...... mit dem Fahrrad
            von Fort Myers/Florida nach New York City
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EAST-COAST 2007

Der Spruch zur Reise:      More trees, less Bush


3. Februar
Flug Düsseldorf - Ft Myers. Die Einreisefoormalitäten gehen trotz der neuen Regelungen, wie Abnahme von 2 Fingerabdrücken und Erstellung eines Fotos, recht zügig vonstatten. Mein Gepäck einschließlich Fahrrad ist gut angekommen. Zu meiner Überraschung ist das Rad schon vor dem sonstigen Gepäck verfügbar. Auch meine große Tasche mit den 4 Radtaschen ist schnell verfügbar. Jetzt geht´zum Zoll. Auch hier eine schnelle und freundliche Abfertigung. Ich werde mit meinem Rad und der recht großen Tasche mit einem freundlichen "Hi, welcome in Florida, have a nice trip" so einfach ohne jede Kontrolle durchgewunken. Jetzt muß ich nur das Fahrrad für die Fahrt herrichten: Lenker gerade stellen, Pedale anschrauben, Sattel höher stellen und wieder ordentlich aufpumpen . Dann noch das Gepäck etwas umsortieren und es kann los gehen.

Das vorgebuchte Hotel soll sich in der Nähe der Bell Tower Arkaden befinden. Das ist keine allzu große Entfernung und sollte noch bis Sonnenuntergang zu schaffen sein. Mit Einbruch der Dunkelheit erreiche die Bell Towers. Das Motel ist nicht an der markierten Stelle. Zum Glück kennt ein angesprochener Amerikaner das Motel. Ich muss noch gut 3 km in Richtung Norden. Da ich mein Rücklicht noch nicht ordentlich herrichten konnte, laufe ich bis zum Motel. Hier folgt dann die nächste Überraschung: Die Buchung von hotels.com wurde für ein gleichnamiges Motel in Ft. Myers North - noch mehr als 10 km weiter nördlich, fast schon in Cape Coral - gemacht. Das ist mir jetzt mit dem Fahrrad zu weit. Na ja, dann muss ich halt nochmals zahlen!

4. Februar
Der "Sunshine State" begrüßt mich mit grauem Himmel und niedrigen Temperaturen. Es beginnt so mit gut 50 ° F und steigert sich dann später auf mal soeben 60 ° F. Das ist nun nicht das von mir erhoffte schöne Sommerwetter Floridas!

Ich fahre daher mal zunächst direkt in die Innenstadt Ft. Myers und dann weiter über den Coloosahatcher River nach Ft Myers North. Vielleicht kann ich ja im Days Inn noch eine halbwegs vernünftige Lösung für die von hotels.com vermurkste Buchung erzielen. Ich hätte mir den Schlenker zu diesem Motel sparen können. Obwohl man anerkennt, dass der von hotels.com der Buchungsbestätigung beigefühte Kartenausschnitt auch bei sehr großzügiger Auslegung nicht zu diesem Days Inn passt, verweist man mich zwar freundlich aber bestimmt zur Klärung an hotels.com. Formal wohl nicht zu beanstanden! Dann fahre ich mal zunächst weiter durch Cape Coral und schließlich bis Port Charotte.

5. Februar
Es ist immer noch recht kalt und alles grau in grau. Eine regionale Tageszeitung bringt gar den Aufmacher "How deep will it fall?"
Na ja, da muß ich nicht viel überlegen. Einfach Richtung Nord-Ost. Der schon gestern unangenehm starke Gegenwind hat noch um einiges zugelegt. Für heute soll dann mal in Wachula Schluss sein. Abends befasst sich auch der "Weather Channel" mit den weit verbreiteten tiefen Temperaturen. Die aktuellen Werte liegen z.Zt. So zwischen 5 und 8° C unter den langjährigen Mittelwerten. Aber es soll zumindest in Florida in den nächsten Tagen deutlich besser werden.

6. Februar
Morgens ist es mit 50° F noch recht kühl, aber die Sonne zeigt sich. Wie schon gestern geht es auch heute durch riesige Citrus-Plantagen. Überall ist die Ernte in vollem Gang. Die Route führt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, über kleine, wenig befahrene Straßen. Gelegentlich kommen einige voll mit Orangen beladene Lastwagen vorbei . .
In Haines City ist für heute Schluss.

7. Februar
Heute soll es ja endlich besser werden - sagen zumindest die Meteologen auf allen Kanälen, in allen regionalen Zeitungen. Dann wird das ja stimmen! Schon frühmorgens strahlend blauer Himmel bei noch recht niedrigen Temperaturen. Aber ich will mal den Vorhersagen vertrauen und starte mit einem dünneren Radtrikot und einer 3/4-langen Hose. Und es geht ganz gut. So nach knapp 2 Stunden wird´s dann recht warm. Die Jacke ist jetzt auch entbehrlich. Na ja, dann kann ich ja heute mal einen Campingplatz ansteuern.

In Davenport treffe ich einen anderen Reiseradler. Er kommt von Norden und will zunächst nach Ft. Myers und von dort mit der Fähre nach Key West. Für seine Navigation ist er ähnlich wie ich ausgerüstet. Ein Garmin Vista und Karten von Adventurecycling. Diese Begegnung kommt mir gerade recht. Vor einigen Tagen war ja der verheerende Tornado, der neben riesigem Sachschaden leider auch mehrere Tote gefordert hat. Mir war bis jetzt nicht so ganz klar, ob ich der vorgeplanten Route folgen kann oder ob wegen der Tornadoschäden eine Änderung erforderlich ist. Aber es soll wohl gehen. Die Ortschaft Paisley zwischen Mount Dora und DeLand soll wohl betroffen sein aber eine Fahrt durch diese Region sei problemlos möglich. Na gut, dann mal weiter. Morgen müsste ich in dieser Region unterwegs sein!

8. Februar
Obwohl es auf dem Campingplatz recht laut war, viele kläffende Hunde, die Autos der beiden sehr stark befahrenen Straßen, habe ich doch recht gut geschlafen. Nur ist leider recht starker Morgennebel. Das Zelt ist "klatschnass" und wenn ich es trocken einpacken möchte, müßte ich wohl noch längere Zeit warten. Also dann mal das nasse Zelt verpacken und weiter geht's. Heute geht es weiter durch das "hügelige" Florida. Es geht hier natürlich nirgends so richtig aufwärts, aber die kurzen Rampen können schon recht steil sein!
Heute mache ich im Camp der Forstverwaltung in der Nähe von Paisley Station. Es ist ein sehr schön an einem kleinen See gelegener Campingplatz. Und wenn ich all die Warnungen und die "bärensicheren" Abfallbehälter sehe, scheinen das auch so einige Bären zu sehen.

9. Februar
Über Monteverde geht es heute durch eine recht schöne Landschaft nach Mount Dora am Lake Dora. Das ist ein recht netter Ort. Hier könnte ich vielleicht mal für heute Schluss machen. Leider ist das Highland Motel geschlossen und macht auch einen reichlich herunter gekommenen Eindruck. Jetzt könnte ich noch auf ein B&B ausweichen. Aber hier will man sich die gute Lage mit herrlichem Blick auf den See teuer bezahlen lassen. Na gut, dann soll es wohl nicht sein! Ich fahre dann mal weiter. Die Möglichkeiten hier irgendwo Station zu machen sind recht dünn gesät. An Motels ist nicht zu denken. Bei Seville soll sich abseits meiner Route ein Campingplatz am Lake Georg befinden. Ich habe da kaum eine Alternative. Also mal dort hin. Na ja, die Lage ist recht nett - aber ansonsten ist der Zustand schon etwas gewöhnungsbedürftig.

10. Februar
Heute breche ich recht früh auf. So einladend ist der Campingplatz nun wirklich nicht. Über kaum befahrene Straßen rolle ich nach Ormond Beach an der Atlantikküste. Den ganzen Tag ist es bedeckt und recht kühl. Mein Zelt schlage ich im Tomoka State Park auf. Das Camping kostet deutlich mehr als gestern, aber dafür ist die Anlage auch in einem sehr guten Zustand Der Tomoka State Park liegt sehr schön am Halifax River. Die ganze Anlage ist ein uralter Swamp-Forest. Leider ist es mai wieder ungemütlich kalt. Ich verzichte daher auf einen etwas längeren Aufenthalt hier im Park und setze meine Fahrt fort.

11. Februar
Zunächst geht es einige Kilometer zurück nach Süden. In Ormond Beach passiere ich die Brücke über den Halifax River. Dann fahre ich auf der A1A entlang der Küste in Richtung Norden. Heute weht mir mal wieder ein stetig strenger und kühler werdender Wind entgegen. Kurz vor Flagler Beach habe ich dann noch eine Reifenpanne. Zu meiner Überraschung nicht am schon extrem abgefahrenen Hinter- sondern am Vorderrad. Na ja, dann folgt die nächste Überraschung. Seit rund 3 Jahren führe ich einen bis heute nicht benötigten Reserveschlauch mit, und was muß ich jetzt feststellen? Der Schlauch hat ein Dunlop-Ventil. Leider passt das nicht durch das Ventilloch der Felge. Zum Glück habe ich noch einen weiteren Reserveschlauch mit dem "richtigen" Ventil mitgenommen, so das ich hier und jetzt nur den Schlauch wechseln muß. Mir reicht´s jetzt für heute, zumal auch die jetzt auftauchenden Motels alle ausgebucht sind. Im nöchsten Motel mit freien Zimmern soll dann mal für heute Schluß sein.

12. Februar
Für heute wurden Schauer und später Dauerregen prognostiziert. Gemessen an dieser Vorhersage beginnt der Tag recht angenehm. Der Wind ist nahezu eingeschlafen, die Temperaturen sind recht angenehm. Heute will ich ohnehin nur bis St. Augustine fahren. Ich habe also reichlich Zeit und kann es ganz gemächlich angehen. Aber es geht doch recht zügig voran. Auf der A1A ist kaum Verkehr. So kann ich unbeschwert Richtung Norden fahren. Am Mantenza Monument, einem alten spanischen Fort südlich von St. Augustine, mache ich eine längere Pause. Dann werde ich auch noch in so einige Unterhaltungen verwickelt. Eine besondere Überraschung ist ein Kanadier, der mich fragt, ob ich Walsum kenne. Na klar, Walsum grenzt ja direkt an Dinslaken. Dann stellt sich heraus, das dieser Kanadier vor vielen Jahren nach Kanada auswanderte. Lediglich seine Mutter ist in Walsum verblieben aber nun auch schon mehr als 20 Jahre tot.

Gegen Mittag komme ich bei besten Wetterbedingungen in St. Augustine an. Dann sehe ich im Weather Channel dass im Süden Floridas bis etwa Ormond Beach heftiger Region gefallen ist. Die Vorhersage war also richtig. Ich hatte Glück. Weiter nördlich von Ormond Beach war es heute halt deutlich besser. Aber nicht zu früh frohlocken. Für Dienstag sind großräumig heftige Gewitter angekündigt. Na, dann werde ich mal sehen, wie es morgen wird.

Ich bin einige Tage vor meiner "Marschtabelle" und werde daher für 3 Nächte in St. Augustie bleiben. Ich bin unschlüssig, ob ich auf einen Campingplatz in Augustine Beach gehe oder doch lieber wegen der Regenprognose ein Motel wähle. Da spricht mich so ein "Snowbird" an und rät mir dringend zu einem Motel. Gerade für Einzelpersonen sei nach seiner Erfahrung ein preiswertes Motel kaum teurer als ein guter RV-Park. Das mir empfohlene Motel direkt vor der Lion Bridge ist nicht so billig wie angekündigt. Na ja, der gute Mann hat wohl nicht bedacht, dass er für seinen 8-Wochen-Aufenthalt vermutlich weniger je Tag zahlt als so irgendein "Durchreisender", aber es ist immer noch recht preiswert und nahe Downtown St. Augustine.

13. Februar
Der Tag scheint ganz gut zu werden. Blauer Himmel und sehr angenehme Temperaturen! Von den angekündigten Gewittern ist noch nichts zu bemerken. Ich will dann mal den Tag zu einem ausgiebigen Rundgang durch St. Augustine nutzen. St. Augustine ist die älteste, von europäischen Kolonisten gegründete Stadt der USA. Es ist eine spanische Gründung. Hier erklärte Spanien seinen Besitzanspruch auf ganz Amerika. Nach kriegerischen Auseinandersetzungen mit England verkaufte letztendlich Spanien seinen nordamerikanischen Besitz an das napoleonische Frankreich welches es wenig später an die USA verkaufte.

Während meines Rundganges wurde es schnell schwül-warm. Ob die angekündigten schweren Gewitter, die "severe thunderstorms" doch noch kommen? Bei Rückkehr in mein Motel meldet der Weather Channel eine Tornadowarnung für Löuisiana und den Panhandle-Bereich Floridas. Für die Region St. Augustine gibt´s "Storm Watch" Na ja, dann sollte es doch richtig gewesen sein, jetzt und hier kein Camping zu machen. Dieser "Storm Watch" wird noch so einige Zeit aufrecht erhalten bis sich dann am frühen Abend für die hiesige Region eine deutliche Entspannung abzeichnet.

Die Tornadowarnung für New Orleans hat sich leider bestätigt und dort auch neben erheblichem Sachschaden ein Todesopfer gefordert.

14. Februar
Die Wetterlage hat sich weiter entspannt. Der Tag beginnt mit blauem Himmel, angenehmen Temperaturen und einigen Cumuli. Nur der Wind bläst kräftig. Heute will ich nur in den Anastasia State Park und nach Augustuine Beach fahren. Dabei dürfte der heftige Wind keine Behinderung sein.

Morgen soll es dann weiter Richtung Norden gehen. Wenn die Vorhersagen stimmen, soll es zwar relativ kühl werden, aber der heftige Wind sollte bis dahin deutlich nachlassen.

15. Februar
Na ja, es ist jetzt lausig kalt geworden. Inzwischen gibt´s schon Frostwarnungen - und das im "Sunshhine State" Florida! Heute will ich bis Jacksonville fahren. Über weite Strecken zieht sich die Küstenstraße A1A duch Naturschutzgebiete dahin. Außer Landschaft gibt es dann nichts. Dann folgen einige weitere Beachresorts mit großzügigen Golfplätzen und schönen Wohnvierteln. Besonders ist mir hier Ponte Verda aufgefallen. Dann geht es weiter durch Mayport und mit der Fähre über den St. Johns River. Gleich hinter der Fähre muss ich mich entscheiden: folge ich den GPS-Daten oder der etwas älteren "Papierversion" der Adventurecycling-Route durch die nördlichen Randbezirke von Jacksonville? Bei den mal wieder zu erwartenden sehr niedrigen Temperaturen entscheide ich mich dann mal lieber für die "Papierroute". Hier sollte ich mit Sicherheit irgendwo in Airportnähe ein Motel finden. Unterwegs handele ich mir eine weitere Reifenpanne ein. Ich habe einen auf der Straße liegenden schmalen Metallstreifen übersehen und mit dem Hinterrad voll erwischt.. Es macht einen erheblichen Lärm und zunächst sonst weiter nichts. Glück gehabt, oder? Nach knapp einem Kilometer weiter habe ich dann die Bescherung: hinten Plattfuß! Der Schaden lässt sich leicht beheben, aber mit allem "drum und dran" geht mir doch eine halbe Stunde verloren. Dann kann es weiter gehen. Aber ich muss mich jetzt doch etwas beeilen. Bis zum Sonnenuntergang ist es nicht mehr lang! Aber ich komme noch rechtzeitig in die "Motelzone" in der Nähe des Flughafens JAX.

16. Februar
Und wieder haben wir einen Tag mit lausig niedrigen Temperaturen. Wieder einmal "freeze watch". Aber es soll besser werden. Immerhin hat der Weather Channel seinen "Spring count down" gestartet! Und damit nicht genug. Es soll doch tatsächlich in den nächsten Tagen besser werden. Selbst für New York City ist eine Entspannung von der zur Zeit großräumig herrschenden extremen Kälte angesagt. Na ja, vielleicht stmmt´s ja und die Meteologen müssen ihre Prognose nicht revidieren! Dann könnte ich die Tour ja wie geplant durchführen und den schon mal angedachten Abbruch in Savannah oder Charleston vergessen. Warten wir mal ab!

Ich bin ja immer noch einige Tage vor meiner Marschtabelle und kann mir daher reichlich Zeit lassen. Zuerst fahre ich mal ins nahe gelegene Einkaufszentrum und versorge mich mal mit etwas Proviant zu vernünftigen Preisen. Dann mache ich noch eine ausgiebige Frühstückspause in einem ordentlichen Restaurant gleich neben meinem Motel. Dann fahre ich langsam los mit der Option, bereits in Callahan für heute Schluß zu machen. Aber dort finde ich nur ein Motel und dort hat man keinen freien Raum. Ich suche noch etwas nach dem anderen in den Adventurecycling-Unterlagen genannten Motel, werde aber nicht so recht fündig. Da, wo sich das "Friendship Inn" befinden sollte prangt ein anderer Name an der Türe und - was nun wichtiger ist - dort kann man nur wochen- oder monatsweise buchen, also nichts für einen durchreisenden Radler. Na ja, fast eine Stunde vertrödelt. Aber jetzt habe ich keine andere Wahl. Ich muß gegen den wieder sehr starken Wind anradeln und kann frühestens nach weiteren gut 50 km mit einer Unterkunftsmöglichkeit rechnen. Trotz des starken Gegenwindes, des späten Startes und des Zeitverlustes in Callahan könnte ich es noch so mit einer kleinen Zeitreserve von 45 Minuten bis nach Folkston in ein Motel schaffen. Aber gleich an der Zufahrt zum Okefenokee Swamp gibt´s ein Camp, die auch nette, leider jedoch nicht ganz billige, Cabins anbieten. Hier mache ich dann mal für heute Schluß. Leider kann ich den Aufenthalt nicht für einen Trip in das Okefenokee National Wildlife Refuge verlängern. Für das Wochenende sind alle Cabins bereits ausgebucht. Dann muß ich halt morgen früh mal sehen, was ich da mache.

17. Februar
Ich breche trotz der recht tiefen Temperaturen recht früh auf. In Folkston wird wohl ein Motel verfügbar sein. Dann könnte ich dort mein Gepäck deponieren und wieder zurück und weiter bis zum Okefenokee Visitor Center fahren.
Für Folkston sind die Angaben von Adventurecycling nicht auf dem letzten Stand. Das Days hat seinen Namen geändert und was schon ärgerlicher ist, das Personal ist nicht besonders freundlich. Man will doch tatsächlich nebem dem Zimmerpreis noch zusätzlich 20 $ haben, wenn ich schon jetzt am frühen morgen mein Gepäck deponieren möchte. Da der Zimmerpreis nun auch kein besonderes "Schnäppchen" ist verzichte ich auf diese Möglichkeit und werde notfalls am Nachmittag nochmals dort vorsprechen. Dann soll es noch die Okefenokee Lodge auf der Second Street geben. Aber an der beschriebenen Stelle, an den angegebenen GPS-Daten finde ich keine Lodge. Auch das Travel Inn vermag ich nicht zu finden. Während ich mich nochmals durch einen Blick auf die Adventurecycling Karte informieren will spricht mich ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Oldtimerfahrer an. Eigentlich wollte er nur mit einem zur aktuellen Kälte passenden Joke "Your are using a bicycle without any heating facilities, similar to me. My old car has also no such comfotabel devices." Aber auch er kann mir nichts zu den beiden von mir gesuchten Motels sagen, obwohl er seit einiger Zeit hier in Folkston wohnt. Dann zieht er noch den Betreiber eines BBQ zu rate. Auch nach einigen Telefonaten kommen wir zu keinem für mich brauchbaren Ergebnis. Letzlich gehe ich dann in das Western Motel ganz in der Nähe des Days. Ich bin ich auch jetzt noch weit vor der regulären Check in Zeit, ja sogar noch vor der Check out Zeit. Aber die Dame an der Reception ist sehr freundlich und hilfsbereit. Ich kann sofort einchecken und mein Gepäck im gebuchten Raum deponieren. Also geht´s doch. Jetzt noch irgendwo zu einem verspäteten Frühstück und ich kann den Trip in den Swamp starten. Zunächst mal ins Visitor Center. Hier bin ich genau zur rechten Zeit um mir den sehr eindrucksvollen Film über den Okefenokee Swamp anzusehen. Anschließend mache ich noch eine 90-minütige Boot-Rundfahrt durch den Swamp. Es ist recht eindrucksvoll. Viel Birdlife und - das muß nun mal sein - mehrere Aligators!

18. Februar
Heute gibt´s nochmals einen Besuch des Okefenokee Swamp. Fahrt über den Swamp Island Drive, Besuch Chesser Homestead und Spaziergang über den schönen Boardwalk. Morgens ist es bewölkt, ziemlich kühl und es bläst mir wieder ein recht starker, böiger Wind entgegen. Im Verlauf des Vormittags löst sich die Bewölkung auf und wir haben Sonnenschein und wolkenlosen blauen Himmel. Nur der kalte Wind stört dieses schöne Bild etwas. Auf der Rückfahrt mache noch einen kleinen Abstecher nach Traders Hill am St. Mary´s River.

19. Februar
Für die nächsten beiden Etappen habe ich zum Camping kaum eine vernünftige Alternative. Wegen der morgendlichen extremen Kühle - so irgendwo knapp über der Frostgrenze - ist ein früher Start wenig empfehlenswert. Dann sollte noch ein ordentlicher Zeitpuffer bis zum Sonnenuntergangso kurz nach 6 verbleiben. Ja, und wenn dann noch ein kräftiger Gegenwind bläst, sind Tagesetappen von deutlich mehr als 100 km nicht drin. Also bleibt nur Camping. Aber zum Gück soll es ja wärmer werden. Für heute sind noch einmal Nachttemperaturen so um 5 ° C angesagt aber es soll aufwärts gehen! Ok, dann mal los!. Heute fahre ich bis Atkinson. Das dortige Camp liegt etwas abseits der Old 259 und ist nur über eine sehr sandige Piste zu erreichen. Stellenweise läßt sich das Rad kaum scheben - von ganz normalem Fahren will ich da erst gar nicht sprechen. Aber die Piste ist nur ca. 1 km lang und somit kein wirkliches Hindernis. Mit 10 $ gehört es zur billigen Sorte, aber ist durchaus zu empfehlen und bietet sehr saubere Sanitäranlagen. Auch kann man sich in ca. 3 km Entfernung in einem großen Supermarkt sehr gut versorgen. Die Temperaturen sinken nach Sonnenuntergang schnell und es wird eine recht kalte Nacht. Na ja, die Meteorologen haben ja auch nichts besseres versprochen. Aber die klare und herrliche ungestörte Sicht auf die Sterne sind schon eine angemessene Entschädigung.

20. Februar
Wir hatten recht trockene Luft. Das Zelt ist daher heute morgen fast trocken. Mit dem Aufbruch lasse ich mir Zeit. Die Etappe bis zum nächsten Camp kurz vor Odum ist mit knapp 80 km nicht besonders lang. Ich kann mir daher einen Start in der frühmorgendlichen Kälte sparen. So kurz nach 9 fahre ich bei schon recht angenehmen Temperaturen los. Über weite Strecken habe ich heute Seitenwind mit einer deutlichen "Schiebekomponente". Entsprechend schnell komme ich voran und bin schon recht früh im Camp bei Odum. Für eine Weiterfahrt bis Reidsville ist es mir jedoch schon etwas zu spät um dort noch sicher vor Sonnenuntergang anzukommen. Außerdem scheint der als möglich vorausgesagte Regen alsbald einzusetzen. Während ich mich im Camp anmelde fallen tatsächlich die ersten Tropfen. Aber zum Glück bleibt es bei diesen wenigenTropfen und nach einer guten Stunde hat sich dann auch noch die Bewölkung aufgelöst. Abgesehen davon, dass ich auch heute mal wieder "in the middle of nowhere" campiere ist es dennoch ein recht netter Ausklang des Tages bei sehr angenehmen Temperaturen. Wenn sich das Wetter so weiter entwickelt, werde ich wohl die Tour wie geplant bis in den Central Park durchführen können - oder?

21. Februar
Der Tag beginnt mit leichter Bewölkung und schon früh morgens recht angenehmen Temperaturen. Aber leider ist Regen vorausgesagt. Na ja, ich habe auch heute nur eine relative kurze Etappe und dazu noch überwiegend leichten Rückenwind. Wenige Kilometer nach Verlasssen des Camps finde ich ein recht ordentliches Restaurant. Also nutze ich mal wieder die Gelegenheit zu einem vernünftigen Frühstück. Dann geht´s weiter. Die Bewölkung ist schon deutlich dichter geworden, aber noch ist es trocken. Die Straßen sind relativ ruhig, wenn ich mal von den recht zahlreichen Holztransportern absehe. Die Fahrer dieser großen Holztransporter verhalten sich durchwegs sehr rücksichtsvoll. Sie fahren nur mit wirklich großem Abstand an mir vorbei. Und wenn das mal nicht geht, nehmen sie halt die Geschwindigkeit zurück und warten bis es geht. Mit einem dieser Fahrer komme ich bei einem Kaffee an einer Tankstelle ins Gespräch. Er kann kaum verstehen, dass ich mit dem Fahrrad rund 2000 Miles von Ft. Myers nach New York City fahren will. Nur mit Mühe kann ich sein Angebot, mich mitsamt Rad ein Stück mit seinem jetzt leeren Holztransporter mitzunehmen, ausreden, zumal seine Ladestelle so ungefähr 50 km weiter fast unmittelbar an meiner Route liegt. Aber letztlich kann er doch nachvollziehen, dass ich für meine Reise ganz bewusst das Fahrrad gewählt habe. Ich fahre dann alleine und mit eigener Kraft weiter. Mit Erreichen des Tageszieles in Raidsville setzt dann leichter Regen ein. Damit ist dann auch die Frage der Unterkunft beantwortet: ich gehe mal wieder in ein Motel.

22. Februar
Und wieder einmal ein herrlicher Tag. Die Meteorologen überschlagen sich fast mit den Lobpreisungen des für heute zu erwartenden Wetters: "plentiful sun, sunshine abundant, Spring is really coming, but . . . . " Na ja, das wäre ja auch zu schön, wenn jetzt nur noch "plentiful sun" oder so ähnlich zu erwarten wäre. Von Westen zieht mal wieder Unheil heran. Für den mittleren Westen werden bereits morgen heftige Stürme und Gewitter erwartet, die durchaus die Kapazität zur Entwicklung starker Tornados haben sollen. Wie sich das an der Küste in Georgia / South Carolina auswirkt, ist noch nicht klar, aber es könnte schon für einen Radtouristen relativ ungemütlich werden. Also mal den heutigen schönen Tag geniessen. Für heute steht mit dem Ziel "Savannah Downtown" ja auch eine recht lange Etappe an. Die Adventurecycling-Tour ist annähernd 150 km. Das wäre ja kein besonderes Problem, aber ich möchte die Tour mit einer ordentlichen Zeitreserve vor Sonnenuntergang beenden. Und Sunset ist bereits um 18:16 h. Um die Etappe etwas abzukürzen, weiche ich etwas von der vorgeplanten Route ab. Schließlich habe ich ja einige Karten für "GLOPUS" auf meinem PDA vorbereitet. Obgleich ich bei "plentiful sun" das Display meines PDA teilweise nur mit großer Mühe ablesen kann, funktioniert die Alternativeroute sehr gut. Ich spare ca. 20 km = 1 Stunde Fahrzeit ein. Einen Teil dieser Einsparung benötige ich für eine mal wieder eingetetene Reifenpanne. Vielleicht sollte ich doch mal den reichlich abgefahrenen Hinterreifen wechseln. Immerhin "schleppe" ich ja einen Faltreifen als Ersatz hier durch die Gegend.
Die für die Alternative ausgewählten Straßen erweisen sich als gut geeignet für Radfahrer, Man muß zwar gelegentlich mit etwas Autoverkehr, darunter einige schwere LKW´s, rechnen, aber die Fahrer verhalten sich auch heute recht rücksichtsvoll. So irgendwo bei Denmark stoße ich dann wieder auf die vorgeplante Route. Für die letzten ca. 20 km hinein nach Savannah muß ich halt eine 4-spurige Straße mit heftigem Verkehr akzeptieren. Das ist aber kein wirkliches Problem. Dieser Highway hat einen schönen breiten Randstreifen. Aber so kurz vor dem Tagesziel wird es etwas ungemütlich. Ich weiche daher teilweise auf den Gehweg aus. In Downtown Savannah kann ich dann wieder im Autoverkehr mitschwimmen. In einem schönen Wohnviertel am Rande der Innenstadt soll sich eine Jugendherberge befinden, An der in den Adventurecycling-Unterlagen genannten Adresse finde ich eine Pension, die jedoch recht "verschlafen" wirkt. Trotz mehrfachem Läuten kann ich dort niemanden erreichen. Jetzt habe ich noch 45 Minuten bis Sonnenuntergang. Das reicht, um zu dem bei der Anfahrt an der recht lebhaften Zufahrt nach Downtown Savannah bemerkten, wahrscheinlich nicht zu teurem Motel, zurück zu fahren. Aber an der East Bay Road, so unmittelbar an der parallel zum Savannah River verlaufenden Riverroad mit den zu Restaurants und Shops umgewidmeten alten Lagerhäusern, sehe ich ein sehr einladendes Inn. Also warum soll ich da noch weiter fahren? Lieber mal nachfragen! Dort hat man noch ein Zimmer. Das ganze ist zwar nicht besonders billig, aber ich nehme es! Und bei näherem Hinsehen ist der geforderte Preis durchaus angemessen: vorzügliche Lage, sehr komfortbales Zimmer, schöne Nebenleistungen. Vielleicht hänge ich hier trotz des relativ hohen Preises noch eine Nacht an.

23. Februar
Ich will noch zwei Nächte hier Savannah bleiben. Da scheint das East Bay Inn doch ein etwas zu hoher Aufwand zu sein, obwohl das Haus schon ein besonderes Flair hat. Aber es ist ohnehin hier für weitere Tage kein freies Zimmer verfügbar. Ich checke nach dem Frühstück aus und will mich denn mal nach einer nicht ganz so teuren aber immer noch in Nähe des historischen Stadtkerns liegenden Unterkunft umsehen. Gleich bei der ersten Rückfrage holt mich die Realität ein. Wir haben Freitag, das Wochenende steht bevor und man ist völlig ausgebucht! Beim zweiten Versuch ist es etwas besser. Man hat freie Zimmer, aber die Preise! Na ja, ich habe da keine Auswahl. Entweder muß ich recht weit raus in die Außenbezirke oder hier einchecken. So nehme ich halt dieses Motel. Es ist zwar einiges billiger als die gestrige Unterkunft. Aber wenn ich die Lage, die Ausstattung, die Nebenleistungen vergleiche, bietet das East Bay Inn ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis!

Den Tag nutze ich zu einem geruhsamen Rundgang und später zu einer ausgedehnten Bootstour.

24. Februar
Von Westen zieht Unheil auf. Ein gigantischer Sturm, gespeist aus warmer Luft aus Süd-West und kalter Luft aus Nord-West, zieht seine furchterregende Bahn durch den mittleren Westen. Für zahlreiche Gebiete werden Tornadowarnungen ausgegeben. Im Gebiet der großen Seen wird das ganze abgerundet durch Blizzards. Heftiger Schneefall bis hinunter nach Washington DC. Und für Nordflorida, und die Küstenregion von Georgia und den Carolinas werden Warnungen vor extremen Gewittern mit starkem Hagel und dem Potential zur Tornadobildung ausgegeben. Na ja, "besser" hätte es für mich ja nicht kommen können! Und damit die Warnungen auch ernst genommen werden, schlagen einige Tornados heftig zu. Im mittleren Westen wurden 13 Tornados gezählt. Aus Arkansas werden schockiernde Bilder über TV ausgestrahlt. Ein total zertrümmerter Wal-Mart, entwurzelte Bäume, zerstörte Wohnhäuser. Aus dem Norden werden Schnee- und Eisstürme berichtet! Wenn ich Pech habe, komme ich morgen nicht aus Savannah weg und muß dann noch einen weiteren relativ teuren Motelaufenthalt hinnehmen.

Ohne diese Wetterberichte und Voraussagen könnte man den heutigen Tag so richtig geniessen und von einer schönen Fortsetzung der Tour mit einem Schlenker über Hilton Head Island träumen: Angenehme Temperaturen, kaum Wind und strahlend blauer Himmel. Ich nutze den Tag für einige kleinere Arbeiten an meinem Rad und zu einem ausführlichen Bummel durch den historischen Bezirk Savannahs.

25. Februar
Die Unwetterwarnungen bestehen weiter. Vormittags werden vereinzelt Regenschauer erwartet. Am Mittag ist dann mit heftiger werdendem Wind und Gewittern zu rechnen. Ich will dann mal bereits um 8 Uhr starten und dann mal sehen, wie weit ich ohne ein größeres Risiko einzugehen irgendwo fernab von Motels von Sturm, Gewitter und Hagel überrascht zu werden, komme. Na ja, in Garden City bin ich sehr schnell und ich sehe noch keinen Anlass, bereits hier vorsichtshalber Schluss zu machen. Wenn ich entlang des Savannah Wildlife Refuge fahre, kann ich nach weiteren knapp 30 Kilometer an der Kreuzzung der I-95 mit dem HWY 17 in Hardeedville mit Sicherheit einige Motels finden. Also fahre ich mal weiter. Es wird zunehmend schwüler und auch der Wind frischt schon deutlich auf. Zum Glück habe ich heute überwiegend Rückenwind. Da ist die zunehmende Windstärke kein Problem. In Hardeeville mache ich dann nach 37 km für heute Schluss. Gut, ich hätte bei dem hier in Hardeeville vorgefundenen Wetter auch noch Beaufort fahren können, aber sicher, dort auch unbehelligt von Regen, Hagel und Gewitter anzukommen, wäre das nicht gewesen.

Die angekündigten Gewitter kommen dann auch noch am späten Nachmittag. Und damit nicht genug, es wird auch noch für das benachbarte County eine Gewitterwarnung ausgegeben! Zunächst mir nicht ganz klar, ob Hardeeville zum County Jasper gehört. Auch hier verdunkelt sich der Himmel und es giesst wie aus Eimern. Und der Wind frischt auf . . . . Dann kann ich aber feststellen, das das County Jasper einige Kilometer weiter nordwestlich liegt und Hardeeville von dieser Warnung nicht betroffen ist. Nach einer guten halben Stunde wird dann diese Tornadowarnung aufgehoben. Aber nur, um durch eine "severe thunderstorm"-Warnung für das County Beaufort abgelöst zu werden.

26. Februar
Wie von den Meteorologen schon am Samstag angekündigt, nach Durchzug des Sturmtiefs haben wir wieder ideale Wetterbedingungen. Angenehme Temperaturen, kaum störenden Wind und wolkenlosen blauen Himmel. Heute will ich nach Beaufort fahren. Beaufort ist für amerikanische Verhältnisse eine alte Stadt, ähnlich wie Savannah. Auch hier erwartet mich ein schöner historischer Bezirk. Viele der gut erhaltenen alten Häuser verbreiten etwas von der alten "Südstaaten-Herrlichkeit". Entweder bin ich heute etwas empfindlicher als an meinen anderen Radeltagen, oder viele Autofahrer sind heute tatsächlich im Vergleich zu meinen bisherigen Erfahrungen wesentlich rücksichtsloser. Auf dem 2-spurigen Teil des HWY 170 kann ich das Verhalten der LKW-Fahrer noch irgendwie nachvollziehen. Aber auf dem 4-spurigen Teil des Highways war das extrem enge Vorbeifahren der LKW´s und auch verschiedener PKW´s wirklich nicht nötig. Der HWY 170 führt durch eine recht schöne Landschaft und wird auf den von den Tourismusbüros herausgegebenen Straßenkarten mit sehr dünnen Strichen als untergeordneter Highway ausgewiesen. Die Leute von Adventurecycling werden schon wissen, warum sie diese Wegeführung nicht in die "Atlantic Coast Route" einbezogen haben. Na gut, es war heute etwas nervig, aber Beaufort ist durchaus einen Besuch wert.

27. Februar
Für heute gibt es eine sehr gute Wetterprognose. Aber ab Donnerstag nachmittag soll sich das nächste von Westen heranziehende Sturmtief wieder mit heftigen Gewittern an der Atlantikküste auswirken. Ich will mal heute etwas früher starten. Dann habe ich die Möglichkeit, eventuell direkt bis Charleston zu fahren. Das wären etwa 140 km auf teilweise stärker befahrenen Straßen. Bis Gardens Corner habe ich eh´ keine Wahl. Und dann muss ich mich halt irgendwie entscheiden. Letztlich habe ich ja durchaus noch etwas Zeitreserve, So wie es derzeit im nördlichen Teil meines Reisegebietes aussieht, muss ich die Reserven ja nicht vollständig für den nördlichen Reiseteil einplanen. Es dürfte daher durchaus ratsam sein, einen Teil der Reserven hier im südlichen Bereich zu "verbrauchen".
Obwohl der Verkehr bereits am frühen morgen recht erheblich ist, kann ich auf dem 4-spurigen HWY 21 recht gut fahren. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, werde ich mit vernünftigen Seitenabständen überholt. Aber an der Straßenkreuzung bei Gardens Corner entscheide ich mich dafür, etwa bei Yemassee wieder auf die Routenplanung von Adventurecycling zu fahren. Je nach weiterer Entwicklung kann ich dann in Waltersboro in einem Motel oder vielleicht auch noch etwa weiter bis zum Campingplatz im Givhans Ferry State Park fahren.

Kurz hinter der Straßenkreuzung bei Gardens Corner stoße ich auf eine sehr schöne Nebenstraße fast ohne Autoverkehr. Ab Yemassee fahre ich wieder auf der Adventurecycling-Route. Es geht zügig voran. Die Route führt heute durch riesige Sumpfgebiete und teilweise geschichtsträchtige Regionen. Hier haben sich viele Phasen des Revolutionskrieges abgespielt.

Nach einem kurzen Rundgang durch Downtown Walterboro und einer anschließenden ausgiebigen Lunch-Pause fahre ich weiter bis in den Givhans Ferry State Park. Die Wetterbedingungen sind gut. Ich kann daher auf dem recht schönen Campingplatz in diesem kleinen State Park für heute Station machen.

28. Februar
Heute geht´s nach Charleston. Das ist nicht mehr allzu weit. Aber leider habe ich heute durchgehend recht starken Gegenwind. Aber all das ist noch nicht genug. Der HWY 61 ist nur 2-spurig und durchgehend ohne Randstreifen. Dieser Highway ist zwar mit dem schönen Schild "Cyclists share the road" ausdrücklich als Fahrradroute deklariert, aber das hindert leider sehr viele Autofahrer nicht an ihrer mehr als rücksichtslosen Fahrweise. Solche Streckenabschnitte könnten mir schon den Spaß an Fahrradtouren durch die USA verleiden. Aber diese Wegeführung hat natürlich auch positive Seiten. Man fährt direkt an einigen uralten Plantation vorbei. Im netten Cafe der "Middleton Place" Plantation mache ich einen kurzen Lunchstopp. Für eine Besichtigung dieser Plantation sollte ich mir etwas mehr Zeit, als ich heute auf dem Weg nach Charleston habe, nehmen. Abkürzen kann ich die heutige Etappe nicht, da außer dem sehr teuren Middleton Inn auf dem Gelände der Plantation bis Charleston keine weiteren Unterkunftsmöglichkeiten bestehen. Bei geeigneter Witterung sollte ich vielleicht einen Besuch von meinem Quartier in Charleston aus machen. Ich setze dann meine Fahrt fort und mache noch einen kurzen Stopp an den Audoban Swamp Gardens. Auch diese Einrichtung sollte ich evt. von Charleston aus besuchen.

Unmittelbar vor der Brücke über den Asley River wähle ich irrtümlich die falsche Fahrspur und lande prompt auf dem Expressway, der Charleston mit den vorgelagerten Inseln verbindet. Auch wenn vielleicht der eine oder andere Autofahrer über einen Radfahrer auf dem Expressway verwundert sein mag, für mich ist dieses kurze Stück auf der "Autobahn" weitaus angenehmer als die ganze heutige Route. Auf dem Expressway ist Platz für alle: 4 Spuren für die Autos und ein schöner breiter Randstreifen extra für mich!

Zunächst fahre ich mal das Hostel in der Nähe der nedizinischen Fakultät an. Aber so ganz billig sind dort die Einzelzimmer auch nicht. Da dort aber frühestens in 2 Stunden ein check-in möglich ist, fahre ich mal zur Visitor Information. Dort kann man mir zu einem halbwegs "vernünftigen" Preis ein Zimmer im Days Inn in der Innenstadt vermitteln. Für die nächsten beide Nächte werde ich mal hier bleiben.

1. März
Wie angekündigt haben wir heute dichte Bewölkerung und schon frühmorgens recht heftigen Wind mit Geschwindigkeiten von mehr als 30 km. Für den Nachmittag ist Regen und für den Abend sind heftige Gewitter angekündigt, wirklich nicht das passende Wetter für den Besuch der Middleton Plantation. Den noch trockenen Vormittag nutze ich zu einem Rundgang durch den "historic district".

Über Alabama toben zur gleichen Zeit Gewitter und Tornados. In der Kleinstadt Enterprise wird u.a. Die High School völlig zerstört. Dabei verlieren 18 Schüler ihr Leben. Neben diesem sehr heftigen Tornado werden noch 18 weitere gemeldet. Und dieses Sturmtief zieht weiter nach Osten und bedroht weite Teile Floridas, Georgias und der Carolinas. Da bin ich ja mal wieder "zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle".

Einen Tag vor meinem Flug nach Fort Myers war der verheerende Tornado in der Region Orlando, dann die Tornadowarnungen auf meinem Weg von Savannah Richtung Beaufort mit den Verwüstungen in Dumas/Arkansas - und jetzt schon wieder!. Man könnte ja fast auf die Idee kommen, dass Reisen durch die USA eine gewisse Ähnlichkeit mit "russisch Roulette" haben könnte. Ich prüfe mal die Möglichkeit, die Reise hier abzubrechen und in den nächsten Tagen von Charleston aus zurückzufliegen. Flüge sind zwar zu bekommen, aber nur zu den relativ hohen "Standardpreisen", unter 2200 US$ ist da wohl nichts zu machen. Na ja, war ja auch nur mal so eine Idee.

Über mittag kümmere ich mich dann mal um einen Ersatz für die irgendwo unterwegs verlorengegangene Schraube der Lowriderbefestigung. Im lokalen Fahrradladen kann man mir nicht direkt helfen. Aber der Verweis an den Hardware-shop zwei Blocks weiter war ein guter Tipp! Jetzt brauche ich nicht mehr mit den ständigen Bedenken, dass sich irgendwann der Lowrider ganz verabschiedet, fahren. Und was das Wetter betrifft, will ich mal optimistisch bleiben.

Da ich mich jetzt zur Fortsetzung der Tour entschieden habe, will ich mal die Befahrbarkeit der schönen großen Brücke über den Cooper River und den Zustand des HWY 17 in Richtung Norden prüfen. Auf der Brücke ist ein schöner, von der Fahrbahn abgetrennter Fuß- und Radweg eingerichtet. Jenseits der Brücke, hinter der Einmündung des HWY 703 darf der HWY 17 wieder uneingeschränkt benutzt werden. Aber das scheint ein extrem stark befahrener Straßenabschnitt zu sein. Vielleicht sollte ich dann doch lieber wieder zumindest teilweise über den auch nicht besonders komfortbalen HWY 61 zurückfahren. Während meiner Rückfahrt über die Brücke zu meinem Motel in Downtown Charleston setzt dann auch der angekündigte Regen ein. Und zur Abrundung gibt´s dann noch am frühen Abend "Tornado Watch"

2. März
Gestern gab es bis spät in die Nacht hinein mal wieder "Tornado Watch". Auch wenn "Watch" nur bedeutet, dass die Gewitter das Potential zur Entwicklung von Tornados haben, sollte man das schon ernst nehmen, insbesondere dann, wenn das zugehörige Sturmtief bereits weiter westlich extreme Tornados entwickelt und große Zerstörungen angerichtet hat!
So ging´s dann heute morgen weiter. Erst relativ spät wurde für die Region Charleston diese Warnung aufgehoben. Aber es wurde eine Regenwahrscheinlichkeit von 70 % und sehr böiger Wind angegeben. Was mache ich mit dieser Prognose? Noch einen Tag in Charleston abwarten oder doch lieber starten so lange es noch trocken ist und mal sehen wie weit ich komme? Entgegen dieser Prognose sieht es in Charleston recht gut aus. Ich entschließe mich daher zum Aufbruch, Wenn´s schnell sehr schlecht werden sollte muß ich halt bereits nach etwa 10 km am südlichen Rand von Charleston abbrechen. Das nächste erreichbare Motel kann ich nach diesem Punkt erst wieder nach knapp 50 km in Summerville finden. Mein erster Eindruck ist, dass sich die Wetterlage weiter entspannt und ich sicherlich bis Summerville fahren kann. Na dann habe ich ja auch noch genug Zeit um zu einem ordentlichen Frühstück in einem netten Café irgendwo am südwestlichen Rand von Charleston. Ich fahre dann weiter entlang der schönen alten Plantations, wie schon vor zwei Tagen bei meiner Anreise nach Charleston. Einige Kilometer hinter Middleton Place verlasse ich dann die Adventurecycling-Route und fahre auf direktem Weg nach Summerville. Das Wetter hat sich recht gut entwickelt, aufgelockerte Bewölkung und angenehme Temperaturen. Obwohl ich relativ früh in Summerville ankomme, mache ich in einem kleinen Motel nahezu in der Ortsmitte für heute Station. Ich nutze die verfügbare Zeit zu einem schon etwas überfälligen Besuch eines Barber Shops und für eine kleine Rundfahrt durch diesen recht netten Ort.

3. März
Morgens ist es sehr kalt, obgleich doch für heute angenehme Temperaturen bis zu 72 ° F angesagt waren. Außerdem komme ich nur recht langsam "in die Gänge". Ein möglicher Besuch von Middleton Place oder Magnolia Plantation fällt daher aus. Ich setze dann mal die Tour in Richtung Norden fort. Zunächst muß ich mal bei Moncks Corner wieder auf die Adventurecycling-Route fahren. Von Summerville bis Moncks Corner nehme ich den direkten Weg über den HWY 17A. Über den größten Teil der Strecke ist dieser HWY 4-spurig ausgebaut. Auf diesem Abschnitt kann man trotz des recht starken Verkehrs recht entspannt fahren. Aber dann kommen so knapp 10 km 2-spurig. Hier wird die Sache recht nervig. Einige Autofahrer scheinen zu meinen, sie hätten das alleinige Nutzungsrecht an dieser Straße und fahren entsprechend aggressiv. In Moncks Corner mache ich dann so einige Schlenker durch den Ort und entschließe mich letztlich bereits hier für heute Schluss zu machen. Damit habe ich dann für morgen eine vernünftig bemessene Etappe, mit der Option, notfalls nach Georgtown auszuweichen, sofern das einzige Motel in Andrews nicht verfügbar sein sollte.
Hier in Moncks Corner habe ich relativ viel Zeit, die ich zu einer kurzen Ausfahrt an den Tailrace Canal und zu einem längeren Besuch des "Old Santee Canal Park" nutze.

4. März
Die Meteologen kündigen für heute und die nächsten Tage ausdrücklich kein "severe weather" an. Aber was da für heute und morgen neben dem Sonnenschein angekündigt wird, ist ja auch nicht das, was ich eigentlich bei dieser Reise erwartet hatte: erneuter Kaltlufteinbruch aus dem Norden mit Temperaturen so etwa 10 ° C unter dem langjährigen Durchschnitt.

Na ja, dann fahre ich mal los. Ein kurzes Stück geht´s noch über den 4-spurigen HWY 17A, der aber am heutigen frühen Sonntagmorgen nur wenig befahren ist. Dann geht es weiter über ruhige Nebenstraßen quer durch den Francis Marion National Forest. Weite Teile dieses Forstes sind ein riesiges Sumpfgebiet mit interresanter Flora und Fauna. Dieses Gebiet ist durch den weitläufigen "Palmetto Trail" insbesondere für Wanderer erschlossen. Auf eine etwas nähere Erkundung dieses "Swamp Trail" verzichte ich. Die von Fahrrädern befahrbaren Teile sind relativ rauhe Pisten, die ich mir heute mit dem voll beladenen Rad nicht zumuten möchte. Außerdem möchte ich bei den angekündigten Nachtfrösten auf jeden Fall in einem Motel übernachten. Und dazu muss ich mindestens bis Andrews fahren. Für den Fall, dass dieses Motel möglicherweise gar nicht geöffnet ist, benötige auch noch eine Reserve um dann nach Georgtown auszuweichen. Also begnüge ich damit, mir die Sümpfe von der asphaltierten Straße aus anzusehen.

Gegen Mittag erreiche ich Andrews. Das Motel ist geöffnet und hat zu "vernünftigen" Preisen auch freie Räume. Also ist hier heute Schluss. Um meinen Proviant wieder etwas zu vervollständigen mache ich noch einen kleinen Rundgang bis zum Supermarkt am anderen Ende des Ortes. Und was ich dann so sehe - dieser Ort ist auch wieder einmal nur eine Ansammlung von Häusern irgendwo "in the middle nowhere"

5. März
Der Tag beginnt sehr kalt. Ohne lange Handschuhe dürfte es heute recht ungemütlich sein. Aber da ich ja so etwa ab Virginia mit niedrigen Temperaturen gerechnet habe, führe ich auch entsprechende Handschuhe mit. Ansonsten wird es wieder ein schöner Tag mit wolkenlosem Himmel. Es geht wieder durch größere Waldgebiete. Häufig werden diese durch mehr oder weniger große Sumpfgebiete unterbrochen. Heute sind wieder viele Holztransporter unterwegs. Die heutige Route führt überwiegend über 2-spurige Straßen ohne Randstreifen. Obwohl die Fahrer der Holztransporter überwiegend sehr rücksichtsvoll fahren, muß man schon sehr vorsichtig sein. Dieses Etappe beende ich in Convay in einem recht orentlichen Motel.

6. März
Und wieder einmal ein sehr kalter Morgen. Aus Canada weht mal wieder eine große Ladung Kaltluft über den Nordosten. Und so einige Ausläufer reichen bis in die Carolinas hinein. Aber ansonsten wird es wieder ein schöner Tag bei makellos blauem Himmel. Nur muß ich heute gegen einen stetig mir heftig ins Gesicht blasenden Wind anradeln. Nur knapp 10 km der insgesamt 80 km langen Etappe habe ich etwas Seitenwind. Na, da kann man nichts machen und klagen schafft den Wind auch nicht beiseite. Einfach los und möglichst alsbald einen der Gegenwindstärke angepassten Rhythmus finden! Wie geplant, fahre ich heute mit Ocean Isle Beach auf eine der schönen Ferieninseln in der südöstlichsten Ecke North Carolinas. Hier quartiere ich mich im Ocean Isle Inn in einem Zimmer mit herrlichem Blick über den weiten Strand ein. Bis zum Sonnenuntergang habe ich noch etwas Zeit für einen ausgedehnten Strandspaziergang.

7. März
Die heutige Etappe bis nach Wilmington ist etwa 100 km lang und schließt eine halbstündige Fährüberfahrt von Southport nach Fort Fisher sowie etwas Wartezeit am Ferry-Terminal in Southport ein. Zu meinem Glück hat der gestrige sehr starke Gegenwind nicht nur nachgelassen sondern gleich auf Südost gedreht. Somit habe ich heute auf einem großen Teil der Etappe Rückenwind. Da bereitet die Strecke von rund 100 km keine Probleme.

8. März
Gestern war es deutlch wärmer als erwartet. Und heute? Da ist die Kälte zurück. "Highs will remain below average for now" Das ist der lapidare Kommenttar der Meteorologen. Aber es soll in den nächsten Tagen deutlch wärmer werden. Na, hoffentlich haben die Leute recht und es bleibt dann auch für einige Tage recht warm. Mir würden ja schon Temperaturen in den "lower sixties" durchaus genügen. Aber ich muß es halt nehmen, wie es kommt.

Den heutigen Tag nutze ich für einen Rundgang durch den "historical district" und einen Spaziergang über den schönen Boardwalk entlang des Cape Fear Rivers. Am späten Vormittag lockert die geschlossene Wolkendecke langsam auf und damit wird es dann auch wieder etwas wärmer.

9. März
Die Bewölkung hat sich vollständig aufgelöst. Oder sollte ich besser sagen "sie wurde weggeblasen"? Auf jeden Fall weht mir heute ein beständiger, sehr starker Wind entgegen. Das einzig Positive daran ist, dass mir dieser starke Gegenwind konstant, ohne jede Böigkeit, ins Gesicht bläst. Wenn das schon recht zermürbend ist, so ist es heute zumindest gut einschätzbar! Aber nach 70 km reicht´s mir, zumal inzwischen erneut Bewölkung aufgezogen und es daher auch wieder recht kühl geworden ist. Schluss ist daher in Surf City, etwa 20 km vor dem eigentlich geplanten Tagesziel.

10. März
Die Nacht war mal wieder lausig kalt. Und das setzt sich am frühen Morgen fort. Also wähle ich die etwas dickere Bekleidung. Aber es wird rasch wärmer und ich kann mal wieder die leichte Windschutzjacke nutzen. Eigentlich war diese Jacke für den Beginn der Tour durch Florida vorgesehen, aber da war es doch reichlich kalt und ich hatte daher die für den nördlichen Teil der Tour vorgesehene wärmere Bekleidung nutzen müssen. Jetzt besteht das Problem darin, dass es morgens noch sehr kühl ist, aber es bei Sonnenschein schon relativ schnell recht warm wird. Einfach später starten ist keine ideale Alternative, da wir einen relativ frühen Sonnenuntergang haben. Ich möchte meine Tagesetappen jeweils spätestens ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang beenden, damit mir notfalls noch ausreichend Zeit verbleibt, ein Alternativ-Quartier zu finden oder eine Reserve für sonstige Unwägbarkeiten zu haben.

Na ja, heute war dann mal wieder so ein Tag mit eisigem Start und dann folgender angenehmer Erwärmung. Der Wind weh5 mir immer noch nahezu konstant entgegen, aber die Windgeschwindigkeit ist doch gegenüber den gestrigen zermürbenden Bedingungen deutlich geringer geworden. Diese Entwicklung der Wetterlage veranlasst mich, jetzt doch die deutlich windanfälligere Route über die Outer Banks zu nehmen. Hoffentlich werde ich in den nächsten Tagen nicht von einem erneuten Kälteeinbruch oder gar andauerndem Regen überrascht. Aber ich will mal optimistisch bleiben und mich schon heute auf den bevorstehenden Besuch von Kill Devils Hill und dem dortigen Wilbur and Orville Wright Memorial freuen. Für heute mache ich nach 100 km in einem sehr netten Motel in Newport Station.

11. März
Na ja, so musste es wohl kommen: Heute morgen kündigen die Meteorologen heftigen Wind und für den Nachmittag auch noch Regenschauern an. Jetzt bin ich auf der sehr windanfälligen Route über die Outer Banks. Da muss ich jetzt durch. Vielleicht wird´s ja nicht so krass, wie angekündigt. Der Start ist noch recht angenehm. Aber so gegen Mittag zieht Bewölkung auf. Es wird deutlich kühler und der Wind wird recht stark mit starker und recht unangenehmer Böigkeit. So geht das gut zwei Stunden. Dann setzt sich wieder die Sonne durch. Aber der Wind bleibt recht stark. Etwa eine halbe Stunde vor Abfahrt der letzten Fähre erreiche ich Cedar Island. Die Überfahrt dauert etwa zwei Stunden und dreißig Minuten. Bis zum Sonnenuntergang verblieben mir dann noch etwa viezig Minuten um mir eine Unterkunft zu suchen. Die Sache ist mir etwas zu unsicher. Direkt am Ferry-Terminal befindet sich ein Motel. Ich entscheide mich daher bereits hier für heute Schluss zu machen und morgen früh mit der ersten Fähre die Tour fortzusetzen.

12. März
Im mittleren Westen und in Texas gibt´s mal wieder Tornadowarnungen. In Südkalifornien toben große Waldbrände und für Florida ist Regen angesagt. Aber die Küste der Carolinas erwartet in den nächsten zwei oder drei Tagen schönes Frühlingswetter. Selbst die Windstärken sollen moderat bleiben.
Den Tag beginne ich schon reichlich vor Sonnenaufgang. Gestern wurden hier die Uhren auf Sommerzeit um eine Stunde vorgestellt und ich möchte mit der ersten Fähre um 7 Uhr die gut 30 km lange Überfahrt nach Ocracoke machen. Also starte ich heute ausnahmsweise bereits reichlich vor Sonnenaufgang. Das ist ohne Risiko möglich. Mein Motel liegt unmittelbar am Ferry Terminal.

So gegen 9:30 Uhr legt die Fähre auf der anderen Seite in Ocracoke an. Nach einem kurzen Schlenker durch das nette Dorf geht´s los Richtung Norden. Leider muß ich wieder gegen heftigen Wind fahren. Nach etwa 22 km erwartet mich die nächste Fähre. Da jetzt in der Wintersaison diese Fähre nur einmal je Stunde verkehrt, will ich versuchen, die 11 Uhr Fähre zu erreichen, um noch etwas Spielraum für die heutige Etappe zu gewinnen. Totz des wirklich heftigen Gegenwindes komme ich so etwa 10 Minuten vor Abfahrt an der Fähre an. Diese zweite Überfahrt dauert etwa 40 Minuten. Für den Rest bin ich jetzt nicht mehr an Abfahrtspläne der Fähren gebunden. Also mal los. Hatteras entpuppt sich als recht verschlafener Ort. Die meisten Tourismuseinrichtungen sind gerade dabei sich auf die bevorstehende Saison vorzubereiten. Aber wenige Kilometer weiter in Buxton sieht es schon lebhafter aus, Viele Motels sind geöffnet, Na, dann kann ich ja unbesorgt weiter fahren. Dann werden wohl in den anderen Dörfern geöffnete Motels zu finden sein. Aber nach Buxton kommt mal ´zunächst nicht allzu viel. In Avon ist kein Motel zu sehen. Das Motel in Salvo öffnet erst im April. In Waves werde ich auch nicht fündig. Aber ich hatte ja ohnehin Rodanthe als Tagesziel eingeplant. Den ganzen Tag hatte ich recht starken Gegenwind. So ist es bei meiner Ankunft in Rodanthe relativ spät, Und dann das: Das einige Motel ist voll belegt, Als Alternative könnte ich ein Camping Cabin auf dem örtlichen KOA-Campingpkatz mieten. Also zurück zum KOA.Platz. Der Platz ist zwar geöffnet aber das Büro ist schon geschlossen. Dann noch eine "Suchrunde" durchs Dorf. Leider ohne Erfolg. Bis Sonnenuntergang habe ich etwa 90 Mnuten. In einem größeren "General Store" suche ich Hilfe. Nur, es gibt hier nur ein Motel. Das nächse könnte ich in Buxton finden. Dann müsste ich wieder 40 km zurück. Und in Richtung Norden ist es noch einige Kilometer ungünstiger. Im General Store sitzt zwar in irgendeiner Ecke ein reichlich verschlafener KOA-Mitarbeiter, aber besonders hilfreich ist der nun auch nicht. "I do not belong to the office" ist das einzige Statement, dass ich von diesem Mann erhalten kann. Dann muß ich halt Camping machen. Mehr missmutig schlage ich auf einemm kleinen privaten Campingpkatz mein Zelt auf. Der Platz bietet einen schönen Blick über den Sound, hat ordentliche sanitäre Einrichtungen und kostet nicht viel. Und zu meiner Überaschung ist die Nacht relativ warm. Also eigentlich alles ok.

13. März
Über Nacht hatten wir sehr trockene Luft. Ich kann daher schon kurz nach Sonnenaufgang das Zelt trocken einpacken und dann die heutige Etappe starten. Zunächst mache ich mal einen Frühstückstopp im General Store. Und als ich dann endlich starte, kann ich feststellen, dass der Wind deutlch nachgelassen hat. Im Verlauf des Vormittags dreht der Wind dann noch auf Südwest. Damit habe ich jetzt Seitenwind mit einer sehr deutlichen "Schiebekomponente". Und so ganz nebenbei wird es noch richtig warm. Ich habe heute reichlich Zeit und kann mir daher so einige Abschweifungen von meiner Route erlauben. Etwas "bird watching" auf Pea Island und einen Schlenker zum Bodie Isle Lighthouse. Zwischendurch zieht mal etwas dunklere Bewölkung auf, aber es bleibt trocken. Am frühen Nachmittag treffe ich in Kill Devil Hills ein. Ich quartiere mich hier im recht netten Days Inn, nur etwa einen Kilometer Luftlinie vom "Wilbur and Orville Wrigth Memorial" entfernt, ein.
Nach einem kurzen Gang zum direkt am Motel liegenden Atlantikstrand kann ich dann zu meiner "Wallfahrt" zum Wright-Memorial starten, Schon vom Days Inn aus kann ich den riesigen Granitgedenkstein auf dem Kill Devil Hill sehen. Von dieser großen Sanddüne aus hatten die Gebrüder Wright ihre ersten motorlosen Gleitflugversuche unternommen. Den ersten Flug mit einem "Motorflugzeug" haben sie dann am Fuße dieser Düne ausgeführt und damit Luftfahrtgeschichte geschrieben. Diese Düne war ursprünglich eine Wanderdüne und wurde erst im Zuge der Errichtung dieses Denkmals befestigt. Zwischenzeitlich war die Düne jedoch bereits etwa 450 Feet nach Westen gewandert. Der exakte Platz der Gleitflugversuche der Gebrüder Wright ist somit nicht mehr vorhanden. Aber das Denkmal und das gesamte Umfeld haben mich dennoch beeindruckt. Ich war erst nach Ende der offiziellen Öffnungszeiten auf dem Gelände. Dadurch konnte ich mir einerseits die Zugangsgebühr sparen, andererseits war jedoch der Pavillon mit verschiedenen durchaus sehenswerten Exponaten bereits geschlossen. Vielleicht mache ich ja vor meiner Weiterfahrt noch einen zweiten Besuch.

14. März
Auf einen weiteren Besuch des Wright Memorial verzichte ich. Der Tag beginnt mit starker Bewölkung und Wind aus Südwest. Das passt ganz gut zu einem großen Teil meiner nächsten Etappe. Also dann mal los. Zunächst folge ich weiter der Adventurecycling-Route. Es geht bis Kitty Hawk über den relativ ruhigen HWY 12. Dann muß ich auf den vierspurig ausgebauten HWY 158 wechseln. Bis zur langen Brücke über den Currituck Sound gibt´s einen ordentlichen, von der Fahrbahn abgetrennten Radweg und auf der Brücke lässt sich sehr gut auf dem breiten Randstreifen fahren. Bei Überquerung des Currituck Sound kann ich recht viele Wasservögel, Komorane, Reier und braune Pelikane, sehen. Auf der parallel zur Brücke verlaufenden Stromleitung hat man viele Nesthilfen für Fischadler angebracht. Mindestens drei dieser Nesthilfen wurden offenkundig angenommen. Ob die Fischadler noch beim Nestbau sind oder bereits brüten konnte ich nicht erkennen, aber die Horste waren mit Fischadlern besetzt.

Hinter der Brücke ging es dann auf der 4-spurigen Straße ohne Randstreifen weiter. Aber der Verkehr war nicht so stark, so dass die Autos um mich zu überholen fast immer auf den linken Fahrstreifen auswichen. Kurz nach Überquerung des Atlantic Intercoastal Waterway bei Barco biegt der HWY 158 nach Westen ab und ist dann nur noch 2-spurig ohne Randstreifen. Der Verkehr ist zwar etwas geringer als bisher, aber wegen der baulichen Gegebenheiten werde ich mehrfach mit doch recht geringem Seitenabstand überholt. Hinzu kommt, dass ich jetzt starken, sehr böigen Gegenwind habe. Die Sache ist daher ab jetzt etwas nervig. Aber als Ausgleich habe ich einige schöne Ausblicke auf die Randgebiete des Dismal Swamp. In den offenen Wasserflächen entlang des Highway leben offensichtlich viele Wasserschildkröten. Häufig sitzen sie in größeren Gruppen auf aus dem Wasser ragenden Ästen und geniessen die wärmende Sonne. Wenn ich gelegentlich stehen bleibe, um die Tiere etwas genauer zu beobachten, springen die Schildkröten meist recht schnell ins Wasser und tauchen ab. Wenn ich einfach vorbei fahre, scheint das die Tiere nicht zu stören.
Wenn ich heute in einer halbwegs vernünftigen Entfernung von meiner gestrigen Station in Kill Devil Hills ein Motel finden will, muß ich etwas von der vorgeplanten Tour abweichen und nach Elizabeth City fahren. Nach insgesamt 90 km mache ich dann am HWY 17 am Nordrand von Elizabeth City für heute Schluss. Es ist zwar noch nicht besonders spät, aber eine Weiterfahrt zum nächsten Motel würde wohl mindestens weitere 80 Kilometer bedeuten. Und das kann ich vor Sonnenuntergang auf keinen Fall schaffen. Die Temperaturen waren heute mit 78° F schon richtig sommerlich und lagen auch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Aber für die nächsten Tage wird schon wieder Kaltluft aus Kanada und damit verbunden ein deutlicher Temperatursturz angekündigt.

15. März
Heute wird es noch einmal richtig sommerlich warm. Leider besteht ab Mittag das Risiko von stärkerem Regen und Gewittern. Ich starte daher relativ früh und will möglichst vor dem angekündigten Regen in Suffolk sein. Zunächst verbleibe ich bis ich bei Morgan Corner wieder auf die vorgeplante Route treffe, auf dem 4-spurig ausgebauten HWY 17. Dieser HWY hat einen breiten Randstreifen und lässt sich daher sehr gut befahren. Außerdem habe ich auf diesem Teilstück Rückenwind und komme entsprechend schnell voran. Ab Morgan Corner schwekt die Route nach Westen und damit habe ich jetzt wieder recht starken Gegenwind. Die Straße ist jetzt nur noch 2-spurig und hat keinen Seitenstreifen. Auf diesem Abschnitt sind relativ viele große Sattelschlepper unterwegs. Da muss man schon besonders aufmerksam sein um Konfliktsituationen zu vermeiden. Ich komme relativ früh in Suffolk an und da es zwar recht warm aber noch trocken ist, mache ich noch einen kleinen Schlenker in Richtung Norden. Aber es ist mir letztlich doch zu unsicher bei dem angekündigten Regen weiter zu fahren, ohne Information über das nächste erreichbare Motel. Also kehre ich nach Suffolk zurück und quartiere mich dort im Rodeway Inn ein. Selbst am frühen Abend haben wir noch 82° F und eine recht hohe Luftfeuchtigkeit. Der Regen oder gar die Gewitter sind noch nicht eingetreten, werden aber weiter mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % angekündigt. Und dann soll es eine starke Abkühlung mit weiterem ergiebigen Regen geben. Zur Abrundung wurde dann noch für die Region "flood watch" ausgesprochen. Aber bereits am Samstag soll es bei niedrigeren Temperaturen wieder recht freundlich werden. Also mal abwarten, wie es morgen früh aussieht. Wenn´s sehr unfreundlich aussieht, muss ich halt in Suffolk für einen Tag pausieren.

16. März
Es ist kalt und nass. Weiterer andauernder Regen ist für heute angekündigt. Bis zum nächsten mir bekannten Motel auf meiner Route muß ich mindestens 80 km fahren. Da es ja bereits morgen wieder trockener werden soll, will ich mal hier in Suffolk für einen Tag unterbrechen.

17. März
Es ist lausig kalt geworden. Aber die Regenfront scheint durchgezogen zu sein. Also geht´s heute weiter in Richtung Richmond. Der einfachste Weg, wieder auf die vorgeplante Route zu gelangen, führt über den 4-spurigen HWY 460. Vorgestern am späten Nachmittag war diese Straße sehr stark befahren und war daher keine besondere Einladung, hier die Radtour fortzusetzen. Aber heute morgen ist es relativ ruhig. Ich entschließe mich daher möglichst lange auf dem HWY 460 zu bleiben. Letztlich kann ich diesen HWY bis kurz vor Petersburg befahren. Dann muß ich auf eine kleine Nebenstraße abbiegen um zu meinem Etappenziel Hopewell zu gelangen. Neben den sehr niedrigen Temperaturen war auch heftiger Wind mit Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h angekündigt. Auf dem HWY 460 hatte ich direkten Gegenwind. Es war etwas anstrengend, gegen diesen Wind zu fahren. Aber es war ein gleichmäßiger Wind ohne Böigkeit. So konnte ich mich recht gut darauf einstellen. Erst als ich den HWY 460 verlassen und etwas Richtung Nordost fahren musste, bekam ich de unangenehme Seite des starken Windes zu spüren. Jetzt hatte ich es mit kräftigem Seitenwind zu tun. Auf der schmalen 2-spurigen Straße ohne Randstreifen war das besonders dann, wenn mich größere Kraftfahrzeuge überholten, deutlich unangenehmer als der andauernde Gegenwind auf dem HWY 460.

18. März
Ein weiterer recht kalter Tag. Wir haben strahlend blauen Himmel und auch für den weiteren Tag kündigen die Meteorologen "sunshine abundant" an. Das klingt ja so weit ganz freundlich. Nur, es gibt noch eine Ansage "Wind aus NW 20 bis 25 miles" Und genau in diese Richtung geht es für mich weiter. Der Wind ist heute nicht nur sehr stark sondern auch noch ausgesprochen unangenehm böig. Die ganze heutige Strecke ist da nur ein Kampf gegen den Wind. Und damit es auch richtig Spaß macht, geht es in ständigem auf und ab. Es geht zwar nirgends richtig hoch, aber mit Ende der Etappe sind trotzdem rund 800 Höhenmeter angefallen.

19. März
Nachdem ich gestern das letzte Stück der Tagesetappe über den 4-spurigen HWY 1 bei recht dichtem Verkehr bis zu meinem Motel in Ashland gefahren bin, soll es heute wieder über die vorgeplante Route gehen. Zunächst muss ich durch sehr dichten Verkehr irgendwo in Ashland den Anschluss an die geplante Route finden. Im dichten Verkehr übersehe ich die richtige Abzweigung und schwimme daher noch weitere knapp 2 km mit dem starken Autoverkehr durch Ashland. Dann finde ich eine ruhige Straße, die mich zunächst durch ein Wohnviertel, dann entlang eines größeren Naherholungsgebietes und letztlich auf die vorgeplante Route führt. Der Weg führt auf kaum befahrenen Straßen durch landwirtschaftlich genutzte Flächen und schöne kleine Wälder. Es geht in ständigem auf und ab über eine Ridge. Nach etwa 50 km kreutzt die Route wieder den HWY 1. Hier mache ich auf einen Kaffee eine kurze Pause. Anschließend entscheide ich mich, für weitere etwa 20 km über den HWY 1 nach Frederickburg zu fahren. Die durch diese Abkürzung gewonnene Zeit kann ich gut zu einem Besuch des Battlefield Visitor Center und den National Cemetry in Fredericksburg nutzen. Gestern bin ich an einigen Battlefields bei Richmond lediglich vorbeigefahren. Heute nehme ich mir etwas Zeit zu einem kleinen Rundgang und zu einem Besuch des National Cemetry. Allein auf diesem Friedhof wurden etwa 20000 Tote der Unionisten begraben.

Nach dieser Besichtigung habe ich gut 3 Stuunden bis Sonnenuntergang. Ich kann daher noch einige Kilometer in Richtung Washington DC fahre. Zunächst geht es auf der vorgeplanten Route. Aber nach einigen Kilometern weiche ich wieder auf den HWY 1 aus, weil ich dort mit größerer Wahrscheinlich ein passendes Motel finde, als auf der vorgeplanten Route. Auch der HWY 1 führt in ständigem auf und ab in Richtung Norden. Irgendwo etwas nördlich von Fredericksburg sollte ich nach Informationen von adventurecycling dort, wo sich die Route wieder mit dem HWY 1 kreuzt, ein Motel finden. Aber leider kann ich an dieser Kreuzung kein Motel finden. Ich könnte jetzt etwa 5 km zurück oder weiter nach Norden fahren. Noch habe ich bis Sonnenuntergang eine ordentliche Zeitreserve. Ich setzte daher meine Fahrt in Richtung Norden fort. Nach etwas Sucherei und einigen Rückfragen kann ich letztlich die heutige Etappe nach 102 km im Days Inn in Stafford beenden. Und so ganz nebenbei waren heute 1100 Höhenmeter zu bewältigen. Erfreulicherweise hatte der Wind nachgelassen und es wurde im Verlauf des Tages auch wieder etwas wärmer.

20. März
Es ist angenehm warm geworden. Schon nach wenigen Kilometern kann ich die Beinlinge einpacken und meine Jacke gegen eine leichtere eintauschen. Leider bläst mir jedoch wieder ein zeitweilig recht heftiger und böiger Wind entgegen. Da ich gestern bei der Suche nach einem Motel irgendwo nördlich von Fredericksburg auf dem HWY 1 bis Stafford gefahren bin, befinde ich mich relativ weit abseits der vorgeplanten Route. Ich entschließe mich daher zunächst einmal auf diesem 4-spurigen HWY weiter Richtung Norden zu fahren. Nach etwa 35 km kreutzt die vorgeplante Route den HWY 1 zweimal. Dann kann ich ja wieder auf die "planmäßige" Route wechseln. Also los. Zunächst ist im Bereich der Anbindung an die Interstate 95 relativ starker Verkehr und dann folgt eine größere Strecke mit relativ wenig Verkehr, Zumindest können alle mich überholenden Fahrzeug mit großem Abstand an mir vorbei fahren. Das Gelände ist weiterhin sehr wellig mit vielen zwar kurzen aber durchaus heftigen Anstiegen. Später mit Annäherung an den Großraum Washington DC wird der Verkehr wieder sehr dicht und zu allem Überfluß verschwinden dann noch zeitweise die Randstreifen. Kurz vor der ersten Kreuzung mit der vorgeplanten Route mache ich am Straßenrand eine kurze Pause und werfe nochmals einen Blick auf meine Glopus-Übersichtskarte. Und genau zu diesem Zeit ist Jack Bortelein auf dieser Straße unterwegs, Er hält an, es entwickelt sich eine längere Unterhaltung mit verschiedenen Anregungen zur Fortsetzung meiner heutigen Etappe. Dann frage ich nach seiner Meinung zu Mt. Vernon und den Möglichkeiten dort ein Motel zu finden. Als Ergebnis wird mir der Besuch von Mt. Vernon empfohlen und nach dem Besuch soll ich doch einfach in seine Wohnung kommen, dort übernachten und am nächsten Tag weiter fahren. Da er fast unmittelbar an dem schönen Bikepath entlang des Potomac, von Mt Vernon nach Washington wohnt, passt das vorzüglich zu meiner Routenführung. Ich nehme die Einladung gerne an. Meine Tagesetappe führt jetzt für ein kurzes Stück über die vorgeplante Route bis zur zweiten Kreuzung mit dem HWY 1. Hier ist der HWY 1 nicht ganz so stark befahren, so dass ich die vorgeplante Route wieder verlasse und der Wegweisung nach Mt. Vernon folge. So gegen Mittag komme ich dort an. Jetzt habe ich ausreichend Zeit um mir diesen privaten Wohnsitz von Georg Washington in aller Ruhe anzuschauen. Anschließend folge ich dann der von Jack für meinen Besuch gemachten kurzen Wegebeschreibung und lande dann kurz nach 5 in einer schönen Wohngegend.

21. März
Jack arbeitet bei irgendeiner Behörde in Washington und fährt selbstverständlich mit dem Rad zur Dienststelle. Es ist ja so einladend, Er wohnt nur wenige Kilometer vom Mt Vernon-Washington Bikepath entfernt. So kann man tatsächlich recht entspannt oder auch sportich schnell die rund 20 km bis in die Innenstadt fahren. Wir starten gemeinsam und lesen unterwwegs noch einen von Jacks Freunden auf, der täglich bevor er seinen Hardware Shop öffnet eine Ausfahrt über den Bikepath macht. Nach einigen gemeinsamen Kilometern über den Bikepath verabschieden wir uns. Die beiden sind mit ordentlichen Rennrädern unterwegs und fahren somit eine andere Geschwindigkeit als ich mit meinem reichlich beladenen Trekkingrad.
Es ist zwar lausig kalt aber die Fahrt entlang des Potomac nach Washington ist dennoch recht angenehm. An einigen Stellen halte ich kurz an und genieße die abwechslungreiche Landschaft am Potomac. Schnell ist Washington erreicht. Nach Überquerung des Potomac geht´s erst einmal zum Jefferson Memorial. Dann mache einen Abstecher zum Washington Monument und fahre dann anschließend zu meinem vorgebuchten Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft zur National Mall. Es ist erst 9 Uhr und damit noch weit vor der Check-in Zeit. Aber ich kann Rad und Gepäck im Hotel lassen und mich auch noch umziehen. Jetzt habe ich den ganzen Tag für Besichtigungen rund um die National Mall.

22. März
Es hat wieder einmal eine heftige Wetteränderung gegeben. Gestern war es lausig kalt und heute startet es mit milden Temperaturen und im Verlauf des Tages wird es noch richtig warm. Also kann ich meine Tour sofort in Richtung Baltimore fortsetzen. Heute lasse ich es etwas ruhiger angehen. Ich starte etwas später als gestern und nach einem ausführlichen Frühstück geht´s erst einmal gemächlich vorbei am White House und dem Washington Monument zum Lincoln Monument. Hier mache ich einen kurzen Stopp. Dann kann an der Arlington Memorial Bridge die Weiterfahrt auf der vorgeplanten Route beginnen. Aber schon beim Einfädeln auf den dortigen Bikepath gibt´s die erste kleine Panne. Ich bin auf der falschen Straßenseite. Eine Überquerung der 4-spurigen Straße scheint wohl nur an der nächsten Ampel möglich zu sein. Aber dazu müßte ich wieder ein Stück zurück. Erst nach längerem Warten hält doch ein Autofahrer an und ermöglicht mir die Überquerung der Straße, ohne dass ich bis zur Ampel zurück muss. Jetzt halten auch die Fahrer in den weiteren Fahrspuren wie selbstverständlich an. Na ja, dann kann´s ja doch losgehen. Die Route führt über den Rock Creek Bike Path. Die von adventurecycling herunter geladenen Waypoints scheinen in diesem Bereich recht großzügig gesetzt zu sein, aber die Wegeführung des Bike path erscheint mir eindeutig zu sein. Nur mitten im Rock Creek State Park kommen mir doch so einige Zweifel. Meine tatsächlich gefahrene Route weicht sowohl von den vorgeplanten GPS-Daten als auch von der adventurecycling-Karte immer mehr ab. Na ja, die Leute von adventurecycling haben den Verlauf der Route in dieser Gegend wohl in letzter Zeit modifiziert. Meine Karten sind ja auch schon einige Jahre alt. Als ich dann bei Kensington den vorgeplanten GPS--Daten recht nahe komme, bin ich am 4-spurigen HWY 185. Jetzt bietet sich an, diesem HWY ein Stück zu folgen und mir dann eine neue Route in Richtung Baltinore zu suchen. Damit kann ich die Strecke nach Baltimore um gut 30 km abkürzen.. Mit der Randolph Rd. finde ich eine gut ausgebaute Straße, die zumindest jetzt relativ wenig befahren ist. So komme ich recht gut voran bis zum Old Columbia TPK. Ab hier muss ich mich mehr in Richtung Nord-Ost orientieren. So komme ich recht gut bis Laurel voran. Es ist noch relativ früh, so dass ich noch en Stück in Richtung Baltimore fahren kann. Ich nehme mal wieder den stark befahrenen HWY 1. Hier hat der HWY keine Randstreifen und einige Autofahrer fahren auch mal wieder recht rücksichtslos und überholen selbst dann, wenn genug Platz zum ausweichen da ist, mit sehr geringem seitlchem Abstand. Das ist doch recht nervig. Bei Jessup mache ich daher an der Kreuzung mit dem HWY 175 für heute Schluß.

23. März
Gestern hat die Wetterprognose für Maryland nicht besonders freundlich ausgesehen. Von einem starken Temperaturrückgang und Regen war die Rede. Über Nacht hat´s auch ein wenig geregnet. Aber heute morgen sah es dann doch recht gut für die Fortsetzung meiner Tour aus. Es ist trocken und relativ warm. Zunächst muß ich einige Zeit über den stark befahrenen 4-spurigen HWY´s fahren, um wieder Anschluss an die vorgeplaante Route zu finden. Bei Ellicott City bin ich dann wieder auf der vorgeplanten Route nach Baltimore. Das Gelände ist recht hügelig und insbesondere die Umgebung von Ellicott erinnert mich stark an die Topografie des Bergischen Landes. Hier mache eine kurze Kaffeepause in der örtlichen Bäckerei und anschlißend folgt noch ein kurzer Rundgang durch diesen Ort. Es geht noch einige Zeit durch recht schöne Landschaft. Dann erscheint Baltimore´s Skyline am Horizont und es geht in die Außenbezirke der Großstadt Baltimore. Auf dieser Einfahrtsroute zeigt sich Baltimore nicht gerade von seiner "Schokoladenseite". Es ist eine Mischung aus Gewerbegebieten und teilweise recht heruntergekommenen Wohnvierteln. Kurz vor der Einfahrt nach Downtown Baltimore mache ich einen kurzen Einkaufsstopp um meinen Proviant wieder aufzustocken. Nach dieser kurzen Unterbrechung setzt dann leichter Regen ein. Zunächst will ich mich um eine Unterkunft kümmern. Die Jugendherberge liegt recht günstig in der Nähe der historischen Charles Street in Downtown. Leider ist dort niemand anzutreffen. Es gibt auch keine Hinweise zu Öffnungszeiten. Also muß ich diese kostengünstige Möglichkeit erst einmal streichen. Dann soll es noch in knapp 5 km Entfernung im Bereich der Johns Hopkins University ein Quality Inn geben. Das ist noch in halbwegs vernünftiger Distanz zu Downtown und dem Inner Harbor. Leider erweist sich diese Information als falsch. An der angegebenen Adresse befindet sich eine im wesentlichen von Studenten bewohnte Appartmentanlage. Also wieder zurück nach Downtown. Dann muß ich heute halt mal wieder etwas mehr für eine Unterkunft bezahlen. Im Tremont Hotel an einer Seitenstraße der Charles Street werde ich fündig, ist zwar nicht ganz billig aber sehr gut. Leider hat es sich inzwischen so richtig eingeregnet, zwar nicht besonders stark, dafür aber ausdauernd. Aber zu einem Bummel durch den Inner Harbor reicht es noch.

24. März
Auch heute hält der Regen an. Wiederum nicht besonders stark, aber anhaltend. Zum Glück sind die Temperaturen halbwegs erträglich. Ich entscheide mich daher zu einer sofortigen Fortsetzung der Tour. Die Ausfahrt aus Baltimore führt wieder entlang der weitlöufigen Anlagen der Johns Hopkins University und dann weiter durch sehr gepflegte Wohngebiete. Jenseits der Interstate 695 wird es dann wieder ländlich. Topografie und Landschaftsbild erinnern mich wieder stark an das Bergische bzw, Siegerland. Es geht überwiegend über kleine Nebenstraßen. Häufig führen diese Straßen im ständigen auf und ab über Grate und bieten dabei trotz des Dauerregens oft sehr schöne Ausblicke auf die Umgebung. Irgendwie strengt mich der heutige Abschnitt doch recht stark an. Ich komme nur recht langsam voran. Aber letztlich reicht es mit großer Zeitreserve bis zum vorgeplanten Ziel in Delta/Pennsylvania,

25. März
Heute könnte es wieder ein sehr schöner Tag werden. Die Regenfront ist durchgezogen. Es ist etwas kühler, aber sonnig. Nur der Wind bläst unbarmherzig aus der falschen Richtung. Aber heute will ich ohnehin nur bis Wrigthsville oder evt. bis Columbia fahren. Aber gleich nach Verlassen des Motels kommt die erste Ernüchterung. Es geht steil zur nächsten Brücke über einen Creek hinunter und dann geht es ebenso steil wieder hoch - und das bei dem mörderischen Gegenwind. Das kostet Kraft und dennoch komme ich kaum von der Stelle. Da werde ich locker von den relativ vielen Kutschen der hier in der Region lebenden Amish People überholt. Wir haben heute Sonntag und wie es aussieht, haben de Amish People ihre Festtagsgarderobe angelegt und scheinen auf dem Weg zur Kirche zu sein. Auch wenn mir die Amishs freundlich zuwinken, ändert das nichts an meiner Lage. Heute ist für mich ein sehr anstrengender und ermüdender Tag. So richtig geniessen kann ich die recht schöne Landschaft heute nicht. Die Straße folgt einem Höhenzug mehr oder weniger parallel zum Susquehanna River. Es geht ständig auf und ab, meistens recht steil. Und dann kommen noch zwei schöne Abfahrten bis an den Fluß hinunter. Aber gleich danach geht´s dann jeweils wieder steil nach oben. Sicherlich eine herrliche Strecke für Fahrten ohne Gepäck. So ist es auch keine Überraschung, dass mir heute viele Rennradler begegnen. Aber für mein schwer beladenes Rad ist die Strecke schon eine erhebliche Herausforderung. Über größere Strecken ziehe ich es vor zu laufen, um mich nicht völlig zu verausgaben. Wenn sich diese Topographie bis Newark fortsetzen sollte, habe ich für die letzten Etappen meiner Tour noch ein hartes Stück Arbeit vor mir. Trotz aller Verzögerungen durch mehrere Schiebepassagen erreiche ich doch noch recht früh Wrightsville. Nach einem kurzen Kreis durch den Ort entscheide ich mich, doch lieber auf der anderen Seite des Flusses in Columbia für heute Station zu machen. Columbia ist deutlich größer als Wrightville. Ich erwarte daher eine größere Auswahl an Unterkünften. In Downtown Columbia finde ich nur einige nicht ganz billige B&B. Also fahre ich weiter über den östlichen Rand der Stadt hinaus bis Mountville um ein Motel zu finden. Jetzt bin ich mehrere Kilometer abseits meiner Route. So ganz nebenbei wurde ich auch daran erinnert, dass hier noch vor wenigen Tagen tiefer Winter war. An überwiegend schattigen Stellen waren noch größere Schneereste zu sehen. Selbst auf den großen Parkplätzen verschiedener Einkaufscentren waren noch Reste der an Rand geschobenen Schneemassen zu sehen. Und die ganze heute durchfahrene Region liegt durchweg deutlich unter 200 Meter Seehöhe! Für die nächsten Tage wurde bisher für das Gebiet meiner Route nach New York City kein erneuter Wintereinbruch angekündigt. Es sieht somit relativ günstig für die restlichen vier oder fünf Etappen bis New York City aus.

26. März
Da mein Motel einige Kilometer abseits der vorgeplanten Route liegt, ist es nicht besonders sinnvoll, zurückzufahren und dann der geplanten Route zu folgen. Ich bleibe zunächst bis Lancaster auf dem HWY 462. Dann geht es weiter in Richtung Norden. Für einige Kilometer folge ich den HWY 222 und 501. Dann kann ich auf kleinere, nur wenig befahrene Straßen ausweichen. Bei Reamstown kreuze ich die geplante Route. Hier hatte ich nach der gestrigen sehr langsamen Etappe einen möglichen Stopp eingeplant. Aber heute komme ich sehr gut voran. Das Terrain ist nicht so anstrengend wie gestern und außerdem habe ich über große Teile der heutigen Route Rückenwind. Auf der vorgeplanten Route kann ich frühestens nach weiteren 70 km mit einem Motel rechnen. Ich entscheide mich daher dafür, nach Norden von der Route abzuweichen und bis Reading zu fahren. Wie mir mehrfach versichert wurde, soll es dort mehrere Motels geben. Auf ruhigen Nebenstraßen durch eine recht schöne Landschaft komme ich an den südlichen Rand von Reading. An der Kreuzung mit dem HWY 724 frage ich in einer Tankstelle, welche Straße ich nehmen soll, um alsbald ein Motel zu finden. Mir wird dann empfohlen, dem HWY 724 zu fokgen. Da dieser HWY am südöstlichen Rand von Reading eine Interstate kreuzt, erscheint mir diese Empfehlung vernünftig. Also los. Aber ein Motel kann ich in der Region Reading nicht ausmachen. Über die Interstate zu fahren und dort irgendwo nach einem Motel suchen verbietet sich, da die Interstates für Fahrräder gesperrt sind. Es ist noch relativ früh und einer Wegweisung nach Phoenixville entnehme ich, dass es bis dort nur noch etwa 40 km sind. Phoenixville ist nur wenige Kilometer von Norristown, meinem nächsten Etappenziel, entfernt. Also fahre ich mal weiter über den HWY 724. Über eine größere Distanz ist das eine nicht bsonders schöne Transitstrecke mit relativ viel LKW-Verkehr. Später wird´s dann wieder recht nett mit moderatem Autoverkehr. Aber auch hier kann ich unterwegs kein Motel ausfindg machen. Erst am Ende des HWY 724, am Ortsrand von Phoenixville finde ich ein ordentliches Motel

27. März
Heute soll es wieder ein schöner, sonniger Tag werden. Morgens ist es noch recht kühl aber schon nach kurzer Zeit wird es richtig sommerlich warm. Zunächst schwimme ich von meinem Motel im dichten morgendlichen Berufsverkehr auf dem HWY 23 in Richtung Forge Valley, einer weiteren Kultstätte des amerkanischen Unabhhängigkeitskrieges. Ich lasse mir reichlich Zeit um mir einige dieser Stätten anzusehen. Hier hat u.a. Friedrich von Steuben aus den bis dahin kaum ausgebildeten Soldaten durch "preußischen Drill" eine schlagkräftige Truppe geformt.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center verliere ich irgendwie den Anschluss an die adventurecycling-route. Die GPS-Punkte scheinen an dieser Stelle etwas großzügig gesetzt zu sein. Ich überquere den Fluß an der falschen Stelle. Zunächst fahre ich mehrere Kilometer parallel zur geplanten Route. Leider verläuft zwischen meiner aktuellen Route und der Vorplanung eine mehrgleisige Eisenbahnstrecke, die ich erst nach einem großen Umweg überqueren könnte. Ich entscheide mich daher zur Rückkehr bis zum Visitor Center. Jetzt finde ich eine Ausschilderung zur Flußquerung für Radfahrer, die mich zu dem ausgebauten Bjikepath in Richtung Philadelphia führt. Für einige Kilometer folge ich dem Bikepath. Dann biege ich nach Norden in Richtig New Hope am Delaware ab. Nach 91 km erreiche ich mit New Hope das heutige Tagesziel. Das Gelände war wieder recht hügelig. Am Ende sind wieder knapp 1000 Höhenmeter angefallen.

28. März
Jetzt ist es nur noch kurzes Stück bis zum Ende der von adventurecycling empfohlenen Anfahrt bis zur Penn-Station in Newark. Ich will diesen "Rest" in zwei Etappen aufteilen. Dann kann ich Newark mit einer großen Zeitreserve erreichen.
Heute geht´s daher recht geruhsam los. Erst schaue ich mich noch etwas in New Hope um. Dann geht es über den Delaware nach Lambertville. Auch hier schaue ich mich etwas um und mache in einem kleinen Café eine kurze Pause. Dann geht's über schöne, kaum befahrene Nebenstraßen weiter in Richtung Newark. So etwa auf halbem Weg in der Region Sommerville soll dann für heute Schluß sein. Es gibt da leider keine große Auswahl an Unterkünften. Ich muß mich daher heute mit einem Hilton Garden Inn in Bridgewater begnügen. Na ja, nicht gerade ein "Schnäppchen", aber für den Großraum New York, für die letzten Tage meiner Tour, habe ich eh mit recht hohen Kosten gerechnet. Und nun ist es halt auch so gekommen!

29. März
Jetzt steht nur noch der "Rest" der adventurecycling-route von Fort Myers in Florida nach Newark/Penn Station an. Es hat wieder einmal einen Kaltlufteinbruch gegeben und ich muß gegen starken, lausig kalten Wind fahren. Ich habe mich daher für den Weg nach Newark entschieden. Den Weg nach New York City werde ich dann mit der Bahn machen. Für die Alternative in einem großen Bogen Newark im Westen und Norden zu umfahren und dann über Georg Washington Bridge nach New York City hineinzufahren ist mir der starke, kalte Gegenwind zu ungemütlich. Die als weitere Alternative gedachte Weiterfahrt von Newark zu den Fähren in Jersey City scheint wohl nicht realisierbar. Ich habe zwar keine verlässlichen Informationen, aber was ich so gehört und gesehen habe, sind alle Brücken mehrspurige HWY, einige ohnehin für Radfahrer verbotene Interstates. Dagegen scheint der Transport mit der Bahn mitsamt Rad und Gepäck recht einfach und bequem zu sein, zumindest haben mir die Leute von NJ-Transit diesen Eindruck vermittelt. Also keine unsinnigen Experimente!
Die heutige Etappe war überraschend ruhig. Nach Verlassen des stark befahrenen HWY 28 ging es auf relativ ruhigen innerörtlichen Straßen bis zur Penn-Station in Newark. Teilweise ging es durch recht ansehnliche Wohngebiete, teilweise durch triste Industriegebiete.

Mit Ankunft an der Penn Station habe ich seit dem Start am Flughafen in Fort Myers/Florida 3632 km zurückgelegt. Für die restlichen Tage ist Sightseeing in New York City angesagt. Und wenn´s Wetter freundlich bleibt, sollte auch die eine oder andere Ausfahrt per Rad möglich sein.

30. März
Vor dem Bahntransfer nach New York mache ich noch einen kleinen Rundgang durch die Ferry Street. Hier ist der portuguisische und spanische Einfluss unübersehbar. Leider habe ich so früh am Morgen auf dieser "Restaurantmeile" kein besonders einladendes Café für ein ordentliches Frühstück gefunden. Viele Lokale öffnen halt später. Dann soll erst einmal ein Becher Kaffee und ein Bagel an einem Imbiss in der Penn-Station reichen.
Die Fahrt mit dem Zug von Newark nach New York ist mit $ 3,60 recht preiswert. Das Fahrrad wird wohl kostenlos transportiert. Zumindest will man mir trotz deutlichem Verweis auf mein reichlich beladenes Rad kein weiteres Ticket verkaufen. Man sagt mir lediglich, dass die Fahrradbeförderung im Ermessen des Schaffners liegt. Wenn der Zug sehr voll ist, müßte ich halt auf den nächsten warten. Na gut, das dürfte kein Problem sein. Die Züge fahren mehrmals je Stunde. Aber gleich der nächste erreichbare Zug hat Platz genug. Die Bahnsteige sind fast genau auf der Höhe der Waggonböden. Die Türen haben eine ordentliche Breite. Das Einsteigen mit dem beladenen Rad ist daher recht bequem. Die Fahrt dauert knapp 20 Minuten. Jetzt befinde ich mich im Moloch New Yorrk. Im Gewirr der verschiedenen Ausgänge in der Penn-Station verfehle ich zunächst einen Aufzug, der bis auf das Straßenniveau führt. Ich lande erst einmal eine Etage unterhalb des Straßenniveau vor einer Treppe. Aber es gibt ja Hinweisschilder und so finde ich dann doch noch einen passenden Aufzug. Jetzt bin ich richtig in New York angekommen. Noch ist unklar, ob ich bereits heute in der vorgebuchten Unterkunft im YMCA Vanderbuilt bleiben kann. Meine Reservierung beginnt erst morgen. Es ist noch recht früh. Das YMCA Vanderbilt ist nicht weit entfernt. Ich kann mir daher erst einmal ein mehr oder weniger zielloses Bewegen durch die nähere Umgebung erlauben. Und dann habe ich irgendwann die genaue Orientierung verloren. Mein Garmin etrex VISTA hat doch erhebliche Probleme mt dem Satellitenempfang. Der PDA ist da deutlich besser. Nur kann man bei dem schönen, sonnigen Wetter das Display kaum ablesen. Eine Benutzung beim Radfahren ist daher bei dem dichten Verkehr wenig empfehlenswert. Ich entscheide mich daher dazu, den Weg zum YMCA zu laufen. Dann kann ich von Zeit zu Zeit mal an einer dunkleren oder zumindest richtig schattigen Stelle auf dem Display meine Position und die erforderche Richtung zum Ziel überprüfen. Eigentlich ist ja die Navigation in NY einfach. Die Straßen sind bis auf wenige Ausnahmen fortlaufend nummeriert. Ich muß beispielsweise die Kreuzung der 3rd Avenue mit der 43th East finden. Dann sind es nur noch einige Meter bis zur richtigen Adresse. Wenn man sich ohne Stadtplan auf den Weg macht, kann das in diesem Fall leicht zu Verwirrungen führen. Zwischen der 5th und 3rd Avenue velaufen parallel drei Straßen, die abweichend vom Standard mit "normalen" Namen - Park / Madison / Lexington Ave - versehen sind und "natürlich" waren außer der Park Ave diese Straßen auf meinem PDA nicht benannt. Aber letztlich ist das System einfach und man findet sich recht schnell zurecht.

Im YMCA gibt´s zunächst etwas Verwirrung wegen meiner vorzeitigen Ankunft, aber dann wird doch eine vernünftige Lösung gefunden. Nach radfahren steht mir heute nicht mehr der Sinn. Also mache ich die ersten Erkundungen per pedes.

31. März
Für den "Endspurt" ist es noch einmal richtig kalt geworden. Manche Läufer und Radfahrer im Central Park scheinen das aber durch besonders sommerliche Bekleidung verdröngen zu wollen. Da verhalten sich die Eisläufer im Central Park schon etwas mehr der tatsächlichen Wetterlage angepasst. Ich verzichte auch heute auf eine Ausfahrt und mache lieber einen ausgedehnten Rundgang. Zwischendurch mache ich einen ausführlichen Besuch im Jewish Heritage Museum. Es ist überraschend, der Kontrast zwischen der Hektik in Manhattan und der Ruhe im Central Park.

1. April
Heute ist es bewölkt und für den Nachmittag ist auch noch Regen angekündigt, Zunächst muß ich im YMCA das Zimmer wechseln. Die junge Frau an der Reception will es sich sehr einfach machen, Ich soll bis 11 Uhr auschecken und dann ab 4 Uhr wieder einchecken. Mein Gepäck könne ich im Hostel lassen. Das ist natürlich kein vernünftiges Angebot. Nach meiner Rückfrage, ob das nicht etwas günstiger abgewickelt werden könne, schaltet sich ein anderer Mitarbeiter ein und nach wenigen Minuten steht ein anderes Zimmer zur Verfügung und ich kann sofort umziehen. Na also, es geht doch! Warum nicht gleich so? Jetzt findet die junge Dame ein anderes Problem. Ich soll noch 10 $ bezahlen, obwohl ich bei meiner Ankunft gleich für alle 4 Nöchte bezahlt hatte. Eine nachvollziehbare Erklärung wird mir nicht gegeben. Es wird einfach ein Preis genannt - und damit fertig. Ich habe keine Lust wegen dieser 10 $ eine lange Debatte zu führen und bezahle mit der Bemerkung, dass mir der Grund für diese Nachforderung nicht verständlich sei. Aber auch jetzt erhalte ich keine nachvollziehbare Erklärung sondern nur eine offizielle Quittung.

Trotz des bewölkten Himmels und der etwas eingeschränkten Fernsicht fahre ich auf die Aussichtsplattform des Empire State Building. Auch bei der eingeschränkten Sicht ist die Aussicht von hier oben schon sehr beeindruckend. Anschließend mache ich einen Spaziergang bis fast an die Südspitze Manhattans und über die Brooklyn Bridge. Leider setzt jetzt leichter Regen ein. Auf eine nähere Besichtigung von Ground Zero und Umgebung verzichte ich daher für heute.

2. April
Noch einmal ein Rundgang durch Manhattan Midtown und dann wird's schon Zeit, meine Sachen zu packen. Morgen soll es zurück nach Düsseldorf gehen!

    


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