wie schön ein Abstecher in diesen Nationalpark sein könnte.
Ich bleibe auf der Hauptstraße und umfahre den Otway Nationalpark. Es bleibt bei einem kleinen Spaziergang in einem schönen Regenwaldabschnitt und dann folgt der Aufstieg nach Lavers Hill.
Mein Quartier beziehe ich in einem netten B&B direkt am Melba Gully State Park. Auch hier kann man über einen recht gut ausgebauten Wanderweg einen schönen Eindruck vom Regenwald bekommen. Und abends sorgen dann die überall an den Uferrändern sitzenden Glühwürmchen für eine besonders romantische Stimmung.
7.1.02
Die ersten knapp 20 km der heutigen Etappewaren waren erfreulicherweise bergab, von einigen kleinen Mulden mit kurzen und teilweise recht harten Wiederanstiegen mal abgesehen. Das war denn wohl die redlich verdiente Entschädigung für die gestrigen Mühen hinauf nach Lavers Hill.
Der Rest war dann mehr oder weniger gently rolling country entlang der Küste. Aber der für gestern Abend angekündigte Wind in "gale force" hat sich wohl etwas verzögert und tobt sich erst jetzt so richtig aus.. Für mich hat sich die Sache leider recht unfreundlich gestaltet. Gut 30 km gegen grimmigen, kalten Wind. Manchmal sehr böig. Es war dann schon mehr oder weniger Zufall, wenn man seine Fahrspur einhalten konnte. Aber zum Glück hatten die meißten Autofahrer diesen starken böigen Wind realisiert und bei Überholvorgängen entsprechend großen Abstand eingehalten.
Jetzt kommen die "Highlights" der Great Ocean Road mit den zwölf Aposteln und den anderen von Wind und Wetter geformten Skulpturen. Von der Straße sind diese bizarren Gebilde nicht direkt einsehbar. Man muss jeweils zu besonderen Aussichtsplattformen gehen. Aber dann ist die Aussicht einfach berauschend!!
Leider setzten jetzt heftige Regenschauern ein, immer wieder von kurzen sonnigen oder zumindest trockenen Abschnitten unterbrochen.
In Port Campbell mache ich dann für zwei Tage Station.
8.1.02
Es ist weiterhin recht regnerisch. Ich mache nur eine kurze Ausfahrt bis zu den Besichtigungsplattformen Arch und London Bridge.
9.1.02
Die abschließende Etappe nach Warrnambool war in jeder Hinsicht eine recht bequeme Angelegenheit. Das Wetter hat sich wieder einmal gründlich geändert. Es ist morgens bedeckt, aber trocken und im Verlauf des Vormittags klart es mehr und mehr auf. Bis Peterborough ist es noch etwas hügelig aber dann wird es bis Warrnambool fast eben.
Bei Peterborough kann mit den Abschnitten Grotto und Bay of Islands noch einmal ein herrlicher, von Winderosion geprägter Küstenabschnitt bewundert werden
Dann verlässt die Great Ocean Road kurz hinter Peterborough die unmittelbare Küste und führt nun einige Kilometer landein durch eine von Rinderhaltung geprägte Gegend. Die letzten 12 km muss ich dann auf dem Princess HWY fahren. Aber es ist ein brauchbarer Randstreifen vorhanden und so ist der starke Autoverkehr recht gut zu ertragen.
10.1.02
Bei recht strammen Gegenwind fahre ich heute zum Tower Hill, etwas außerhalb von Warnambool. Tower Hill ist ein alter Vulkan mit einem sehr schönen Kratersee. Früher wurde das Gelände landwirtschaftlich genutzt. Aber vor einigen Jahren hat die Wildlife and Park Verwaltung das Gelände übernommen und zu einem Schutzgebiet für Flora und Fauna gemacht.
Hier laufen den Besuchern Emus über den Weg und mit etwas Glück kann man Kanguruhs, Wallabies, Echinadas und eine große Artenvielfalt an Vögeln beobachten.
11.1.02
Wir haben mal wieder einen richtig schönen Sommertag, einfach einladend zu einem Tag am Strand.
12.1.02
Jetzt habe ich nicht mehr allzu viel Zeit um die Rückfahrt nach Melbourne über eine große Schleife über eine nördlich des Princess HWY verlaufende Inlandsroute per Rad zu machen. Ich entscheide mich daher, die Rückfahrt nach Melbourne heute mit der Bahn zu machen.
13.1.02
Das schöne Wetter hat angehalten. So bietet sich ein netter Tag am Strand in Melbourne an.
14.1.02
Das schöne Wetter verleitet mich heute zu einem Stadtbummel durch die City von Melbourne und den einfach schönen Bereich der Southbank.
15.1.02
Der Großraum Melbourne lädt mit seinen vielen und schönen Radwegen zu ausgedehnten Radtouren ein. Ich entscheide mich heute für den Main Capital Trail. Das ist ein sehr schöner Rundkurs, der zum einem großen Teil dem durch Melbourne fließenden Yarra folgt.
16.1.02
Eine weitere schöne Ausfahrt durch Melbourne. Über Ocean Cove, den Westgate Park und durch das Moonee Valley fahre ich in Richtung Norden bis fast zum Flughafen. Vielleicht kann ich ja morgen zum Antritt meiner Rückreise mit dem Rad zum Airport fahren, wenn ich eine halbwegs passende Zufahrt finde.
So etwa 6 km vor dem Airport mache ich in einer kleinen Bäckerei eine kurze Rast und frage so nebenbei nach einem für Radfahrer geeigneten Weg zum Airport. Aber leider kann mir niemand eine auch nur halbwegs brauchbare Auskunft geben. Allen Leuten fällt nur die für Radfahrer ausdrücklich gesperrte Schnellstraße ein.
Na ja, was soll's. Es ist ja nur eine von mehreren Alternativen, zum Flugplatz zu gelangen. Nach der kurzen Pause fahre ich dann weiter auf dem Radweg und nach wenigen Metern ist dort ein Schild mit dem schönen Hinweis Airport 6,5 km. Na also es gibt doch einen Weg zum Flughafen. Also weiter. Es folgt eine weitere .schöne Strecke. Die anfliegenden und startenden Maschinen kann ich deutlich sehen und auch die Flughafengebäude sind jetzt zum Greifen nahe. Und dann, dann stehe ich vor einem großen Zaun. Hinter dem Zaum sind Einrichtungen der Anflugbefeuerung zu sehen - aber nirgendwo ist ein Tor der ein Weg. Ich muss also umkehren. An der nächsten Wegegabelung versuche ich die andere Alternative. Hier gelange ich in ein Wohngebiet und nach wenigen Metern stehe ich an der Auffahrt zur Schnellstraße zum Flughafen mit seinen eindeutigen Verbotsschildern für Radfahrer. Ich frage nochmals nach. Aber auch hier fällt niemanden ein, wie ich mit dem Fahrrad legal zu den Flughafengebäuden kommen soll.
17.1.01
Ich habe nicht mehr weiter nach einer für Radfahrer geeigneten und auch erlaubten Zuwegung zum Flughafen gesucht. Um in Ruhe von St. Kilda über den Radweg bis in die Nähe des Flughafens zu gelangen war die Zeit ohnehin reichlich knapp bemessen. So habe ich halt den Skybus benutzt. Auch hier musste ich etwas Geduld üben und warten bis ein Bus mit relativ wenig anderen Fahrgästen und entsprechend wenig Gepäck kommt. Aber letztlich bin ich dann irgendwie zum Flugplatz gekommen. Dann war da noch die fast schon obligatorische Diskussion mit dem Personal am Check-In. Aber auch hier und heute konnte ich die Leute davon überzeugen, dass man mein Fahrrad auch ohne die fast immer gewünschte Verpackung annehmen und befördern kann. Und abgesehen von einigen kleinen Schrammen und einer verbogenen Lampenhalterung kam das Rad in einem ordentlichen Zustand in Frankfurt an.